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Prof. Dr. Alexander Meyer, Dr. Matthias Franz, Prof. Dr. Heyo K. Kroemer und Dr. Rudolf Bencker am BMW 750e xDrive Plug-in-Hybrid Studienfahrzeug.
Innovation 26.11.2025 6 MIN

Vitalwerte im Auto:
BMW Group bringt Medizin auf die Straße.

Wenn das Auto den Puls misst: Die BMW Group und die Charité erforschen, wie vernetzte Sensorik Vitalwerte der Fahrenden erfasst und sich Risiken wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle frühzeitig erkennen lassen. Ein spannender Blick in die Welt von Automotive Health – und auf eine Kooperation, die Mobilität und Medizin auf ganz neue Weise zusammenbringt.

Vitalwerte erfassen,
Risiken früh erkennen, Leben schützen.

Ein BMW 750e xDrive Plug-in-Hybrid gleitet leise durch die Stadt. Seine Sensoren erfassen dabei Vitalwerte wie Herz- und Atemfrequenz von der Person am Steuer. Zunächst noch im Rahmen einer Studie – doch das Zukunftsbild, in dem sich Medizin und Mobilität verbinden, zeigt sich immer klarer. Prävention neu denken, Gesundheitstechnologien alltagstauglich machen und Fahrzeuge zu aktiven Gesundheitspartnern weiterentwickeln: Daran arbeiten die BMW Group und die Charité – Universitätsmedizin Berlin seit Ende 2024 in einer einzigartigen Forschungskooperation.

„Die BMW Group und die Charité verbindet ein gemeinsames Ziel: Forschung auf höchstem Niveau voranzubringen“, sagt Dr. Jörg Preißinger, Gruppenleiter UX Technologien bei der BMW Group. „Im Bereich Automotive Health bündeln wir dafür unsere Expertise, um prädiktive Medizin und Frühwarnsysteme entscheidend weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist klar: gesundheitliche Risiken und Veränderungen der Fahrenden so früh wie möglich zu erkennen, um einerseits einer Verschlechterung durch Prävention zu verhindern und andererseits auch im Ernstfall schneller reagieren zu können. BMW Fahrzeuge bieten dafür bereits heute ein starkes technisches Fundament – mit präziser Sensorik, intelligenten Aktuatoren und leistungsstarken Rechnerarchitekturen, die komplexe Daten in Echtzeit verarbeiten können.“

KI im Cockpit:
Daten für die Notfallprävention.

Die Grundlage der Zusammenarbeit bildete ein gemeinsamer Letter of Intent (LoI). Seit Frühjahr 2025 wird die Kooperation nun in einer groß angelegten Studie konkret umgesetzt. Sie untersucht, wie moderne Fahrzeugsensorik auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) den Gesundheitszustand der Fahrerinnen und Fahrer erfassen und bewerten kann – und damit die Brücke zwischen Medizin und Mobilität schlägt.

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, am Steuer des BMW 750e xDrive Plug-in-Hybrid Forschungsfahrzeugs.
Kooperationen wie diese sind entscheidend, um innovative Ansätze in der Gesundheitsforschung voranzubringen. Die Ergebnisse unserer Studie werden wichtige Erkenntnisse für die Gesundheitsförderung und eine effektivere Notfallprävention liefern.
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer
Vorstandsvorsitzender der Charité

Hightech im Innenraum:
Wie ein BMW 7er den Körper liest.

Für die Studie ist ein BMW 750e xDrive Plug-in-Hybrid in Carbonschwarz Metallic mit spezieller Automotive-Health-Folierung im Einsatz – ein Forschungsfahrzeug voller hochentwickelter Sensoren, das Hightech und Präzision sichtbar macht. Seine Ausstattung reicht von einem Lenkrad zum EKG-Messen über ein Gurtmikrofon für Herztöne bis zur Kamera, die Vitaldaten erfasst. So misst der BMW 7er – teilweise sogar ohne Körperkontakt – Parameter wie Hautleitwert, Herz- und Atemfrequenz. Diese Sensorik ermöglicht eine standardisierte, fortlaufende und wiederholbare Erhebung medizinisch relevanter Daten unter realen Fahrbedingungen.

An der Studie nehmen 120 Probandinnen und Probanden ab einem Alter von 50 Jahren teil – darunter sowohl gesunde Personen als auch Teilnehmende mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Gemessen wird im Straßenverkehr, im Stand und auf dem Testgelände – automatisch und ohne aktive Beteiligung der Fahrenden. So lassen sich Alltagssituationen analysieren, ohne das Verhalten zu beeinflussen.

„Wir wollen herausfinden, mit welchen Technologien gesundheitliche Auffälligkeiten im Fahrzeug am zuverlässigsten erkannt werden können“, sagt Prof. Dr. Alexander Meyer, Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin und Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz in der Medizin der Charité. „Dazu prüfen wir die Validität und Qualität der erfassten Vitalparameter in unterschiedlichen Fahrzuständen“, ergänzt Dr. Matthias Franz, BMW Forschung, Neue Technologien, Projektleiter Automotive Health.

Hightech mit Herz:
Technologie, die Leben retten kann.

Die Forschungsergebnisse sollen den Weg für intelligente Frühwarnsysteme ebnen – Technologien, die gesundheitliche Veränderungen früh erkennen und rechtzeitig reagieren können. Langfristiges Ziel ist es, eine Reaktionskette zu entwickeln, die in einem akuten Notfall – etwa bei einem plötzlichen Herzinfarkt oder bei Anzeichen eines Schlaganfalls – das Fahrzeug nicht nur automatisch abbremst, sondern auch Rettungskräfte alarmiert und dabei die relevanten Gesundheitsdaten direkt übermittelt.

„Durch die kontinuierliche und multimodale Erfassung von Gesundheitsdaten erhalten wir eine völlig neue Grundlage für die Entwicklung individueller Präventionsprogramme“, erläutert Prof. Meyer. Dabei bringt die BMW Group ihre umfassende Expertise in Sensorik, Fahrzeugtechnik und Datenverarbeitung ein. „Wir wollen den Fahrkomfort und die Sicherheit steigern, indem das Fahrzeugsetup an die aktuelle Leistungssituation der Fahrenden angepasst wird“, erklärt Dr. Franz.

Intelligente Fahrzeuge
für eine gesündere und sicherere Gesellschaft.

„Die Fahrzeuge der Zukunft sollen mehr sein als Fortbewegungsmittel“, sagt Dr. Franz. „Sie sind intelligente Systeme, die Gesundheitsrisiken früh erkennen, präventiv handeln und im Notfall professionell unterstützen.“

Auch Prof. Meyer sieht in der Kooperation ein Modell für die Zukunft: „Gesundheitsversorgung muss dort ansetzen, wo die Menschen leben und arbeiten – und eben auch fahren. Die Kooperation mit der BMW Group zeigt, wie technologische Innovation und klinische Forschung Hand in Hand gehen können, um neue Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu finden.“

Die ersten Ergebnisse der Studie werden in 2026 erwartet. Auf lange Sicht wollen die Partner ihre Erkenntnisse in serienmäßige Fahrzeugfunktionen und gesundheitsfördernde Programme überführen – ein weiterer Schritt, der zeigt, wie die BMW Group modernste Technologie nicht nur für Fahrdynamik einsetzt, sondern auch für das Wohlbefinden der Menschen.