Tom Binder
Nachhaltigkeit 03.02.2022 4 Min.
“Der Kontrast hält mich kreativ.“

In der Nachhaltigkeits-Serie „WIRkung“ beleuchtet die BMW Group, welchen nachhaltigen Beitrag unterschiedlichste Menschen im Unternehmen leisten – und was sie dazu motiviert. Heute: Tom Binder.

Nachhaltigkeit hat bei der BMW Group viele Facetten, denn unter diesem Begriff bringen wir Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft in Einklang. Um diesen hohen Anspruch realisieren zu können   , braucht es engagierte Mitarbeitende. Alle können einen Beitrag dazu leisten, die BMW Group nachhaltig zu machen.

Wer sind all die Kolleginnen und Kollegen, die in ihrem Arbeitsalltag Nachhaltigkeit realisieren? Was treibt sie an, überall im Unternehmen konkret anzupacken? In ihrer Nachhaltigkeits-Serie „WIRkung“ stellt die BMW Group jene Mitarbeitende vor, die Tag für Tag ihren Beitrag zur breit gefächerten und verantwortungsvollen Weiterentwicklung unseres Unternehmens leisten.

In der aktuellen Ausgabe der Serie erklärt Tom Binder, Lichtdesigner Exterieur BMW, warum Nachhaltigkeit bei der eigenen Person anfängt.

Tom Binder

Tom Binder, im Berufsalltag designen und gestalten Sie mit Ihrem Team für künftige BMW Fahrzeuge neue, energiesparende Scheinwerfer – eine sehr technische Aufgabe. In der Freizeit gestalten Sie Tische aus ganzen Baum-stämmen. Wie kommt es zu dieser Kombination?

Tom Binder: Ich bin gelernter Schreiner, die Faszination für Holz hatte ich schon als Kind. Erst im zweiten Schritt habe ich das Abitur gemacht und dann Design studiert. Durch meine Begeisterung für Autos bin ich zur Automobilindustrie gekommen. Hier im Unternehmen faszinieren mich die Technik, die Komplexität, die ständige Veränderung. Hier sind viele Kollegen, hier habe ich meine Netzwerke. Und immer ist Geschwindigkeit gefragt, immer geht es darum, schnell weiter zu kommen und vorgegebene Termine einzuhalten. Im Unternehmen arbeiten wir nachhaltig, indem wir die Energiebilanz im Produkt, für Abläufe und Prozesse optimieren. Wir gehen Schritt für Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Wenn ich mit Holz arbeite, ist es komplett anders. Ich arbeite allein, ich treffe alle Entscheidungen selbst. Ich arbeite mit dem Inneren, dem Herzstück der Bäume – die Natur hat diese Werkstücke gemacht, ich belasse sie so wie sie sind. Die Bauern geben mir Stämme, die bei der Waldpflege übrigbleiben. Die frischen Bretter trocknen über viele Jahre. Ich könnte Trockner verwenden, aber das möchte ich nicht, weil es nicht natürlich ist, dem Holz nicht guttut und sehr viel Energie verbraucht. Ich verwende keinen Lack, keinen Leim, bestenfalls Öle. Die Arbeit mit dem Holz ist in sich nachhaltig. Und für mich ist sie wie Meditation, sie beruhigt ungemein. Sie ist puristisch. Wir leben dort in Tirol auch puristisch, in unserem Holzhaus, das über hundert Jahre alt ist. Es ist ein krasser Gegensatz zur Arbeit im Großkonzern, zum Hightech-Leben in der Großstadt München. Aber genau darin liegt die Faszination, durch die Gegensätze gleicht das eine das andere aus.

Wie verbinden Sie diese Gegensätze? Was bewegt Sie, beides zu leben?

Binder: Das bin einfach ich. Ich möchte Dinge erschaffen, die es noch nicht gibt. Egal, ob ich eine Fahrzeugleuchte gestalte oder einen Tisch: Ich habe eine Vision, ein Bild vor Augen. Und dann suche ich den Weg, der mich dorthin führt. In beiden Fällen geht es immer darum, mit Kreativität und Ideen Lösungen zu finden und Neues zu gestalten. Beim Fahrzeuglicht kommt zuerst die markenprägende und zukunftsorientierte Gestaltung – und dann gleich die Energiefrage. Denn beim Elektroauto kostet die Energie, die wir als Licht auf die Straße bringen, direkt Reichweite. Wir müssen also Wege finden, die Effizienz des vorhandenen Lichtes zu erhöhen, es neu und anders zu bündeln – ganz einfach, damit die Scheinwerfer hell genug sind, auch wenn sie weniger Energie brauchen. Gleichzeitig stehen wir vor der Frage, wie wir die Beleuchtungssysteme so gestalten, dass sie problemlos repariert werden können, dass Einzelteile ausgetauscht werden können und die Elemente möglichst recycelbar sind. Nachhaltigkeit in all ihren Facetten stellt uns vor neue Herausforderungen. Es macht mir Spaß, neue technologische Themen aufzuspüren und sie gezielt einzusetzen. Und es belebt meine Arbeit, wenn es ein Problem gibt, dass ich lösen muss. Es regt mich zum Nachdenken an, ich beginne zu grübeln und intensiv nach Lösungen zu suchen. Das führt zu neuen Ideen und so zu besseren Ergebnissen.

Tom Binder

Sie haben erzählt, dass Sie erst vor ein paar Jahren wieder mit der Holzarbeit begonnen haben. Wie kam es dazu?

Binder: Ich war auf der Suche nach einem Ausgleich, nach etwas, dass die Kreativität in Fluss hält und mich erdet. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich bei aller Begeisterung für die Technik und mein Stadtleben immer wieder das Puristische und die Ruhe suche. In meiner Tiroler Werkstatt habe ich diesen Ausgleich gefunden. Nachhaltigkeit in der Ursprungsdefinition bedeutet, dass man immer nur so viel entnimmt, wie nachwachsen kann. So ist es auch mit der eigenen Energie und Kreativität, auch mit der sollte man nachhaltig umgehen.

Tom Binder

Trotzdem ist es ein Leben in zwei Welten. Was motiviert Sie, sich immer wieder in beiden Welten voll zu engagieren?

Binder: Es ist der Kontrast. Licht ist technisch, komplex, eher kalt, braucht Energie. Holz ist einfach, gibt Wärme, liefert Energie. Das Hightech-Umfeld mit allen Möglichkeiten steht dem einfachen, reduzierten, naturnahen Leben gegenüber. Die Kombination hält mich kreativ. Ich kann mir weder vorstellen, tagein, tagaus allein in meiner Werkstatt zu arbeiten noch ausschließlich im Konzern. Die Mischung macht es aus. Genauso ist es gut.

Auch in den kommenden Portraits aus unserer Nachhaltigkeits-Serie „WIRkung“ beschreiben engagierte Kolleginnen und Kollegen ihre Motivation und erklären, welchen Beitrag sie zum Thema Nachhaltigkeit innerhalb der BMW Group leisten. 

„WIRkung - Wir machen die BMW Group nachhaltig.“
#meinBeitrag. #mymotivation.