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Luftaufnahme des neuen Biomasse-Heizwerks Dingolfing mit Lagerbereich für Rohstoffe und angeschlossenen Wärmenetzinfrastrukturen.
Unternehmen 07.09.2026 3 MIN

Standortfaktor Energie:
Wie die BMW Group ihre Standorte zukunftsfähig macht.

Wer Industriestandorte zukunftssicher stärken möchte, muss den Faktor Energie neu denken. Die BMW Group treibt die Transformation ihrer Energieversorgung strategisch und ganzheitlich voran: standortspezifisch, technologieoffen und mit klarem Blick auf Wettbewerbsfähigkeit. Das neue Biomasse-Heizwerk in Dingolfing ist eines von vielen Beispielen, das diesen Weg besonders greifbar macht.

Wie die BMW Group
ihre Energieversorgung gestaltet.

Energie war in der Industrie lange Zeit wie die Luft zum Atmen: einfach da, verlässlich verfügbar und in ausreichender Menge vorhanden. Ebenso notwendig ist sie auch. Heute entscheidet sie mit darüber, wie wettbewerbsfähig ein Industriestandort ist. Ob Investitionen, Produktionssicherheit, Kosten, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung erfolgreich sind. Für die BMW Group ist die Transformation der Energieversorgung ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie und zentraler Baustein für langfristige Resilienz.

Der Anspruch ist klar: Energie soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette verfügbar, bezahlbar und klimaverträglich sein. Ein wichtiger Schritt ist bereits gemacht: Seit 2020 deckt die BMW Group den gesamten Fremdstrombedarf ihrer Produktionsstandorte weltweit mit erneuerbaren Energien. Dies wird durch eigene Erzeugung, langfristige Stromlieferverträge und Herkunftsnachweise erzielt. Zugleich reduziert das Unternehmen den Einsatz fossiler Energieträger immer weiter, besonders Erdgas. Je nach Standort kommen Alternativen wie Elektrifizierung (unter Nutzung von Wind- oder Solarenergie), Wasserstoff, Geothermie oder Biomasse, zum Einsatz.

Luftaufnahme des Dynamikzentrums Dingolfing. Photovoltaische Zellen belegen fast die gesamte Dachfläche.

Der BMW Group Weg:
lokal denken, wirksam handeln.

Die BMW Group betreibt mehr als 30 Produktionsstandorte weltweit. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich stark: In Mexiko liegt Solarenergie als einer der Energieträger nahe, in Leipzig wird unter Anderem Windenergie und Wasserstoff eingesetzt, in China setzt man auf Geothermie und in Dingolfing ist Biomasse ein Baustein der Energieversorgung. Die BMW Group setzt auf Lösungen, die technisch, wirtschaftlich und ökologisch zu den lokalen Begebenheiten passen.

Dieser Ansatz folgt konkreten Zielen: Bis 2030 will die BMW Group unabhängig vom Produktionsvolumen die CO₂e-Emissionen aus der eigenen Produktion, also Scope 1 und 2, gegenüber 2019 um rund 46 Prozent senken. Bis 2035 plant das Unternehmen, entlang der gesamten Wertschöpfungskette mindestens 60 Millionen Tonnen CO₂e einzusparen. Langfristiges Ziel bleibt Net Zero bis 2050.

Damit diese Ziele Wirkung entfalten, braucht es konkrete Projekte an den jeweiligen Produktionsstandorten. 

Modell eines geothermischen Brunnens mit sichtbaren Rohren und technischen Komponenten unter Glas in einem Außenbereich mit Kiesboden.

Energieoffenheit in der Praxis:
Dingolfing setzt auf regionale Lösungen.

Im BMW Group Werk Dingolfing wird sichtbar, was Energietransformation im industriellen Alltag bedeutet: nicht als abstraktes Ziel, sondern als konkrete Lösung vor Ort. Das Werk nutzt regionale Möglichkeiten dort, wo sie den größten Effekt haben. Seit 2025 deckt ein neues Biomasse Heizwerk in Werksnähe rund 50 Prozent des Prozess Heißwasserbedarfs des BMW Group Werks Dingolfing. Es liefert jährlich bis zu 100.000 Megawattstunden Wärme aus regionaler Biomasse und BMW Group eigenem Restholz und reduziert damit die CO₂e Emissionen des Standorts um rund 20.000 Tonnen pro Jahr. Zugleich ist auf mehr als 100.000 Quadratmetern Hallendachfläche eine Photovoltaik Aufdachanlage mit über 10 Megawatt Peak Leistung in Betrieb. Sie zählt zu den leistungsstärksten Anlagen dieser Art in Deutschland und stellt jährlich mehr als 10  Gigawattstunden regenerativ erzeugten Strom direkt vom Werksdach bereit.

Biomasse und Photovoltaik zeigen gemeinsam, wie die BMW Group Energie nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines resilienten, pragmatischen und klimaverträglichen Energiesystems. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel vieler Beteiligter: Unternehmen, Energiepartner, Kommunen und regionale Akteure schaffen gemeinsam Lösungen, die technisch funktionieren, wirtschaftlich tragfähig sind und vor Ort Wirkung entfalten.

Teilansicht des neuen Biomasse-Heizwerks Dingolfing mit Biomasse-Lagerbereich, davor steht ein Radlader.

BMW Group Werke
als aktive Partner im Energiesystem.

Energie effizient zu steuern und gezielt einzusetzen, wird zu einem entscheidenden Faktor für starke Industriestandorte. Es geht nicht mehr allein darum, Energie verlässlich bereitzustellen, sondern sie im richtigen Moment, am richtigen Ort und möglichst wirkungsvoll zu nutzen. Digitale Lösungen schaffen dabei neue Möglichkeiten: Sie verknüpfen Erzeugung, Verbrauch und Speicher, beziehen Daten wie Energiebedarf, Anlagenverfügbarkeit, Wetter und Marktpreise ein und ermöglichen daraus vorausschauende Entscheidungen. Ein Beispiel dafür sind virtuelle Kraftwerke, die bei der BMW Group bereits im Einsatz sind. Sie helfen, Energieflüsse datenbasiert zu steuern, Kosten und CO₂e Emissionen zu reduzieren, Netze zu entlasten und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

So verändern sich die Produktionsstandorte der BMW Group von reinen Verbrauchern zu aktiven Mitgestaltern des Energiesystems, dem sogenannten Prosumer. Dieser Ansatz zeigt, wie industrielle Energietransformation praktisch funktionieren kann: technologieoffen, standortspezifisch und in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Stadtwerken, Energiepartnern und Regionen.

Luftaufnahme einer Photovoltaik-Anlage der BMW Group in der Wüste Mexikos. Die Solarmodule sind in Reihen arrangiert.

Verantwortung
über das Werkstor hinaus.

Mehr als 70 Prozent der Wertschöpfung eines Fahrzeugs entstehen in der Lieferkette. Deshalb spielt erneuerbare Energie auch bei wichtigen Lieferanten und energieintensiven Produktionsschritten eine zentrale Rolle. Die eigenen Fortschritte wirken dabei als Referenz und Hebel. Was an einem Standort funktioniert, kann Impulse für Partner, Regionen und weitere Projekte geben.

So übersetzt die BMW Group Energietransformation in industrielle Praxis: technologieoffen, mit regionalen Lösungen und dem Anspruch, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Verantwortung zu verbinden. Verantwortung endet für die BMW Group nicht am eigenen Werkstor. Mit dem Energiemanagement und den standortspezifischen Lösungen leistet das Unternehmen einen Beitrag, der über die eigene Produktion und Standorte hinausreicht.

Wenn Energie effizienter genutzt, erneuerbare Quellen eingebunden und industrielle Standorte aktiver Teil des Energiesystems werden, stärkt das nicht nur die eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch den gesamten Industriestandort und damit den Wohlstand in der Gesellschaft.

Die BMW Group geht diesen Weg gemeinsam mit Partnern, Kommunen und den Menschen in den Regionen. Denn Energietransformation bleibt eine große gemeinsame Aufgabe. Sie gelingt dort, wo Erfahrungen geteilt, Lösungen weiterentwickelt und aus einzelnen Projekten konkrete Wirkung für das Energiesystem, den Industriestandort und die Gesellschaft entsteht.