Technologieoffenheit steht an erster Stelle für die BMW Group. Neben der breiten Palette an Antriebstechnologien ist es das Ziel, den CO2-Ausstoß in allen Bereichen zu reduzieren. Auch im Bereich der Kraftstoffe, die nicht auf fossilen Energieträgern basieren, liegen Potentiale zur CO2e-Reduzierung.
HVO 100 für unsere Dieselfahrzeuge
– und das Potenzial erneuerbarer Kraftstoffe in Europa.
Klares Zeichen für erneuerbare Kraftstoffe.
Seit Januar 2025 hat Die BMW Group die Erstbefüllung aller Diesel Modelle, die in Deutschland produziert werden auf HVO 100 umgestellt. Das Kürzel HVO steht für ‚Hydrotreated Vegetable Oil‘ („hydriertes Pflanzenöl“) und der Zusatz ‚100‘ zeigt an, dass dieses zu 100 %, also als Reinkraftstoff, befüllt wird. Im Vergleich zu fossilem Diesel lässt sich mit HVO 100 eine CO2e-Reduzierung von ca. 90 % realisieren.
Um die Verfügbarkeit von erneuerbaren Kraftstoffen – sogenannter Carbon Neutral Fuels, kurz CNF – zu steigern, setzt sich die BMW Group für ambitionierte Ziele zur Treibhausgasminderung im Straßenverkehr in der aktuell gestarteten Revision der Erneuerbaren-Energien-Direktive (RED IV) ein. Dabei muss ein langfristiger Pfad festgelegt werden, der das 90-%-Gesamtziel der Europäischen Union für 2040 und das 100-%-Ziel für 2050 berücksichtigt.
Wie Europa unabhängiger von fossilen Kraftstoffen werden kann.
HVO 100 ist ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig zeigt eine neue Studie1, wie viel mehr möglich ist: Europa könnte seinen Kraftstoffbedarf im Straßenverkehr langfristig mit erneuerbaren, in Europa verfügbaren Rohstoffen decken. Im High-Szenario wäre ab 2040 sogar eine vollständige Versorgung denkbar.
Das Spannende daran: Die Studie macht auch deutlich, dass die Basis dafür breiter ist als oft angenommen. Neben gebrauchten Speiseölen (die nur einen geringen Anteil haben) kommen etwa Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft, Stroh, Abfälle aus der Nahrungsmittelindustrie sowie Zwischen- und Deckfrüchte infrage. Aus vielen einzelnen Bausteinen kann so ein großes und robustes System entstehen.
Für Kundinnen und Kunden ist das ein konkreter Vorteil, weil erneuerbare Kraftstoffe nicht nur bei neuen Fahrzeugen ansetzen. Sie können auch helfen, die CO2-Bilanz der Bestandsflotte zu verbessern und zugleich Europas Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern. So laufen Klimaschutz und Versorgungssicherheit in die gleiche Richtung.
Schon über 8.300 HVO 100 Tankstellen in Europa.
Seit Ende Mai 2024 dürfen die paraffinischen Diesel HVO auch an Tankstellen in Deutschland verkauft werden. Der Kraftstoff wird aus verschiedenen Abfällen, Reststoffen und erneuerbaren Rohstoffen, wie gebrauchten Speiseölen, gewonnen. Er erfüllt die höchsten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards. Bei der Herstellung wird weder Palmöl verwendet- noch konventioneller Biodiesel beigemischt.
Verglichen mit fossilem Diesel ist HVO 100 ein qualitativ höherwertigeres Produkt, mit vielen technischen Vorteilen: Neben der CO2e-Reduzierung weist HVO 100 aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ein deutliches besseres Kälteverhalten auf und ist darüber hinaus bedingt durch seine Reinheit resistent gegen bakteriellen Befall (Dieselpest).
BMW Diesel ab 2015 kompatibel.
Die Dieselmotoren der BMW Group, die alle am Standort Steyr entwickelt und fast ausschließlich hier gefertigt werden, sind für den neuen Kraftstoff gemäß der europäischen Kraftstoffnorm EN 15940 beginnend mit dem Produktions-monat März 2015 Baureihen- und Modellspezifisch freigegeben. Eine genaue Information dazu können Kundinnen und Kunden hier sehen.
Erfolgreicher Test auch in der Werkslogistik.
Seit März 2023 kommt HVO 100 auch in den Lkw der BMW Group Werkelogistik zum Einsatz: Auf der Autobahn zwischen Landau an der Isar und dem BMW Group Werk München fahren vier Lkw des Logistikdienstleisters Guggemos (GV Trucknet), die auf der rund 120 Kilometer langen Strecke mehrmals täglich unterwegs sind. Sie versorgen das Münchner Stammwerk Just-in-Time aus Landau.
Dies wurde auf sechs weitere Lkw ausgeweitet. Sie gehören zur Flotte von DB Schenker und transportieren im Pendelverkehr Lagerteile aus dem BMW Group Versorgungszentrum in Eching für die Produktion in München. Gut 40 Kilometer absolvieren die Lkw auf jeder Rundtour.
1 Institut für Kolbenmaschinen (IFKM); Institut für Katalyseforschung und -entwicklung (IKFT); DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH; FREYBERGER engineering GmbH; BMW AG: Vom Rohstoff zur fossilfreien Mobilität: Europas Potenzial für einen erneuerbaren Kraftstoffmarkt. Version 01. Karlsruhe, Februar 2026.