BMW Art Cars – diese drei Worte stehen für die legendäre Verbindung von Automobilikonen wie dem BMW M1 oder dem BMW Z1 mit weltbekannten Künstlern wie Roy Lichtenstein oder Jeff Koons. Zuletzt war Malerin Julie Mehretu mit der Jubiläumsnummer 20 an der Reihe. Wer warum welches BMW Modell gewählt und wie gestaltet hat, erfahren Sie hier.
50 Jahre BMW Art Cars.
Rollende Skulpturen von Calder, Lichtenstein, Warhol, Holzer, Hockney, Koons, Rauschenberg, Mahlangu, Eliasson, Baldessari, Cao Fei, Mehretu. Seitdem das erste BMW Art Car von Alexander Calder 1975 beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start ging, bietet die BMW Group mit den BMW Art Cars der Faszination von Künstlern mit dem Automobil eine Spielwiese – Kunst und Design, Technologie und Innovation, Rennsport und Ingenieurswesen.
Die Sammlung der inzwischen 20 BMW Art Cars ist ein Querschnitt durch die Kunstgeschichte der letzten fünf Jahrzehnte: Minimalismus, Pop-Art, magischer Realismus, Abstraktion, Konzeptkunst und Digitale Kunst. Gleichzeitig feiert die BMW Art Car Sammlung 50 Jahre künstlerische Freiheit und visionäre Gestaltung.
Ein Jubiläum, das mit dem Ausstellungsprogramm BMW Art Car World Tour auf allen fünf Kontinenten mit zahlreichen begleitenden Aktionen gewürdigt wird und im Sommer 2026 seinen Abschluss mit der größten Ausstellung in der Geschichte der Sammlung in der BMW Welt findet.
© 2025 Calder Foundation, New York / Artists Rights Society (ARS), New York
Wer von Art Cars spricht, meint die fahrenden Kunstwerke von BMW. Und wer ein bestimmtes BMW Art Car nennen soll, schwärmt oft von Andy Warhols Pop-Art BMW M1. Mit dem Fokus auf dieses eine Modell vernachlässigt man jedoch die einzigartige und vielfältige Sammlung von 20 BMW Art Cars, die seit 1975 in Zusammenarbeit mit renommierten internationalen Künstlern entstanden sind.
Als dem französischen Rennfahrer Hervé Poulain im Jahr 1975 die Idee kam, ein Rennsportfahrzeug von einem Künstler gestalten zu lassen, konnte niemand absehen, was sich daraus entwickeln würde: die konsequenteste Verbindung von Automobilen und Kunst überhaupt. Das einfache Prinzip: Ein renommierter Künstler gestaltet ein BMW Rennfahrzeug (später auch Serienautos) nach seinen Vorstellungen. Grenzen und Vorgaben? Gibt es nicht. So verschieden die Künstler, so unterschiedlich die BMW, die mittels verschiedenster grafischer und künstlerischer Techniken zu Kunstwerken wurden: von puren Rennmaschinen über Serienfahrzeuge bis hin zu seltenen Sportwagen. Dementsprechend vielfältig sind die Resultate. Kein Fahrzeug gleicht dem anderen, jedem Künstler blieb es selbst überlassen, die Technik zu wählen, die ihm passend schien.
© 2025 Calder Foundation, New York / Artists Rights Society (ARS), New York
#1 Alexander Calder / BMW 3.0 CSL / 1975.
„Hervé gewinne! Aber fahr‘ vorsichtig!“– Alexander Calder
Die Idee, Rennwagen von Künstlern gestalten zu lassen und in Autorennen zu schicken, stammt von Hervé Poulain und dem damaligen BMW Motorsportdirektor Jochen Neerpasch. Als ersten Künstler fragte der Auktionator und Rennfahrer Poulain niemand anderen als Alexander Calder an, den berühmten Erfinder kinetischer Skulpturen: jene bunten Formen, die auch als „Mobiles" bekannt sind. Calder, 77-jährig, verstand sofort, sagte zu und gestaltete den BMW 3.0 CSL mit roten, gelben, blauen, weißen Flächen zum ersten BMW Art Car der Welt. Das knallbunte Kunstwerk war der Star des 2Li-StundenRennens. Auch Calder selbst zeigte sich begeistert: ,,Die gesamte Presse, nicht nur die Kunstpresse, sondern auch die Sportpresse hatte unser Auto als ihren Favoriten in Le Mans ausgewählt. Weil es schön anzusehen, spielerisch und dabei erstaunlich effizient war. Können Sie sich das vorstellen?!"
#2 Frank Stella / BMW 3.0 CSL / 1976.
"Mein Design ist wie eine Blaupause , die auf Karosserie übertragen wurde." – Frank Stella
Obwohl er seine minimalistisch-abstrakten „Black Paintings" eigentlich hinter sich gelassen hatte, kehrt Frank Stella für sein BMW Art Car noch einmal zurück zu seinen künstlerischen Ursprüngen. Bei seinem Entwurf für den BMW 3.0 CSL lässt er sich von der präzisen Ingenieurskunst des Renncoupés inspirieren und entwickelt ein exaktes, schwarz-weißes Raster, das wie überdimensioniertes Millimeterpapier wirkt. In hunderten Stunden Handarbeit auf das Fahrzeug aufgetragen, hebt dieses Raster die Kontur und die Linienführung des Fahrzeugs hervor - eine künstlerische Reflexion technischer Präzision.
Frank Stellas Rennwagen ist eine bewegte Skulptur, die erstmals seine Auseinandersetzung mit dreidimensionalen Formen sichtbar macht.
#3 Roy Lichtenstein / BMW 320i Turbo / 1977.
"Ich habe lange überlegt und so viel reingesteck, wie ich nur konnte." – Roy Lichtenstein
„Mit den gemalten Linien wollte ich die Straße darstellen, die dem Auto zeigt, wo es langgeht", so Roy Lichtenstein über seine Gestaltung des BMW 320. Sein Design macht die Bewegung des Fahrzeugs sichtbar, noch bevor es sich in Fahrt setzt: Die Linien auf der Karosserie symbolisieren Straßenverläufe, während die abstrahierten Reflexe von Licht und Landschaft eine vorbeiziehende Umgebung andeuten. Auf beiden Türen des Wagens prangt eine auf- und eine untergehende Sonne, Lichtenstein spielt hier auf den 24-Stunden-Zyklus von Le Mans an, als würde er das Auto direkt für den Renneinsatz dort vorbereiten. Die für Lichtenstein typischen „Benday Dots", bekannt aus seinen berühmten Comic-Gemälden, verstärken den Eindruck von Geschwindigkeit und Dynamik. Das Auto selbst wird zur erzählerischen Leinwand - ein Fahrzeug, das bereits eine ganze Reise in sich trägt.
#4 Andy Warhol / BMW M1 / 1997.
"Ich liebe dieses Auto. Es ist besser gelungen als mein Kunstwerk." – Andy Warhol
In seiner Kunst trifft das Individuelle auf das Serielle. Statt aber den Prototypen des BMW M1 mit Pop-Zitaten zu überziehen, griff Andy Warhol selbst zu Pinsel und Farbe und hinterließ auf dem von Designlegende Giorgio Giugiaro gerade frisch entworfenen Fahrzeug seine eigene, sehr persönliche Handschrift. Mit breiten Pinselstrichen und in nur 28 Minuten überzog Warhol den Rennwagen mit Farben, Flächen und Texturen, die die Gesten seiner Bewegungen nachvollziehen lassen: „Ich habe versucht, Geschwindigkeit bildlich darzustellen. Wenn ein Auto wirklich schnell fährt, verschwimmen alle Linien und Farben." Hervé Poulain, der Gründervater der BMW Art Car Collection war anwesend, er verglich den Moment mit einer tänzerischen Live-Performance.
#5 Ernst Fuchs / BMW 635 CSi / 1982.
"Die Maschine soll nicht verschönert werden. Sie hat Ihre eigene Ästhetik." – Ernst Fuchs
Der von Fuchs gestaltete BMW 635CSi, das erste Art Car auf Basis eines Serienfahrzeug, ist eine Hommage an Mythologie, Geschwindigkeit und spirituelle Symbolik. Fuchs verwandelt das Fahrzeug in eine flammende Allegorie motorisierter Euphorie: Lodernde Rot- und Gelbtöne ziehen sich über die Karosserie, während auf der Motorhaube ein grüner Hase durch ein Feuermeer springt. Diese surreale Szene spiegelt die für Fuchs typische Verschmelzung von Traumwelt, Metaphysik und Dynamik wider. Für den Künstler ist das Auto mehr als nur ein Fortbewegungsmittel, es ist magisches Objekt, das Kraft und Transzendenz symbolisiert - und es ist Projektionsfläche: Fuchs, der sich selbst oft als „Feuerfuchs" bezeichnet, tauft sein Art Car „Feuerfuchs auf Hasenjagd".
#6 Robert Rauschenberg / BMW 635 CSi / 1986.
"Fahrbare Museen wären eine großartige Sache. Mit diesem Wagen hat sich für mich ein Traum erfüllt." – Robert Rauschenberg
Robert Rauschenberg verwandelt den BMW 635CSi in eine Collage aus Kunstgeschichte, Fotografie und Alltagskultur. Als erster Künstler verwendet er Werke anderer, die er mittels fotografischer Techniken bearbeitet und auf das Auto projiziert. Die linke Seite zeigt beispielsweise Bronzinos „Portrait eines jungen Mannes", die rechte eine Arbeit von Jean Auguste Dominique Ingres. Sogar die Radkappen sind kunsthistorisch aufgeladen:
Sie zeigen Fotografien antiker Teller. Ergänzt werden die Motive durch Rauschenbergs eigene Fotografien von Bäumen und Sumpfgras - subtile Kommentare zur mit dem Automobil verbundenen Umweltproblematik. Abgesehen davon sieht der sportliche Sechszylinder aus wie ein Serienfahrzeug, wie man es zu seiner Zeit auf jedem Parkplatz finden konnte, ein Auto vom Fließband, Gegenstand der Alltagskultur. Und wird so zum perfekten Exempel von Rauschenbergs lebenslangem Streben, die Grenzen zwischen Kunst und Leben aufzuheben.
#7 Michael Jagamara Nelson / BMW M3 Gruppe A / 1989.
"Das Auto ist eine Landschaft, so wie man sie vom Flugzeug aus sehen würde. Ich habe das Wasser, das Känguru und die Beutelratte einbezogen." – Michael Jagamara Nelson
Die Einladung, ein australisches BMW Art Car zu gestalten, ging 1989 an gleich zwei Künstler des roten Kontinents: Pop-Artist Ken Done und Michael Nelson Jagamara, dem zu der Zeit wichtigsten Vertreter indigener Kunst. In fast vier Wochen lackierte er den BMW M3 von Hand mit den Tieren, Pfaden und Erzählungen seiner „Traumzeitgeschichte". Als er fertig war, signierte er die Fahrerseite des M3 mit seinem Namen - in jener Schreibweise, wie er sie als Kind in der Missionsschule im Northern Territory gelernt hatte. So bleibt dieses BMW Art Car ein bewegtes, bewegendes und stolzes Zeugnis der Kultur, Kunst und Geschichte australischer Aborigines.
#8 Ken Done / BMW M3 Gruppe A / 1989.
"Als Modell dienten mir die Papageien, die ich jeden Morgen sah. Selbst wenn sie reglos verharren, hat man den Eindruck, als müssten sie sich jeden Augenblick sehr schnell bewegen." – Ken Done
Ken Done hat sofort eine genaue Vorstellung von der Gestaltung des BMW M3. Die Bemalung solle typisch australisch sein und die Vitalität seiner Heimat widerspiegeln. Also lässt er sich von der Dynamik und Farbenvielfalt der australischen Tierwelt inspirieren und entscheidet sich für die Farbzeichnungen von Papageien und Papageienfischen, die in seinen Augen zwei Eigenschaften mit dem BMW M3 gemeinsam haben: Schönheit und Geschwindigkeit. „Das Auto sollte etwas von diesem Gefühl vermitteln, von Dingen, die schön aussehen, wenn sie in Bewegung sind", erklärt der Künstler.
#9 Matazo Kayama / BMW 535i / 1990.
"Die klare Linienführung des BMW wurde mir erst dann richtig bewusst, als das Auto ganz in sein Farbkleid gehüllt war." – Matazo Kayama
Matazo Kayama ließ sich bei der Gestaltung seines BMW Art Cars vom Thema Schnee, Mond und Kirschblüten der traditionellen japanischen Kunstästhetik inspirieren, die er durch moderne Airbrush-Technik neu interpretierte. Feine blaue Schattierungen auf der silbernen Karosserie des BMW 535i erzeugen ein Spiel aus Licht und Bewegung. Ergänzt wird das Design durch Kirigane- (Metallschnitt) und Arare-Techniken (Foliendruck), bei denen hauchdünne Silber-, Gold- und Aluminiumfolien appliziert wurden. So schafft Kayama eine harmonische Balance aus Präzision, Klarheit und Ornamentik und macht sein Art Car zu einer Hommage an die Kunstfertigkeit Japans.
#10 César Manrique / BMW 730i / 1990.
"Ich versuchte, mithilfe eines Ästhetischen Konzepts die Idee der Geschwindigkeit und der Aerodynamik in einem einzigen Objekt zum Ausdruck zu bringen." – César Manrique
César Manrique widmete sein Schaffen der harmonischen Verbindung von Kunst und Umwelt. Sein BMW Art Car, ein BMW 730i von 1990, spiegelt diesen Ansatz wider:
Inspiriert von der Natur seiner Heimat Lanzarote, insbesondere dem Flug eines Vogels, nutzt er dynamische Rot-, Blau-, Grün- und Violetttöne, um Bewegung und Leichtigkeit darzustellen. Manriques Beitrag zur BMW Art Car Serie zeigt seine Fähigkeit, auch Technik und Kunst zu verschmelzen. Mit fließenden Formen und leuchtenden Farben macht er Geschwindigkeit und Aerodynamik visuell erfahrbar. Er erklärte: „Ich wollte das Auto so gestalten, dass es den Eindruck erweckt, als würde es widerstandslos durch den Raum gleiten."
#11 A.R. Penck / BMW Z1 / 1991.
"Kunst auf Kunst, Kunst auf Technik – Das hat mich interessiert – vor allem Kunst auf einem plastischen Objekt." – A.R. Penck
Das BMW Modell, das der gebürtige Dresdner A. R. Penck – bürgerlich Ralf Winkler – nach seinen Vorstellungen gestaltete, ist an für sich schon ein Kunstwerk, eine Rarität: der BMW Z1. Mit seiner für die damaligen Zeit radikal neuen Formensprache und den versenkbaren Seitentüren ist der BMW Z1 bis heute ein Meilenstein der BMW Automobilgeschichte. Penck schuf seinen Beitrag zur Reihe der BMW Art Cars vier Jahre nach der Premiere des Roadsters. Inspiriert von Höhlenmalereien, kreierte er abstrakte Figuren und Zeichen. Was sie bedeuten? Versuchen Sie sich an einer Interpretation … Der Künstler selbst hat nie zu einer Dechiffrierung beigetragen – was sicher auch Teil des Reizes ist, den der Kunst-Sportwagen ausstrahlt.
#12 Esther Mahlangu / BMW 525i / 1991.
"Die Muster, mit denen ich den BMW gestaltet habe, vereinen unsere Tradition und die Moderne des Automobils." – Esther Mahlangu
Esther Mahlangu übertrug mit der Gestaltung des Art Cars die traditionelle Ndebele-Malerei auf einen modernen Technologieträger. „Meine Kunst hat sich entwickelt aus unserer Tradition, Häuser zu dekorieren", sagt die afrikanische Malerin über ihre Arbeit. Die charakteristischen geometrischen Muster und kräftigen Farben, die sonst Hausfassaden zieren, finden sich nun auf der Karosserie eines BMW 525i wieder. Um ein Gespür für das völlig neue Medium zu bekommen, bemalte Mahlangu zunächst die Tür eines anderen BMW, bevor sie das Art Car innerhalb einer Woche in ein Meisterwerk der afrikanischen Ndebele-Kunst verwandelte. In der Reihe der Art Car Künstler ist sie die erste Frau und erste Afrikanerin.
#13 Sandro Chia / BMW M3 GTR / 1992.
"Ich habe ein Bild, eine Welt geschaffen. Alles, was man intensiv anschaut, verwandelt sich in ein Gesicht. Ein Gesicht ist ein Fokus, ein Fokus des Lebens und der Welt." – Sandro Chia
„Bemale mich, bemale mich!", habe die Oberfläche des Rennwagens ihm zugerufen. Also verwarf er alle seine zuvor angefertigten Skizzen und malte drauflos, malte Gesichter und ein Meer aus kräftigen Farben mit der ihm eigenen expressiven Bildsprache, bis die gesamte Karosserie des BMW M3 GTR vollständig bedeckt war. „Das Automobil ist ein begehrter Gegenstand in der Gesellschaft", kommentiert Sandro Chia seine Arbeit. „Dieses Auto begegnet den Menschen, die es betrachten, wie ein Spiegel. Es ist ein Austausch von Schönheit." Chia betrachtete die Arbeit am BMW Art Car als besondere Herausforderung - nicht zuletzt, weil einige der vorangegangenen Künstler wie Warhol oder Lichtenstein zu seinen Vorbildern zählten.
#14 David Hockney / BMW 850 CSi / 1995.
"Das Auto hat wunderbare Linien, denen bin ich gefolgt." – David Hockney
Mit seinem BMW Art Car denkt David Hockney die klassische Lackierung neu und kehrt das Innere des Wagens nach außen. „Ich dachte mir, es wäre gut, das Auto so zu zeigen, als ob man hineinsehen könnte," so der Künstler. Wie eine Röntgenaufnahme offenbart die bemalte Karosserie die Anatomie des Fahrzeugs und seine Insassen: Auf der Tür ist der Fahrer schemenhaft zu erkennen, auf dem Rücksitz sein treuer Dackel Stanley - eine Anspielung auf Hockneys enge Beziehung zu seinen Hunden. Auf der Motorhaube erscheinen stilisierte Elemente des Motors, während grüne Farbflächen die Karosserie umfließen, eine visuelle Metapher für die vorbeiziehende Landschaft, für Bewegung und Zeit. In Hockneys Bildsprache verschmelzen Innenraum und Außenwelt zu einer neuen, ungewohnten Perspektive des Fahrens.
#15 Jenny Holzer / BMW V12 LMR / 1999.
"Ich wollte Texte wählen, die die Menschen zumindest zum Lachen bringen oder sie vielleicht ein bisschen erschrecken." – Jenny Holzer
PROTECT ME FROM WHAT I WANT
THE UNATTAINABLE IS INVARIABLY ATTRACTIVE
YOU ARE SO COMPLEX YOU DON'T RESPOND TO DANGER
LACK OF CHARISMA CAN BE FATAL MONOMANIA IS A PREREQUISITE OF SUCCESS WHAT URGE WILL SAVE US NOW THAT SEX WON'T
Lakonische Botschaften schmücken das Art Car der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer. Mit ihren „Truisms", einer Serie von aphoristischen Einzeilern, inhaltlich zwischen Alltagsweisheit und hochpolitischem Statement, wurde sie weltberühmt. Ein Slogan auf der Motorhaube des Wagens sticht hervor, es ist Holzers berühmtester:
„PROTECT ME FROM WHAT I WANT." Und wo wäre ihre Mahnung vor der kapitalistischen Sehnsuchtsschleife besser aufgehoben als auf einem Rennboliden mit 580 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 340 km/h? Damit die Sätze während des 24-Stunden-Rennens von Le Mans ständig sichtbar bleiben, setzte Holzer reflektierende Chrombuchstaben und phosphoreszierende Farben ein: In den Buchstaben spiegelt sich tagsüber der Himmel, nachts gibt die Folie gespeichertes Tageslicht wieder ab - in der
#16 Olafur Eliasson / BMW H2R / 2007.
"Unsere Fortbewegung impliziert Reibung: nicht nur Luftwiderstand, sondern auch gesellschaftliche, physische und politische Reibungen." – Olafur Eliasson
Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson ist bekannt dafür, die Dinge auf den Kopf zu stellen. Ein rückwärts fließender Wasserfall mitten in New York, eine gleißende Sonne in den Innenräumen eines Museums - und nun: Ein Rennwagen, der zur Eisskulptur erstarrt.
Für sein Art Car ersetzt Eliasson die Karosserie eines Hochleistungs-Prototypen mit Wasserstoffantrieb durch eine fragile Außenhaut aus zwei übereinander liegenden, spiegelnden Metallschalen, die ein netzartiges Geflecht bilden und mit mehreren Schichten Eis überzogen sind. Auf diese Weise verwandelt Eliasson ein Objekt avancierter Fahrzeugtechnologie in ein Kunstwerk, das in der Zeit eingefroren scheint. Die Gesamtkonstruktion wiegt rund zwei Tonnen und wird von innen beleuchtet - eine poetische Reflexion über Nachhaltigkeit, Vergänglichkeit und die ökologische Verantwortung der Automobilindustrie.
#17 Jeff Koons / BMW M3 GT2 / 2010.
"Diese Rennautos sind wie das Leben, sie strotzen vor Kraft und haben enorme Energie. Meine Ideen sollen mit dieser Kraft verschmelzen – es geht einzig darum, sich völlig darauf einzulassen." – Jeff Koons
Das 17. BMW Art Car ist eine Hommage an Geschwindigkeit, Kraft und pure Rennsportleidenschaft. Inspiriert von den visuellen Eindrücken der Motorsportwelt, entwirft Jeff Koons, selbst passionierter Autofahrer, ein Design, das die Dynamik des BMW M3 GT2 in leuchtenden Farben und pulsierenden Lichtstreifen einfängt. Über die Karosserie erstrecken sich glänzende Linienbündel, die Geschwindigkeit und kinetische Energie suggerieren, während grafische Explosionen am Heck die Urgewalt des Motors symbolisieren. Koons definierte 20 knallbunte Pantone-Farben, die mit modernster Drucktechnologie möglichst perfekt reproduziert wurden. Besonders anspruchsvoll gestaltete sich die Suche nach dem strahlendsten Weiß als Basis, das auf speziellen Car-Wrap-Digitaldruckfolien eine maximale Leuchtkraft entfaltet. Mit diesem Art Car überträgt Koons seine charakteristische Ästhetik der makellos glänzenden Oberfläche auf die Rennstrecke.
#18 Cao Fei / BMW M6 GT3 / 2016.
"Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem Objekte unmittelbar gedanklich gesteuert werden können. Das 18. Art Car thematisiert die Grenzen des menschlichen Denkens." – Cao Fei
Mit dem ersten digitalen BMW Art Car führte die chinesische Multimediakünstlerin Cao Fei die Reihe ins 21. Jahrhundert. Physische und virtuelle Elemente verbinden sich zu einer transmedialen Parallelwelt, die sich erst durch Augmented Reality (AR) und Film vollständig erschließt. Cao Fei reflektiert dabei den rapiden technologischen Wandel in China und schlägt eine Brücke zwischen Tradition und Zukunft. Das Kunstwerk besteht aus drei Komponenten: einem sechsminütigen Film, der einen spirituellen Zeitreisenden auf seinem Weg durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begleitet; einer AR-Installation, die mithilfe einer App bunte, bewegte Lichtschweife über dem Fahrzeug erscheinen lässt; sowie dem physischen BMW M6 GT3 Rennwagen in karbonschwarzer Lackierung. Gemäß einer chinesischen Tradition erlebte das Fahrzeug symbolische Weihen, bevor es 2017 beim FIA GT World Cup in Macau an den Start ging. Gemeinsam mit dem brasilianischen Rennfahrer Augusto Farfus segnete Cao Fei es dort vor jedem Rennen.
#19 John Baldessari / BMW M6 GTLM / 2016.
"Mein Konzept rückt einige meiner Markenzeichen in den Mittelpunkt. Man kann also sagen, das BMW Art Car ist definitiv ein tzpischer Baldessari. Und das schnellste Kunstwerk, das ich je kreiert habe." – John Baldessari
Man werde sich an ihn erinnern als „den Typen, der Punkte über die Gesichter von Leuten klebt", sagte John Baldessari einmal über sich selbst. Insofern war es für den kalifornischen Künstler konsequent den BMW M6 GTLM mit den für ihn typischen Punkten und Flächen zu gestalten - in Rot, Gelb, Blau und Grün. Auf die Fahrerseite brachte er das Wort „FAST" auf, als energetische Erinnerung für Fahrer und Team, schließlich wolle er „erster werden", so Baldessari. Ausdrucksstark, minimalistisch, pur: Baldessaris Art Car war das erste, das ohne Sponsorenlogos in ein Rennen geschickt wurde. Und es war das dritte, das bei einem 24-Stunden-Rennen die Ziellinie überquerte.
#20 Julie Mehretu / BMW M Hybrid V8 / 2024.
"Ich liebe das Zusammenspiel von beidem, von Motorsport und dem Fahrzeug als ästhetischem Objekt. An der Schnittstelle entsteht ein Ort der Träume, an dem Vorstellungskraft, Malerei und Konzeptkunst verschmelzen." – Julie Mehretu
Vielschichtig, dynamisch und monumental sind die Arbeiten der amerikanischen Künstlerin Julie Mehretu. Für ihre großflächigen Leinwände legt sie Medien und Beobachtungen übereinander - Fotos, Social-Media-Einträge, Zitate aus Musik und Literatur - verfremdet, verpixelt und übermalt das Material, fügt eigene malerische Gesten hinzu und schafft auf diese Weise polyphone Schautafeln. Sie selbst nennt ihre Werke „Psychogeografien" und die Räume, die Mehretu damit kartiert, sind stets politisch, global und universell.
„Everywhen" heißt das Gemälde, an dem sie arbeitete, als das Modell des BMW M Hybrid V8 in ihrem Atelier eintraf. Sofort kam der Gedanke: Was, wenn das Rennfahrzeug durch das Bild rasen würde, und seine Oberfläche die Ideen, Zitate und Gesten in sich aufnimmt? Wie bei wenigen Art Cars zuvor verschmelzen in Julie Mehretus BMW M Hybrid V8 die beiden Welten Kunst und Rennstrecke perfekt miteinander - zu einem performativen Kunstwerk, einem vibrierenden, fast synästhetischen Erlebnis.