50 Jahre Elektromobilität bei der BMW Group
E-Mobilität 10.08.2022 8 Min.
50 Jahre Elektromobilität: Wegbereiter und Innovationstreiber.

Die visionäre Geschichte elektrischer BMW Fahrzeuge beginnt mit zwei Autos bei den Olympischen Spielen 1972. Sie sind der Auftakt für bahnbrechende Forschungen und Entwicklungen.

Die BMW Group setzt mit ihren Elektrofahrzeugen eindrucksvoll Maßstäbe. Das Unternehmen bietet schon jetzt zehn Modelle in sechs Baureihen an. Unter den Premium-Herstellern ist dies das breiteste Angebot. Im ersten Halbjahr 2022 konnte das Unternehmen den Absatz rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppeln. Vor 50 Jahren erschien eine solche Bilanz kaum als vage Zukunftsvision: Pkws, die serienmäßig vollelektrisch fahren? Das war nur schwer vorstellbar.

Trotzdem wagte die BMW Group 1972 den Schritt und erwies sich im Rückblick damit als Pionier. Bei den Olympischen Spielen in München wurden zwei umgebaute BMW 1602 vom Organisationskomitee bei verschiedenen Langstreckenwettbewerben als Begleit- und Kamerawagen eingesetzt. Der Beginn einer wegweisenden, vorausschauenden Entwicklung, die sich in aktuellen vollelektrischen Modellen der BMW Group wie den derzeitigen Bestsellern BMW iX3 und Mini Cooper SE oder auch dem viertürigen Gran Coupé i4 sowie dem Premium-SAV iX fortsetzt. Mit der Neuen Klasse, die ab 2025 produziert wird, wird die Transformation zu Elektrofahrzeugen nochmal deutlich an Geschwindigkeit zunehmen.

Der BMW 1602 steht für Pioniergeist.

Die ersten Forschungen starten bereits 1969. Um elektrische Antriebe zu testen, baut BMW auf Basis der BMW 02er Reihe zwei Versuchsfahrzeuge auf. Mit diesen beiden Modelln beginnt alles, nimmt ein Weg seinen Anfang, den das Unternehmen bis heute konsequent, innovativ und selbstbewusst beschreitet. Der BMW 1602 Elektro erreicht eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Seine maximale Reichweite ist mit etwa 60 Kilometern nach heutigen Maßstäben noch gering, aber eine Art von Zauber macht sich von da an im Unternehmen breit. Die BMW Group setzt nach dem Einsatz der ersten beiden Elektrofahrzeuge bei den Olympischen Spielen 1972 erfolgreich verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Gang, um immer bessere und effizientere Elektroantriebe auf die Straße zu bringen. 

50 Jahre Elektromobilität bei der BMW Group

 

Einen markanten Fortschritt markiert im Juni 1975 der BMW LS Elektro. Innerhalb von 14 Stunden kann das Fahrzeug an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose geladen werden. Zwischen 1987 und 1990 dienen acht von Allrad auf Frontantrieb umgerüstete BMW 325iX als Versuchsträger für eine neuartige und wartungsfreie Natrium-Schwefel-Batterie, die eine dreifach höhere Energiedichte gegenüber herkömmlichen Bleibatterien aufweist; ein erneuter Fortschritt, ohne den die heutige Technologieführerschaft der BMW Group undenkbar wäre. Der BMW E1, der auf der Internationalen Automobilausstellung 1991 debütiert, ist ein vollelektrisches Citymobil für vier Personen plus Gepäck - mit kompakten Maßen, alltagsgerechten Fahrleistungen und einer damals beachtlichen Reichweite von bis zu 160 Kilometer im Stadtverkehr. Mit dieser bahnbrechenden Technik nahm das Unternehmen Innovationen moderner vollelektrischer Fahrzeuge vorweg: Die Batterie befindet sich unter den Rücksitzen, der Elektromotor samt Getriebe ist in die Hinterachse integriert. An der Steckdose ist der BMW E1 in sechs Stunden aufgeladen, an einer speziellen Ladesäule dauert der Ladevorgang sogar nur zwei Stunden.

Anfang der 1990er-Jahre entwickelt BMW die elektrische Antriebstechnik weiter in Richtung Serienreife. Auf Basis der dritten Generation des BMW 3er entstehen 25 Versuchsfahrzeuge, in denen neue Komponenten getestet und optimiert werden. Von diesem Projekt 25 werden zwischen 1992 und 1996 acht Fahrzeuge eingesetzt: Das bis dahin weltweit größte öffentliche Forschungsprojekt findet auf der Insel Rügen statt, bei dem unterschiedliche Motoren, Getriebe und Batterien unter Alltagsbedingungen erprobt werden. Der Versuch liefert große Datenmengen und wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Elektromobilität der BMW Group.

Die Ergebnisse sind auch für andere Marken der BMW Group hochinteressant. Mit dem MINI E kommt 2008 zum ersten Mal eine Flotte von mehr als 600 Fahrzeugen für die private Nutzung auf die Straße. Kundinnen und Kunden können über eine Wallbox die Batterien in zweieinhalb Stunden laden. Das Pilotprojekt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind essentiell für das erste elektrisch angetriebene BMW Serienfahrzeug. 

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Ihrer Zeit voraus: BMW i3 und BMW i8.

Ein erster Vorbote wird bereits 2010 mit der Weltpremiere des BMW Concept ActiveE gezeigt. Das vollelektrische Modell basiert auf dem BMW 1er Coupé und ist der Beginn eines neuen Zeitalters für die BMW Group: Zwei Jahre später kündigt das Unternehmen an, seine Elektroautos unter der Submarke BMW i auf den Markt zu bringen. Das erste Serienmodell ist der BMW i3. Ein Fahrzeug, für das es nicht genug Superlative gibt: Innovationstreiber, Impulsgeber und Wegbereiter für lokal emissionsfreies Fahren sind nur einige der Attribute des vollelektrischen Modells.

Bei seiner Markteinführung 2013 ist der BMW i3 ein Exot auf dem Automarkt. Die Elektromobilität steht am Anfang, die BMW Group schreitet selbstbewusst voran. Der von Beginn an ausschließlich als Elektroauto entwickelte BMW i3 begeistert mit einer eigenständigen Fahrzeugarchitektur aus einem Aluminium-Chassis und einer Fahrgastzelle aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK). Schnell wird er zu einem großen Erfolg. Bis zu seinem Produktionsende 2022 verkauft sich der BMW i3 mehr als 250.000 Mal. Er ist das weltweit erfolgreichste Elektrofahrzeug im Kompaktwagensegment. 

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Elektro-Offensive mit den innovativen Technologieführern BMW i4 und iX.

Parallel dazu entwickelt die BMW Group mit dem BMW i8 das erste Plug-in-Hybrid-Modell. Dieser Sportwagen legt den Grundstein für das inzwischen breitgefächerte Angebot an Plug-in-Hybrid-Modellen. Bereits ab 2017 verkauft das Unternehmen mehr elektrifizierte Fahrzeuge als alle anderen etablierten Premium-Anbieter.

Nach stetiger Weiterentwicklung bringt die BMW Group in 2018 die vierte Generation des BMW eDrive auf den Markt, die noch mehr Effizienz und Reichweite ermöglicht. 2020 folgt mit dem BMW iX3 das erste vollelektrische X Modell, das lokal emissionsfreie Fahrfreude mit BMW typischer Sportlichkeit vereint; es ist komfortabel und geräumig wie das Erfolgsmodell X3. Das vollelektrische SAV BMW iX3 ist der Wegbereiter der fünften Generation der BMW eDrive Technologie, die große Fortschritte in den Bereichen Leistungsdichte, Reichweite, Gewicht, Bauraumbedarf und Flexibilität gegenüber dem BMW i3 erzielt.

Der neu konzipierte Motor treibt auch den BMW i4 an; ein vollelektrisches viertüriges Gran Coupé, das 2021 auf den Markt kommt und die perfekte Mischung aus Sportlichkeit, Langstreckenkomfort und nachhaltiger Leistung bietet. Im gleichen Jahr verblüfft die BMW Group mit dem BMW iX: ein vollelektrisches Premium-SAV, das Luxus und Performance mit fortschrittlicher Technologie in den Bereichen Fahrerassistenz, Bedienung, Vernetzung und digitale Services verbindet. 

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Kombination aus Know-how und einem 360°-Nachhaltigkeitsansatz.

Visionär zeigt sich die BMW Group mit ihren elektrischen Fahrzeugen auch in weiterer Hinsicht: Der 360°-Nachhaltigkeitsansatz des Unternehmens umfasst nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zum Recycling, sondern auch die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte von Nachhaltigkeit. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen und deren Gewinnung sowie die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks prägen das zukunftsweisende Verständnis des Unternehmens von Premium-Mobilität. Beispielsweise stammen die für die Hochvoltbatterien benötigten Mengen an Kobalt und Lithium aus kontrollierten Quellen in Australien und Marokko. Aufgrund dessen, wie die Elektromotoren konstruiert sind, kann ganz auf den Einsatz von Metallen der Seltenen Erden verzichtet werden.

Bis spätestens 2050 will die BMW Group vollständig klimaneutral über die gesamte Wertschöpfungskette werden. Ein Ziel vor Augen und eine Entwicklung, die wohl vor 50 Jahren kaum jemand für möglich gehalten hat. Damals, als bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München die ersten elektrischen BMW 1602 auf den Straßen fuhren.