Seitenübersicht: BMW Group - Nachhaltigkeit - Unser Fokus - Umwelt- und Sozialstandards - Nachhaltige Lieferkette
Nachhaltige Lieferkette
Nachhaltiges Lieferantennetzwerk

Sorgfaltspflichten in der Lieferkette verankern.

Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards im Lieferantennetzwerk sicherzustellen, ist das erklärte Ziel der BMW Group. Dazu gehört insbesondere die Beachtung von Menschenrechten und die nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen. 

Transparenz über die weit verzweigten und dynamischen Lieferketten zu erlangen und Warenflüsse rückverfolgbar zu machen ist wichtigste Voraussetzung. Hierfür bauen wir die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Lieferantennetzwerk kontinuierlich aus.

Wir beziehen weltweit von mehr als 32.000 Fertigungs- und Auslieferstandorten Komponenten, Materialien sowie weitere Leistungen. Die damit verbundenen sozialen und ökologischen Sorgfaltspflichten geben wir unseren Lieferanten als Teil unserer vertraglich verpflichtenden Nachhaltigkeitsstandards vor.

Identifizierten Risiken bei unseren direkten und anlassbezogen für unsere indirekten Lieferanten begegnen wir mit Präventions-, Befähigungs- und Abhilfemaßnahmen, die wir systematisch in unseren Prozessen verankert haben. 

Parallel arbeiten wir daran, den Verbrauch von Rohstoffen zu reduzieren, indem wir Alternativen etablieren, die in unseren Fahrzeugen eine Reduktion, Substitution oder sogar den Verzicht von Rohstoffen möglich machen.

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement.

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement

Ein mehrstufiger Sorgfaltspflichtenprozess verankert unsere Verantwortung für das Lieferantennetzwerk in allen relevanten Bereichen der BMW Group. Vorgaben zu Sozial- und Umweltstandards haben wir u.a. in die Entwicklung von Bauteilen, in Warengruppenstrategien, in unser Zielsystem, im Vergabeprozess als Entscheidungskriterien und in die Lieferantenentwicklung aufgenommen. Alle Lieferantenverträge der BMW Group enthalten spezifische Klauseln in den Einkaufsbedingungen, die sich unter anderem an folgenden externen Rahmenwerken und Vorgaben orientieren: 

  • UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

  • Prinzipien des UN Global Compact 

  • Prinzipien der International Labour Organisation 

  • OECD-Leitfaden zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln 

  • Nationaler Aktionsplan der Bundesregierung und dem daraus abgeleiteten Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz 

Die damit verbundenen Ansprüche an uns und unsere Lieferanten sind durch nachfolgende interne Standards im Unternehmen verankert:

Die Strategie orientiert sich an den Sustainable Development Goals (SDGs) und integriert diese in die interne Organisation und ihre Prozesse. Schwerpunkte sind die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards, insbesondere von Menschenrechten, die Reduktion von CO2-Emissionen in der Lieferkette und der Schutz natürlicher Ressourcen.

Die BMW Group hat sich PSC (Performance Steering Cockpit) - Ziele zur Wahrnehmung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Lieferantennetzwerk gesteckt, die vergütungsrelevant für unsere Führungskräfte sind. So haben wir uns beispielsweise zum Ziel gesetzt, bei Lieferanten mit einem potenziellen Risiko, Nachhaltigkeitsstandards zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit Hilfe von Präventionsmaßnahmen sicherzustellen. Dabei fokussieren wir uns auf den Vergabezeitpunkt und Produktionsstart bei ca. 1.300 unmittelbaren Lieferantenstandorten für Fahrzeugteile jährlich und vereinbaren korrektive Präventionsmaßnahmen zur Minimierung potenzieller Umwelt- und Menschenrechtsrisiken. Die Umsetzung stellen wir mit Hilfe von Kontrollmechanismen wie Zertifizierungen und Überprüfungen am Lieferantenstandort (Audits) sicher.

psc ziele

Der Kodex erläutert, wie wir Menschenrechte und gute Arbeitsbedingungen fördern und die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umsetzen. Zentrale Themen des Kodex sind die Gleichbehandlung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Recht auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz oder der Schutz von persönlichen Daten. Der Kodex gilt für Beschäftigte, Lieferanten und autorisierte Vertriebspartner.

Unser Nachhaltigkeitsstandard für das Lieferantennetzwerk fasst die Leitprinzipien der BMW Group für das weltweite Lieferantennetzwerk in Übereinstimmung mit international anerkannten Standards und Richtlinien zu ESG-Themen zusammen. Eine Aktualisierung der identifizierten Risiken in unserem Lieferantennetzwerk erfolgt anlassbezogen. Wir verlangen von unseren Geschäftspartnern, dass sie alle rechtlichen Anforderungen stets einhalten, die Umwelt schützen und die Menschenrechte wahren. Diese Anforderungen konkretisieren wir unter anderem in den Anfrageunterlagen und Einkaufsbedingungen unserer Lieferantenverträge. Sie gelten somit für alle BMW Group Lieferanten.

Wichtige Rohstoffe im Überblick.

Wir analysieren und priorisieren Rohstoffe fortlaufend in Bezug auf Verletzungen von Umwelt- und Sozialstandards im Rahmen unserer Materialstrategie. Potenzielle Risiken treten vor allem bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung von 37 für uns relevanten Rohstoffen und Rohstoffgruppen auf. Diesen begegnen wir mit BMW Group spezifischen sowie standardisierten, präventiven und reaktiven Maßnahmen, die auf jeden Rohstoff abgestimmt sind. 

Eine besondere Herausforderung ist es dabei, innerhalb des komplexen und dynamischen Lieferantennetzwerks Transparenz und Rückverfolgbarkeit herzustellen. Dieser Herausforderung begegnen wir unter anderem mit unserem Engagement bei Catena-X, einer Allianz für sicheren und standardisierten Datenaustausch. Die nachfolgenden Rohstoffsteckbriefe geben zu unseren Maßnahmen Aufschluss und werden laufend erweitert.

Risikoanalyse und -vermeidung.

Die Grundvoraussetzung für die Vergabe jedes Auftrags ist die Einhaltung der von uns vorgegebenen Nachhaltigkeitsanforderungen. Aus diesem Grund bewertet die BMW Group fortlaufend Nachhaltigkeitsrisiken und -auswirkungen in ihrem Lieferantennetzwerk, um ihren ökologischen und menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen. Wir bestimmen den notwendigen Handlungsbedarf und leiten daraus Präventions- und Abhilfemaßnahmen ab, die wir dann gemeinsam mit unseren Lieferanten umsetzen.

Risiken kennen.

Um Nachhaltigkeitsrisiken und -auswirkungen im Lieferantennetzwerk fortlaufend zu bewerten, nutzt die BMW Group verschiedene Instrumente.

Alle beauftragten sowie potenziellen Lieferantenstandorte der BMW Group werden auf Basis unseres Risikofilters bewertet, der auf unterschiedliche länder- und warengruppenspezifische Risikodatenbanken zurückgreift. Ergänzt wird diese Risikosicht um warengruppenspezifische Einschätzungen unserer internen Einkaufsexpertinnen und -experten.

In einem ersten Schritt werden potenzielle und aktive Lieferantenstandorte nach länderspezifischen sowie regionalen Umwelt- und Menschenrechtsrisiken geclustert. Als Basis hierfür dienen standardisierte Risikolandkarten der Responsible Business Alliance (RBA) sowie weitere Datenquellen, die den Fokus auf Lieferkettenrisiken legen. 
 
Diese Risiken werden in einem zweiten Schritt mit warengruppen- und unternehmensspezifischen Risiken kombiniert. Grundlage hierfür sind standardisierte Online-Assessments der (potenziellen) Lieferantenstandorte, welche die sozialen, ökologischen und Governance-Risken der Unternehmen inklusive ihrer eigenen Lieferketten (n-Tier) ermitteln. 

So können potenzielle Risiken auf Grundlage der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Schwere sowie unseres möglichen Verursachungsbeitrages gemessen am Einkaufsvolumen, ermittelt und dargestellt werden. Ergebnisse aus unseren Risikoanalysen können online eingesehen werden.

Zur Identifizierung potenzieller und tatsächlicher Risiken unserer unmittelbaren (Tier-1) und mittelbaren (Tier-n) Lieferanten setzen wir zusätzlich Methoden künstlicher Intelligenz ein, um beispielsweise Medienberichte zu analysieren und zu bewerten.

Entlang ihrer weltweiten Wertschöpfungskette hat die BMW Group Mindestanforderungen an Lieferantenstandorte definiert. Die Mindestanforderungen beinhalten beispielsweise die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen, welche potenzielle negative Auswirkungen für Betroffene, wie beispielsweise Mitarbeiter der Lieferanten, minimieren. Die Einhaltung dieser Anforderungen werden mit Hilfe des Drive Sustainability Nachhaltigkeits-Fragebogens geprüft. 

Unmittelbare und anlassbezogen mittelbare Lieferanten sind verpflichtet, Auskunft über ihre Nachhaltigkeitsleistung und die von ihnen durchgeführten Präventions- und Abhilfemaßnamen zu geben. Die Auskünfte werden von einem unabhängigen Dritten auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Von neuen Lieferanten werden diese Auskünfte im Rahmen des Vergabeprozesses eingeholt. Bei bestehenden Geschäftsbeziehungen müssen sie fortlaufend durch die Lieferanten aktualisiert werden. 

karte

Risikoanalyse und Präventionsmaßnahmen zur Minimierung potenziell negativer Auswirkungen auf Betroffene. Fertigungsstandorte von unmittelbaren Lieferantenstandorten, die ab 2023 Bauteile an die BMW Group liefern werden.

Wir führen bei Lieferanten, bei denen wir ein besonders hohes Risiko identifiziert haben, zusätzlich Überprüfungen am Lieferantenstandort mittels eigener Assessoren oder externer Auditoren durch. Hierfür engagieren wir uns bei der Responsible Business Alliance (RBA) und im Verband der Automobilindustrie (VDA). Gemeinsam mit anderen Automobilherstellern und Lieferanten haben wir im VDA ein Assessment-Programm speziell für die durch mittelständische Unternehmen geprägte Automobilindustrie mitentwickelt, das wir ab 2022 mit der dafür neu gegründeten Responsible Supply Chain Initiative (RSCI) umsetzen werden. Das industrieübergreifend etablierte Auditprogramm der RBA nutzen wir seit einigen Jahren vor allem für große Lieferantenstandorte. Bei beiden Initiativen werden die Auditergebnisse auf Plattformen unter den teilnehmenden Unternehmen geteilt. Auf diese Weise werden Mehrfachüberprüfungen vermieden und die Akzeptanz bei den auditierten Unternehmen erhöht.

Im Rahmen von Lieferketten-Assessments identifiziert die BMW Group auch Risiken bei mittelbaren Lieferanten, die in nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zwischen Tier-1-Lieferanten und Rohstofflieferanten angesiedelt sind. Die Prüfung erfolgt unter anderem über ein Supply Chain Mapping mit Hilfe von Medienanalysen.

Risiken begegnen.

Um den identifizierten Risiken bei mittelbaren Lieferanten zu begegnen, erarbeitet die BMW Group rohstoffspezifische Nachhaltigkeitsstrategien und leitet daraus Befähigungs- und Absicherungsaktivitäten sowie Pilotprojekte ab.

Kritische Rohstoffe wie Lithium und Kobalt – Schlüsselrohstoffe für die Produktion von Batteriezellen – kaufen wir für die aktuelle, fünfte Generation vollständig direkt bei Rohstofflieferanten ein und stellen sie den Produzenten unserer aktuellen Generation von Batteriezellen zur Verfügung. So erreichen wir eine vollständige Rückverfolgbarkeit (Mass Balance) zur Herkunft und Transparenz hinsichtlich der Abbaumethoden.

Die mengenmäßige Reduktion, Substitution sowie der Entfall von Hochrisiko-Primärrohstoffen sind zentrale Hebel, um Risiken zu reduzieren und so die ökologische und soziale Nachhaltigkeit in unserem Lieferantennetzwerk zu verbessern. So haben wir den Einsatz von Kobalt im Kathodenmaterial in unserer aktuellen Generation von Batteriezellen auf unter 10 % gesenkt. Der Elektromotor der gleichen Generation kommt vollständig ohne seltene Erden aus. Bereits 2013 haben wir mit dem BMW i3 Standards gesetzt und damit begonnen, Leder für die Sitzbezüge einzusetzen, das mit einer Essenz aus OIivenblättern gegerbt wird. Damit verzichten wir auf die potenzielle umwelt- und gesundheitsgefährdende Chromgerbung.

Konfliktmineralien stehen besonders im Fokus der BMW Group. Durch die Nutzung von standardisierten Anwendungen wie dem Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) und der Responsible Minerals Initiative (RMI) sorgt die BMW Group für die Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Rohstoffe von Tier-1-Lieferanten bis hin zur auditierten Hütte. Für die in Komponenten und Werkzeugen enthaltenen 3TG-Mineralien hat die BMW Group gemeinsam mit ihren Lieferanten beispielsweise eine nahezu vollständige Rückverfolgbarkeit erreicht.

Prävention und Abhilfe.

Prävention und Abhilfe

Mit der Unterzeichnung eines Vertrags mit der BMW Group verpflichtet sich der Lieferant, erforderliche Präventions- oder Abhilfemaßnahmen spätestens zum Produktionsstart oder zu einem vereinbarten Zieltermin umzusetzen. Er bestätigt auch, die Einhaltung dieser Vereinbarungen von seinen Unterauftragnehmern einzufordern und nachzuhalten. Zum Produktionsstart messen wir im Rahmen eines PSC-Ziels den Umsetzungsstand der extern validierten Präventionsmaßnahmen. Um Lieferanten zu ihren Sorgfaltspflichten zu sensibilisieren und zur Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen zu befähigen, bieten wir ihnen darüber hinaus ein umfassendes Schulungsprogramm an.

Wichtige Präventions- und Abhilfemaßnahmen.

Unmittelbare Lieferanten sind direkte Lieferanten (Tier-1) der BMW Group.

Menschenrechte.

Eine Richtlinie zu Arbeitsbedingungen und Menschenrechten, die unter anderem die identifizierten Kernthemen Kinderarbeit und junge Arbeitnehmer, Löhne und Sozialleistungen, Arbeitszeit sowie moderne Sklaverei enthält, ist für alle unsere unmittelbaren Lieferanten verpflichtend. 

Lieferanten mit mehr als 500 Beschäftigten beauftragen wir nur, wenn sie ein zertifiziertes Arbeitsschutzmanagementsystem nach ISO 45001 vorlegen können.

Umweltschutz.

Unmittelbare Lieferanten, die mehr als 50 Mitarbeiter haben, müssen unter anderem eine Umweltschutzrichtlinie sowie Kontrollmechanismen zu Umweltaspekten wie ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem etabliert haben. 

Kommunikation und Sensibilisierung.

Unmittelbare Lieferanten mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen einen Nachhaltigkeitsbericht und einen Verhaltenskodex veröffentlichen. Zudem sind Mitarbeiterschulungen zum Thema Nachhaltigkeit – insbesondere zu Umwelt, Arbeitsbedingungen und Menschenrechten – durchzuführen.

Mittelbare Lieferanten agieren in nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zwischen Tier-1-Lieferanten und Rohstofflieferanten. Sie erreichen wir über Verpflichtungen mit unseren unmittelbaren Lieferanten.

Menschenrechte.

Präventionsmaßnahmen zum Management mittelbarer Lieferanten fordern wir bei unmittelbaren Lieferanten mit mehr als 100 Mitarbeitern ein. Diese beinhalten zum Beispiel das Vorhandensein von Nachhaltigkeitsanforderungen für Lieferanten u.a. zu den identifizierten Risiken Kinderarbeit und junge Arbeitnehmer, Löhne und Sozialleistungen, Arbeitszeit, Vereinigungsfreiheit und Arbeitsschutz.

Umweltschutz.

Unmittelbare Lieferanten mit mehr als 100 Mitarbeitern müssen bei ihren Lieferanten ein Management zu den Umweltschutzhemen Luft- und Wasserqualität, Chemikalienmanagement, Abfallmanagement sowie Kontrollmechanismen in Bezug auf Umweltschutz einfordern.

Kommunikation und Sensibilisierung.

Von unmittelbaren Lieferanten mit mehr als 100 Beschäftigten fordern wir eine Übermittlung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen an deren Zulieferer (Tier-2). Damit sollen auch unsere mittelbaren Lieferanten zu den Nachhaltigkeitsanforderungen der BMW Group sensibilisiert werden.

Maßnahmen umsetzen.


Seit 2014 identifizieren wir integriert in unseren Beschaffungsprozess mögliche Umwelt- und Menschenrechtsrisiken auf Standortebene bei potenziellen Lieferanten. Mit diesen Lieferanten vereinbaren wir zum Zeitpunkt der Vergabe korrektive Präventionsmaßnamen zur Minimierung dieser Risiken. So konnten wir im Jahr 2021 bei 196 Lieferantenstandorten bereits vor der Vergabe unter anderem Risiken aufgrund fehlender Präventionsmaßnahmen in den Bereichen Arbeitsschutz, Berichterstattung und Umweltmanagement identifizieren. 97 % dieser Lieferantenstandorte implementierten die Präventionsmaßnahmen bis zum Produktionsstart oder konnten mittels begründeter Abweichungen nachweisen, weshalb die Einführung der Maßnahmen bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgen konnte. Die Implementierung der fehlenden Präventionsmaßnahmen muss zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.

Lieferanten und Beschäftigte schulen.

Begleitend zu den geforderten Präventionsmaßnahmen, bietet die BMW Group ein breites Schulungsangebot an, das sich an interne Einkäufer sowie externe Lieferanten richtet. Um die Aufmerksamkeit für Sozial- und Umweltstandards zu erhöhen, erklären wir Wirkungszusammenhänge und machen unsere Erwartungshaltung deutlich. Um am Anfang der Lieferkette aktiv zu werden, gehen wir gemeinsam mit Partnerunternehmen neue Wege:

  • Um mindestens 80 Prozent der mehr als 800 Einkäufer der BMW Group zum Thema Nachhaltigkeit zu schulen, führen wir verpflichtende und freiwillige Schulungen zu diesem Thema durch. 2014 haben über 96 % der Einkäufer an diesen Basisschulungen teilgenommen.
  • Branchenweit führen wir über die Initiative Drive Sustainability standardisierte Schulungen für Lieferanten durch, die im Bereich der Nachhaltigkeit vertiefende Kenntnisse benötigen. Zwischen 2013 und 2022 hat die BMW Group auf diesem Wege über 400 Nachhaltigkeitsbeauftragte des Lieferantennetzwerks zu Themen wie Versammlungsfreiheit, Diskriminierung,. Arbeitsschutz, Entlohnung sowie Arbeitszeiten geschult.
  • BMW Group spezifische Schulungsformate für Lieferanten finden beispielsweise im Rahmen von Veranstaltungen statt, die wir für Lieferanten initiieren. Beim BMW Group Lieferantendialog 2021 konnten wir uns so mit 350 Lieferanten zu wichtigen Aspekten hinsichtlich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit austauschen. 
  • Weitere BMW spezifische Schulungen werden im Rahmen des Befähigungsprogramms RE:DRIVE SUSTAINABLE SUPPLY CHAINS für Mitarbeiter und Lieferanten 2022 ausgerollt.
  • Im Rahmen der branchenübergreifenden Initiative Cobalt for Development hat die BMW Group gemeinsam mit Partnern Schulungen für 14 Kooperativen des Kleinstbergbaus initiiert. Die Schulungen decken wichtige Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte für verantwortungsvolle Bergbaupraktiken ab. 

Wirksamkeit und Beschwerdemechanismen.

Die BMW Group überprüft fortwährend die Wirksamkeit ihrer Präventions- oder Abhilfemaßnahmen. Seit 2021 kommt hierfür auch eine standardisierte Anwendung der Responsible Business Alliance (RBA) zum Einsatz. Die Anwendung erfolgt für Hochrisikolieferanten, die Teil des Auditprogramms der RBA sind und noch keinen eigenen Beschwerdemechanismus haben. Um die Wirkung unserer Maßnahmen zu validieren, führen wir risikobasierte Überprüfungen von Umwelt- und Sozialstandards durch und wenden hierfür verschiedene Riskotools und Assessments an. Bei Lieferanten mit identifizierten, schweren Verstößen gegen Nachhaltigkeitsstandards stellen wir im Rahmen von Wirksamkeitsprüfungen fest, ob korrektive Präventions- und Abhilfemaßnahmen implementiert wurden. Durch Interviews mit Betroffenen erfahren wir, ob die Maßnahmen auch angewendet werden.

Darüber hinaus haben wir weitere, eigene Beschwerdemechanismen etabliert, die unseren Lieferanten und Beschäftigen zur Verfügung stehen.

Seit 2020 engagieren wir uns in einer Arbeitsgruppe des Branchendialogs Automobilindustrie beim Aufbau eines branchenweiten Beschwerdemechanismus.

Beschwerdemechanismen.

Hinweise auf mögliche Verstöße gegen die Grundsätze der BMW Group zur Nachhaltigkeit im Lieferantennetzwerk bearbeitet unsere Human Rights Contact Supply Chain. Hier können Hinweise anonym abgegeben werden.

Der BMW Group Compliance Contact beantwortet Fragen rund um den BMW Group Kodex zu Menschenrechten und Arbeitsbedingungen und berät bei der Bewertung möglicher Verstöße und der weiteren Vorgehensweise. Die Helpline steht allen Mitarbeitern, Kunden, Zulieferern sowie sonstigen externen Personen zur Verfügung. Das Gleiche gilt, wenn Schwachstellen oder sonstige Umstände bemerkt werden, die zu Rechtsverstößen führen können. Auf Wunsch kann dies auch anonym mitgeteilt werden. 

Die BMW Group sichert Hinweisgebern zu, dass sie im Falle einer anonymen Meldung keinerlei Schritte unternimmt, den Hinweisgeber zu identifizieren. Ausgenommen hiervon ist eine missbräuchliche Nutzung des BMW Group Compliance Contact.

Der BMW Group Compliance Contact steht in den Sprachen Deutsch und Englisch zur Verfügung.

Zusätzlich bietet die BMW Group ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, Hinweise auf mögliche Menschenrechtsverstöße im Unternehmen anonym und vertraulich über die BMW Group SpeakUP Line zu melden. Die BMW Group SpeakUP Line ist in allen Ländern, in denen BMW Group Mitarbeiter tätig sind, über lokale, kostenfreie Rufnummern in insgesamt 34 Sprachen durchgängig zu erreichen. Alternativ können Mitarbeiter ihre Meldungen online eingeben.

Die Bearbeitung eingehender Fragen und Hinweise erfolgt durch ein Human Rights Response Team, dem auch ein Mitglied der Arbeitnehmervertretung des betroffenen Standorts angehört. An internationalen Standorten wird zusätzlich ein Vertreter des EURO-Betriebsrats hinzugezogen. Fallweise werden auch relevante Fachabteilungen oder externe Stakeholder eingebunden. Das Team überprüft die gemeldeten Sachverhalte und leitet die erforderlichen Schritte ein. 

Sollte die Überprüfung ergeben, dass die BMW Group direkt oder indirekt einen Verstoß verursacht oder dazu beigetragen hat, werden angemessene korrektive Maßnahmen eingeleitet. Verstöße von Mitarbeitern gegen die im BMW Group Kodex zu Menschenrechten und Arbeitsbedingungen beschriebenen Menschenrechtsprinzipien können zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen entsprechend der lokalen Gesetzgebung führen.

Weiterführende Informationen.

Illustration BMW Group Bericht

BMW GROUP BERICHT 2021.

Alle Daten und Fakten in unserem aktuellen Bericht.

Ihre Ansprechpartner.

Die BMW Group stellt sich den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Dabei spielen soziale und ökologische Sorgfaltsplichten in unserem Lieferantennetzwerk eine zentrale Rolle. Wir reagieren auf Fragen – auch auf unbequeme – gewissenhaft und bieten nachvollziehbare Antworten an. Haben Sie noch Fragen oder Anregungen rund um das Thema Lieferantennetzwerk? Wir geben Ihnen gerne Auskunft über unsere Ansätze und Ziele.