Thomas Becker
Nachhaltigkeit 13.01.2022 4 Min.
“Wir brauchen viel Mut.”

In der Nachhaltigkeits-Serie „WIRkung“ beleuchtet die BMW Group, welchen nachhaltigen Beitrag unterschiedlichste Menschen im Unternehmen leisten – und was sie dazu motiviert. Heute: Thomas Becker.

Nachhaltigkeit hat bei der BMW Group viele Facetten, denn unter diesem Begriff bringen wir Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft in Einklang. Um diesen hohen Anspruch realisieren zu können   , braucht es engagierte Mitarbeitende. Alle können einen Beitrag dazu leisten, die BMW Group nachhaltig zu machen.

Wer sind all die Kolleginnen und Kollegen, die in ihrem Arbeitsalltag Nachhaltigkeit realisieren? Was treibt sie an, überall im Unternehmen konkret anzupacken? In ihrer Nachhaltigkeits-Serie „WIRkung“ stellt die BMW Group jene Mitarbeitende vor, die Tag für Tag ihren Beitrag zur breit gefächerten und verantwortungsvollen Weiterentwicklung unseres Unternehmens leisten.

Im vierten Teil unserer Serie verrät Thomas Becker (55), Leiter für Nachhaltigkeit und Mobilität, welche Vorreiterrolle die BMW Group beim Thema Nachhaltigkeit innehat und warum es mutige Menschen braucht, um auf allen Ebenen einen wirklich nachhaltigen Wandel herbeizuführen.

Thomas Becker

Thomas Becker, wie würden Sie Ihre Aufgabe und die Funktion Ihrer Abteilung beschreiben?

Thomas Becker: Wir haben mit der Abteilung Nachhaltigkeit und Mobilität eine Funktion geschaffen, in der es darum geht, Nachhaltigkeit in die BMW Group Konzernstrategie zu integrieren und nachhaltige individuelle Mobilität sicherzustellen. Ganz den Worten von Oliver Zipse, dem Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, folgend: „Wir machen nicht Nachhaltigkeit bei BMW, sondern die BMW Group nachhaltig“. Schlussendlich geht es darum, die Nachhaltigkeitsziele bis an die Basis zu bringen, sie in das Konzern-Zielsystem zu integrieren und die BMW Group von innen heraus nachhaltig zu machen. Damit wir ehrlich und überzeugt sagen können: Natürlich sind wir nachhaltig! Meine persönliche Rolle ist dabei die eines Übersetzers: Ich muss immer wieder zwischen den Ansprüchen von außen und innen abgleichen.

Wie definieren Sie Ihr Ziel in diesem Zusammenhang? Was möchten Sie persönlich erreichen?

Becker: Ich möchte, dass die BMW Group auch in 20 Jahren noch erfolgreich ist – und dass der Rest der Welt dann immer noch der Meinung ist, dass es der Welt mit uns besser geht als ohne uns. Wir sind sehr exponiert in der öffentlichen Wahrnehmung. Die BMW Group steht für Freiheit, für Individualität und Differenzierung, das soll auch so bleiben. Nachhaltigkeit ist dabei eine selbstverständliche Voraussetzung. Gleichzeitig sind wir als Premium-Automobilhersteller immer wieder im Fokus der politischen Debatte. Deswegen müssen wir bei allem, was wir tun, verlässlich, transparent und nachvollziehbar sein. Das gilt gerade auch für Nachhaltigkeit. Persönlich möchte ich irgendwann sagen können: Mit unserem Nachhaltigkeitsansatz haben wir Wirtschaft, Umwelt und Soziales in Einklang gebracht. Dabei bin ich überzeugt, dass marktwirtschaftlicher Wettbewerb um nachhaltige Lösungen der richtige Weg ist, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Mit Innovationen und neuen Ideen gehen wir in die richtige Richtung und können die Probleme lösen.

Thomas Becker

Wo liegen denn die Stolperfallen, wenn es darum geht, Wirtschaft, Umwelt und Soziales zu vereinbaren?

Becker: Man stolpert in diesem Kontext vor allem über zu einfache Ursache-Wirkung-Beziehungen, zum Beispiel ein Verbrenner-Verbot. Es ein Trugschluss, dass mit der Umstellung auf Elektromobilität die Pariser Klimaziele erfüllt sind. Die Frage ist doch, wie man nachhaltige und mit allen Dimensionen vereinbare, neue Lösungen findet und zeigt, wie sie wirken. Eine zweite Stolperfalle sind fehlende Preisschilder. Denn berechenbare Preise sind viel wirksamer als Detailregulierungen, daher unterstützen wir zum Beispiel auch den Emissionshandel.

Und umgekehrt gefragt: Wer oder was hilft, die drei Dimensionen zusammenzubringen? Welche Erfolge gibt es?

Becker:
 In erster Linie brauchen wir eine stringente Logik, an welchen Schrauben wir drehen können. Unsere Maßnahmen müssen für die nächsten fünf bis zehn Jahre be- und durchrechenbar sein. Wir müssen Szenarien durchspielen, wie sich die Welt verändert, und daraus ableiten, welcher Weg der richtige ist. Außerdem hilft es, den bereits gewohnten Weg infrage zu stellen. Strategie bedeutet, Fragezeichen zu setzen. Es ist ein Prozess, eine laufende Diskussion, immer wieder neu und voller Engagement. Natürlich verzeichnen wir bereits Erfolge. Wir haben die richtigen Voraussetzungen geschaffen. Im Vergleich der Automobilhersteller untereinander liefert die BMW Group die besten Zahlen. Wir haben die CO2-Emissionen unserer Flotte signifikant reduziert, die Substanz verändert und erfüllen so die CO2-Ziele der EU . Dabei handeln wir aus eigener Motivation heraus nachhaltig und rennen nicht jedem Trend hinterher. Die BMW Group hat als Vorreiter die Start-Stopp-Automatik entwickelt. Jetzt hat sie jeder. Wir haben den BMW i3 auf die Straße gebracht – das hat damals niemand gefordert. Und wir haben einen Elektromotor ohne seltene Erden entwickelt, einfach, weil wir uns nach dem richtigen Weg fragen. Das heißt: Wir machen uns schon lange auf die Suche nach der besten marktwirtschaftlichen Lösung für nachhaltige Fahrzeuge. Und wir geben unseren Kunden das, wofür sie bereit sind, viel Geld auszugeben. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit, aber auch mit Blick auf ihre Erwartungen. Die BMW Group ist ein Premiumhersteller mit höchsten Anforderungen an Produkt und Qualität. Wir wollen mit diesen Eigenschaften in der Gesellschaft wahrgenommen werden, ohne dass Luxus mit Verschwendung gleichgestellt wird.

Thomas Becker

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, seitdem Sie die Strategiefunktion für Nachhaltigkeit übernommen haben? Gibt es etwas, worauf Sie stolz sind?

Becker: Ich beschäftige mich jetzt sehr intensiv mit den Entscheidungsprozessen und der Steuerung des Unternehmens und frage mich auch in diesem Kontext immer wieder, wie wir das Thema in die Normalität bringen können. Aus meiner Sicht darf Nachhaltigkeit kein verordnetes Verhalten sein, die Menschen müssen die Wahl haben. Aber nachhaltig sollte normal sein. Für echten Stolz ist es viel zu früh, es ist noch nicht die Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Aber die Dynamik, die aus der Mannschaft kommt, ist sehr erfreulich. Denn wir haben die intrinsische Motivation, vorauszufahren – auch in Sachen Nachhaltigkeit.

In einem Satz: Was motiviert Sie tagtäglich wieder, was treibt Sie an?

Becker: Es motiviert mich, wenn ich wieder weitergekommen bin, als ich vorher war! Das Unternehmen geht voran, wir verändern eine Menge und wir sind wirksam, unsere Erfolge sind messbar. Auch wenn es häufig keine einfache Lösung gibt. Wir müssen unbequeme Fragen stellen, Meinungen von außen einholen und damit richtig umgehen. Und wir brauchen Mut, viel Mut. Wir treffen Entscheidungen auf einer unsicheren Basis, wir können uns nur annähern,. Wir entscheiden auf Basis von Wahrscheinlichkeiten: Was bietet die höchste Wahrscheinlichkeit, der richtige Weg zu sein? Wir müssen immer wieder neu abwägen.

Und wann ist es gut?

Becker: Es gibt keinen Endpunkt. Wir können nur Etappenziele erreichen und unseren Beitrag leisten.

Auch in den kommenden Portraits aus unserer Nachhaltigkeits-Serie „WIRkung“ beschreiben engagierte Kolleginnen und Kollegen ihre Motivation und erklären, welchen Beitrag sie zum Thema Nachhaltigkeit innerhalb der BMW Group leisten. 

„WIRkung - Wir machen die BMW Group nachhaltig.“
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