Voneinander lernen.

Vielfalt hat bei der BMW Group einen hohen Stellenwert. Das zeigt sich nicht nur auf Aktionstagen, wie der „Diversity Woche“, sondern auch am Beispiel von zwei gehörlosen Azubis aus dem BMW Group Werk in Leipzig.

Wenn Gillian Wacht und Jimmy Grunst von einem BMW sprechen, klopfen sie sich dreimal mit der Faust aufs Kinn, für B-M-W, und beugen die Arme zum Bizeps, für Power. Gillian und Jimmy sind gehörlos und absolvieren im BMW Group Werk in Leipzig  gerade ihre Ausbildung zum Fertigungsmechaniker. Auf die Handzeichen haben sie sich mit ihren Ausbildern, Enrico Horn und Roy Grambow, und den anderen Azubis geeinigt. Denn in der Gehörlosensprache sind nicht alle Begriffe vorgegeben – da muss man schon mal kreativ werden.

Das Team in Leipzig ist ein Beispiel von vielen, das zeigt, dass Vielfalt bei der BMW Group tatsächlich gelebt wird. Wie sehr die Themen Toleranz und Respekt die Mitarbeiter der BMW Group aktuell beschäftigen, machte sich Anfang Juni auch am Standort München bemerkbar, wo allein für mehr als 3.700 Mitarbeiter Veranstaltungen im Rahmen der bundesweiten „Diversity Woche“ - angeboten wurden. Als Mitglied der Initiative „Charta der Vielfalt“ veranstaltete die BMW Group die Aktionswoche in diesem Jahr zum sechsten Mal. Zeitgleich zeigten auch 28 weitere Dax-Konzerne Flagge. Sie haben die Charta, unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, unterzeichnet und sich dazu verpflichtet, alle Mitarbeiter gleichermaßen zu respektieren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft,  Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität (www.charta-der-vielfalt.de).  Das Interesse unserer Mitarbeiter an den Diversity Tagen war in diesem Jahr extrem groß“, sagte Mirjam Wipfler, zuständig für das Thema Diversity bei der BMW Group. „Das freut mich, weil wir damit für unser Unternehmen eine immer breitere Basis für eine offene, leistungsstarke Belegschaft schaffen, in die jeder seine Talente einbringen kann.“

Voneinander lernen

Für eine gelungene Integration wie in Leipzig müssten sich alle Seiten aufeinander zubewegen, weiß Ausbilder Horn. Gemeinsam mit seinem Kollegen Grambow ging er  mit gutem Beispiel voran und lernte auf eigene Initiative die Gebärdensprache. In der täglichen Morgenrunde mit den Azubis übersetzen sie inzwischen mit den Händen simultan den Tagesplan. Doch auch die anderen Azubis sind gefordert. Für sie wurde  am Ende der Runde die „Gebärde des Tages“ eingeführt. So lernen auch sie nach und nach, mit ihren beiden Mit-Azubis zu kommunizieren. Zusätzlich begleiten sie Jimmy und Gillian als Paten bei ihren Einsätzen in den Produktionsbetrieb, die als fester Bestandteil zu ihrer Ausbildung gehören. Wie selbstverständlich sich die Jugendlichen auf die Integration einlassen, hat Horn selbst überrascht. „Die beiden gehören einfach dazu“, sagt er. Einen professionellen Dolmetscher benötigt das Team nur, wenn es um komplexere Themen, wie beispielsweise um die Arbeitssicherheit, geht. „Dafür reichen unsere Grundkenntnisse in der Gebärdensprache nicht aus“, sagt Horn. Doch Jimmy und Gillian helfen auch selbst mit. Sie lesen von den Lippen, halten Zettel und Stift bereit oder kommunizieren aktiv per Tablet. Die beiden sind offen, neugierig, wollen sich integrieren. Unbedingt. „Das ist wichtig“, weiß Horn. „Wir können ihnen entgegenkommen,  sie unterstützen, ihnen aber keinen komplett geschützten Raum bieten“. Doch Gillian und Jimmy haben schon zwei Vorbilder: ihre beiden Vorgänger. Diese haben ihre Ausbildung im Leipziger Werk bereits 2017 abgeschlossen und arbeiten heute als festangestellte Mitarbeiter in der Produktion des Leipziger Werkes. Doch die Integration Gehörloser funktioniert nicht nur in Leipzig. Auch andere Werke der BMW Group haben bereits Erfahrungen mit Gehörlosen und hörgeschädigten Mitarbeitern gesammelt.

Für Dirk Wottgen, Personalleiter im BMW Group Werk in Leipzig steht auf jeden Fall fest: „Vielfalt ist für uns eine Chance, um im Team die beste Leistung zu erbringen und gleichzeitig das Potenzial an Fachkräften in unserer Gesellschaft noch besser auszuschöpfen“.