Virtual Reality.

Neue Technologien könnten die Arbeitsprozesse bei der BMW Group bald kräftig umkrempeln.  Ein Besuch im Virtual Reality Lab der BMW Group zeigt, was das bedeuten könnte. Denn dort baut ein junges, internationales Team für den Logistikbereich virtuell Räume und Szenarien nach, mit denen sich verschiedene Lager-, Planungs- und Trainingsprozesse schon heute nachhaltig optimieren lassen.

Im Team von Jimmy Nassif geschieht Ungewöhnliches. Die Mitarbeiter sind Informatiker, Industrial Designer, Architekten oder auch Elektro-und Games Ingenieure. Sie kommen aus Australien, Amerika, Indien, China, aus dem Libanon und aus Deutschland. Kaum jemand ist älter als 25 Jahre alt. Eine junge, auffällig bunte Truppe, die bei der BMW Group schon bald so manchen Arbeitsablauf verändern könnte. Denn im Virtual Reality Lab mit Sitz im Forschungs- und Entwicklungszentrum der BMW Group (FIZ) werden derzeit für den Logistikbereich virtuelle Räume und Szenarien entwickelt, die sich über eine VR Brille realitätsnah erleben lassen. Ganze Lagerhallen können Jimmy und seine Leute auf diese Weise schon originalgetreu abbilden. Innerhalb eines Radius von sieben Quadratmetern können sogar komplette Arbeitsabläufe nachgestellt werden. Noch werden die einzelnen Werkzeugteile per Controller im virtuellen Raum bewegt, doch Sensoren, die sich an den Fingern anbringen lassen, werden diesen Prozess schon bald noch realistischer erscheinen lassen. „Mit den Sensoren können die Mitarbeiter die Gegenstände – beispielsweise für die Installation eines Achsenaufsatzes – hochheben, bewegen und wegtragen“, sagt Jimmy.

Schon heute setzt die BMW Group die von Jimmy und seinem Team entwickelten Technologien ein, um optimale Volumenalgorithmen für das Beladen von LKW und Paletten zu entwickeln. Oder man testet anhand präziser 3-D-Daten ganze Lagerhallenkonstruktionen hinsichtlich ihrer Sicherheit. So hat man die geplante Mikrozink-Anlage in Dingolfing bereits millimetergenau nachgebaut, um Unfallrisiken – zum Beispiel durch überstehende Röhren oder Stahlstangen – von vorneherein auszuschließen. „Mit der VR Brille erreichen wir virtuell jeden Winkel der Halle und können so im Vorfeld 20 bis 30 Prozent der Risiken vermeiden“, sagt Jimmy.

Spannend wird es auch für die Mitarbeiter, die für neue Aufgaben demnächst gar nicht mehr vor Ort geschult werden müssen. Denn viele Prozesse lassen sich mit der VR Brille überall auf der Welt trainieren. Die ersten, die davon profitieren, dürften die Mitarbeiter des neuen BMW Group Werks in Mexiko sein, das 2019 eröffnet wird. Von den im Virtual Reality Lab optimierten Lager-, Planungs- und Trainingsprozessen profitiert aber auch die BMW Group – und das nicht nur aus Kostengründen. So zahlen die Münchner beispielsweise durch den bewussten Einsatz von Materialien sowie durch einen reduzierten Reiseaufwand gezielt auf ihre Nachhaltigkeitsstrategie ein. Und das ist erst der Anfang. „Die Chancen, die neue Technologien wie diese für die Umwelt mit sich bringen, sind immens“, versichert Jimmy. Man darf gespannt sein.