Tierische Energien

Tierische Energien.

In einem für die Automobilindustrie weltweit einmaligen Projekt starten Landwirtschaft und die BMW Group eine Kooperation, durch die deutlich weniger Methan in die Atmosphäre gelangt.

Die Produktion von Treibhausgasen durch das Verbrennen von Kohle und Gas lässt sich deutlich reduzieren, wenn wir Sonnen- und Windkraftwerke nutzen, um unseren Strom zu erzeugen. Wie aber wollen wir es mit der Produktion des klimaschädlichen Methans halten, dass Millionen von Rindern weltweit erzeugen? Durch (mit Verlaub) Rülpsen und Pupsen und indirekt auch durch den Mist, den sie produzieren.

Kühe setzen ihre aufgenommene Nahrung sehr effizient um. Sie können aber nicht das gesamte organische Material verdauen, das sie fressen. Deshalb produziert eine Milchkuh durchschnittlich 27 Kubikmeter Mist pro Jahr, der von Bakterien dann unter anderem zu Methangas verarbeitet wird. Das ist besonders deshalb hochproblematisch, weil Methan rund 28 Mal stärker als CO2 wirkt und deshalb einen großen Teil des Treibhauseffektes ausmacht.

Gemeinsam mit der Straus Family Creamery in Marshall, Kalifornien erprobt die BMW Group deshalb Möglichkeiten, das Freisetzen des entstehenden Methans massiv zu reduzieren. Die Grundidee: In einer Biogasanlage, in der der Kuhmist gesammelt wird, wird entstehendes Methan aufgefangen. Danach wird es in einer Biogasanlage verbrannt und so zur Produktion von grünem Strom genutzt. Dieser Strom steht dann für Elektrofahrzeuge der BMW Group in Kalifornien zur Verfügung. Wichtig dabei: Durch das Verbrennen des Methans wird zwar CO2-freigesetzt, die entstehenden Emissionen haben aber deutlich weniger Auswirkungen auf die globale Erwärmung als es bei dem hochklimaschädlichen Methan der Fall wäre.

Mit dieser Methode werden also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen können wir zu mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft beitragen. Und zum anderen können wir Treibstoff für Fahrzeuge gewinnen. Und das in einer beeindruckenden Menge. Denn der jährlich von einer einzigen Kuh produzierte Mist ist laut Berechnungen der Universität Wageningen in den Niederlanden rein rechnerisch ausreichend, um mit der darin enthaltenen Energie bis zu 9.000 km mit dem PKW zurückzulegen.

Albert Straus, Gründer und CEO der Farm von Straus Family Creamery ist entsprechend stolz auf das Projekt. Er sagt: „Vor dem Hintergrund der Klimakrise ist die Zusammenarbeit mit der BMW Group von entscheidender Bedeutung." Das Projekt werde nicht nur Landwirte in ländlichen Gemeinden in Kalifornien unterstützen. Kooperationen wie diese seien auch von entscheidender Bedeutung, um dem Planeten zu helfen.

 „Unsere Zusammenarbeit ist die erste ihrer Art in der Autoindustrie", betont Bernhard Kuhnt, Präsident und CEO von der BMW Group in Nordamerika. „Das Projekt passt perfekt zu der BMW Group, die seit langem auf kreative Technologien und Partnerschaften Wert legt, die zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beitragen können."

Für die kommenden Jahren erwartet die BMW Group, dass die durch derartige Partnerschaften erzeugte erneuerbare Energie den Strombedarf aller BMW und MINI Elektrofahrzeuge im US-Bundesstaat Kalifornien decken kann.