Reichweitenstark und leise.

In Regensburg testete die BMW Group einen mit Flüssig-Erdgas angetriebenen LKW. Das Ergebnis: Der umweltfreundliche Brummi ist – vor allem auf langen Strecken – die ideale Alternative zum Diesel.

Ganz unbekannt sind sie auf Europas Straßen nicht, die mit dem Flüssig-Erdgas LNG (Liquefied Natural Gas) betriebenen Lastwagen. In Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und in Großbritannien sieht man die umweltfreundlichen, leisen Brummis schon seit Jahren auf den Straßen. In diesen Ländern gibt es auch schon ein funktionierendes LNG Tankstellen-Netz. In Deutschland ist die Infrastruktur dagegen noch sehr lückenhaft und für den flächendeckenden Einsatz nicht ausreichend.

Doch das soll sich bald ändern. Denn der LNG Lastwagen, den der LKW-Hersteller Iveco der BMW Group zwei Wochen lang zur Verfügung gestellt hat, erwies sich mit seinen 400 PS und einer Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern als eine „sinnvolle und nachhaltige Alternative zum konventionellen Diesel –vor allem auf längeren Strecken“, sagt Thomas Irrenhauser, der den Pilotbetrieb auf Seiten der BMW Group betreute.

So bewältigte der Erdgas-LKW problemlos die Strecke zwischen dem BMW Standort Steyr und dem BMW Group Werk in Regensburg – und das mit nur einer Tankfüllung sogar gleich mehrfach. „Mit Elektroantrieb wären für den 530 Kilometer langen Hin- und Rückweg mehrere Nachladungen erforderlich gewesen“, sagt Irrenhauser. Und auch ein LKW, der mit CNG (Compressed Natural Gas) angetrieben wird, wäre keine Alternative. Dieser hat nämlich nur eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern und benötigt hierfür einen dreimal so großen Tank. Beim LNG wird das Erdgas dagegen vor dem Einfüllen in den Tank auf rund minus 130 Grad tiefgekühlt. Dadurch verringert sich sein Volumen auf ein Sechshundertstel und wird erst vor dem Einspritzvorgang in den Motor wieder in den gasförmigen Zustand überführt.

Abgesehen davon, dass der LNG Lastwagen um bis zu 50 Prozent leiser fährt als ein herkömmlicher LKW, ist er auch noch deutlich umweltfreundlicher. So liegen die Emissionen von Stickoxid (NOx) im direkten Vergleich um bis zu 60 Prozent niedriger. „Dieser Effekt ließe sich mit Biogas aus fossilen und erneuerbaren Quellen sogar noch optimieren“, sagt Irrenhauser. Gemeinsam mit Logistikdienstleistern wird die BMW Group sich jetzt dafür einsetzen, dass das LNG Tankstellen-Netz in Deutschland in den nächsten Jahren schrittweise ausgeweitet wird.