Nahtlose Rückverfolgbarkeit.

Die BMW Group will Blockchain nutzen, um die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen oder Rohstoffen in mehrstufigen internationalen Lieferketten sicherzustellen. Damit lässt sich auch deren Nachhaltigkeit überprüfen.

Blockchain ist eine faszinierende Technologie. Über sie kann die Herkunft eines Produkts und seiner Bestandteile zweifelsfrei, fälschungssicher und transparent hinterlegt werden. Der Clou dabei ist die Vielzahl unabhängiger Computer innerhalb der Blockchain: Sie können sich gegenseitig kontrollieren.

Die BMW Group sieht in der Blockchain-Technologie Chancen. Deshalb hat das Unternehmen bereits vor zwei Jahren die Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI) mitbegründet, in der rund 120 führende Automobil-, Mobilitäts- und Technologieunternehmen vertreten sind. Zentrales Ziel dabei: Das Potenzial der Technologie zu nutzen, um Blockchain im Mobilitätssektor gemeinsam zum Durchbruch zu verhelfen.

Die Technik ist ein vielversprechender Hebel, um sicherzustellen, dass Rohstoffe und Bauteile, die die BMW Group von Lieferanten überall auf der Welt bezieht, nicht nur die hohen Qualitätskriterien des Unternehmens erfüllen, sondern auch den strengen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.

Seit der Verabschiedung der BMW Corporate Social Responsibility Strategie vor mittlerweile fast zehn Jahren ist soziales und ökologisches Handeln fest in der Unternehmensphilosophie verankert. Aber das gilt nicht allein für die BMW Group, sondern auch für Lieferanten mit rund 4.500 1st tier Produktionsstandorten in 50 Ländern. Und natürlich auch für die Lieferanten der Lieferanten.

Die Vielzahl an Playern auf unterschiedlichen Lieferstufen machen die Kontrolle der internationalen Lieferketten hochkomplex. Für die Einkaufsexperten der BMW Group und ihre Lieferanten war es deshalb bislang mit teils hohem manuellem Aufwand verbunden, eine vollständige Lieferketten-Transparenz herzustellen.

Und genau an dieser Stelle kommt die Blockchain ins Spiel. Denn um in Zukunft – quasi „auf Knopfdruck“ – eine nahtlose Rückverfolgbarkeit von Komponenten und die sofortige Datentransparenz in komplexen Lieferketten für alle beteiligten Partner sicherzustellen, hat die BMW Group das Projekt PartChain initiiert. „PartChain ermöglicht eine jederzeit überprüfbare, manipulationssichere Erfassung und Transaktion von Daten in unserer Lieferkette“, betont Andreas Wendt, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk. Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt des Pilotprojekts noch auf der reinen Teileverfolgung. Langfristig verspricht sich die BMW Group von dem Projekt aber auch die vollständige Rückverfolgbarkeit kritischer Rohstoffe – von der Mine bis zur Schmelze. „Unsere Vision ist eine offene Plattform, mittels der Daten innerhalb von Lieferketten industrieübergreifend sicher und anonymisiert ausgetauscht und geteilt werden können“, so Wendt.

An einem Pilotprojekt im Jahr 2019 waren mit Spartanburg in den USA und Dingolfing in Deutschland zwei von insgesamt 31 BMW Group Werken sowie drei Standorte des Lieferanten Automotive Lighting beteiligt. In diesem Jahr soll die Plattform nun auf zahlreiche weitere Lieferanten ausgeweitet werden.

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