Ferdinand Geckeler und drei Kollegen

Nachhaltig liefern.

Ein Fachbuch zeigt, wie Strategien über nachhaltiges Lieferkettenmanagement unter anderem bei der BMW Group entwickelt und umgesetzt werden. Andere Unternehmen sollen von den umfangreichen Erfahrungen profitieren.

Die BMW Group hat den Anspruch, der erfolgreichste und nachhaltigste Premiumanbieter für individuelle Mobilität zu sein. Seit rund 20 Jahren ist soziales und ökologisches Handeln deshalb Teil ihrer Unternehmensphilosophie - mit teils einschneidenden Konsequenzen. Für die BMW Group selbst, aber auch für diejenigen, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten: Alle Dienstleister und Lieferanten entlang der gesamten Produktions- und Servicekette der BMW Group und natürlich auch die Transportunternehmen stehen in der Verantwortung, nachhaltig zu arbeiten. Vom Rohstoffabbau über Teile und einzelne Produkte bis hin zur Verschiffung, Auslieferung und dem Verkauf fertiger Fahrzeuge.

Die BMW Group arbeitet derzeit mit rund 12.000 Unternehmen in 70 Ländern direkt zusammen. Und diese haben natürlich auch ihrerseits wieder Zulieferer. Auch sie müssen dieselben hohen ökologischen und sozialen Standards erfüllen, an denen sich die BMW Group messen lässt. In den Bereichen Umwelt und Menschenrechte ebenso wie beispielsweise bei den Arbeits- und Geschäftspraktiken müssen sie sich streng überprüfen lassen.

Um Erfahrungen und Erkenntnisse zur Gestaltung von nachhaltigen Lieferketten in komplexen Lieferantennetzwerken zu dokumentieren und anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen, hat das Institut für nachhaltige Unternehmensführung an der Universität Ulm in Kooperation mit der BMW Group nun das Handbuch „Nachhaltiges Lieferkettenmanagement – Von der Strategie zur Umsetzung“ erstellt. Das Buch ist auf Deutsch erschienen.

„Die Publikation richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größen, die ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement etablieren möchten. Angefangen bei der Entwicklung einer Strategie bis hin zur konkreten Umsetzung wird dargelegt, welche Aspekte hierbei zu beachten sind“, betont Ferdinand Geckeler, der bei der BMW Group für den Bereich Nachhaltigkeit Einkauf Lieferantennetzwerk verantwortlich ist.

Das Fachbuch fasst Erkenntnisse aus wissenschaftlichen und praxisorientierten Publikationen sowie Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft, Wissenschaft und von NGOs zusammen. „Um der hohen Komplexität des Themas gerecht zu werden, enthält jedes Kapitel neben ausführlichen Beschreibungen auch eine kurze, stichpunktartige Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte“, so Geckeler. Zudem sind konkrete Beispiele aus der BMW Group enthalten, die einen ausführlichen Einblick in Praktiken etwa zur Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistung mit Hilfe eines standardisierten NH Fragebogens, Nachhaltigkeits-Assessments bei der BMW Group oder der nachhaltigkeitsorientierten Absicherung der Lieferkette geben.

Wer die BMW Group beliefern möchte, muss beispielsweise unterschiedlichsten Nachhaltigkeitsvorgaben genügen. „Den strengsten Anforderungen unterliegen dabei diejenigen Lieferanten, die produktionsbezogene Güter liefern. Hier erwartet die BMW Group unter anderem, dass spätestens bis zum Produktionsstart ein zertifiziertes Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystem implementiert ist“, betont Geckeler.

Ein anderes Beispiel ist der Umgang mit sogenannten „kritischen Rohstoffen“. Dazu zählen für die BMW Group aktuell Aluminium, Stahl, Kupfer, 3TG, zwölf Seltene Erden, Kobalt, Nickel, Graphit, Lithium, Palladium, Mica, Glas, Zink und die biotischen Rohstoffe Naturkautschuk, Leder, Kenaf und Holz. Hier setzt das Unternehmen nicht nur auf Lieferkettentransparenz und die überprüfbare Sicherstellung hoher sozial-ökologischer Standards. Immer wieder engagiert sich die BMW Group gemeinsam mit Initiativen und Unternehmen auch dafür, die Situation beim Abbau etwa von Kobalt oder dem Gewinnen von Naturkautschuk zu verbessern.