BMW Group Werk Mexiko: Von Grund auf nachhaltig.

Beim Bau ihres neuen Werkes in San Luis Potosí in Mexiko setzt die BMW Group konsequent auf Nachhaltigkeit. Möglich wird das, weil Erfahrungen beim Planen und dem Betrieb bisheriger Werke umfassend genutzt werden. Das Ergebnis dürfte Meilensteine setzen.

San Luis Potosi liegt mitten in einer Halbwüste in Zentralmexiko. Trotzdem ist die Region reich an einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Yucca, Agaven und Kakteengewächse prägen die Landschaft, in ihrem Schatten tummeln sich artengeschützte Gürteltiere, Nattern, Leguane und unzählige Kleintiere. In diesem wenig besiedelten Landstrich errichtet die BMW Group derzeit ein neues Werk für Karosseriebau, Lackiererei und Montage. Ab 2019 sollen hier um die 150.000 Einheiten der BMW 3er-Reihe vom Band laufen. Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dafür eingestellt. Nicht nur im Hinblick auf die Produktion hat die BMW Group in Mexiko Großes vor. In San Luis Potosí soll das bisher nachhaltigste Werk des weltweiten Produktionsverbunds der BMW Group  entstehen.

Nachhaltiger Produktionsprozess in der neuen Lackiererei  

Das zeigt sich unter anderem in der neuen Lackiererei, bei der unterschiedliche, aber erfolgreiche Konzepte anderer BMW Group Werke erstmals zu einer Smart Factory zusammengeführt werden: Beim Lackieren beispielsweise wird ein Prozess namens Integrated-Paint (IPP) vom BMW Group Standort Oxford übernommen. So kann das Werk auch in Mexiko auf eine sonst übliche Füller-Schicht verzichten, die die Umwelt belastet. Für Farbbrillanz und Ebenheit sorgen stattdessen zwei neuartige Lackschichten, die vor dem eigentlichen Lackieren als Grundierung aufgetragen werden. Und um Lacknebel aus der Luft zu filtern nutzt BMW ein am Standort Regensburg in Deutschland entwickeltes Verfahren, bei dem Lack durch Steinmehl gebunden wird. Im Vergleich zum üblichen Auswaschen mit Dampf spart das Wasser und ermöglicht es, bis zu 50 Prozent der Lack-Überbleibsel wiederzuverwenden. „Durch die Kombination dieser und weiterer Verfahren werden wir in der Lackiererei  auf zusätzliches Wasser und Chemikalien verzichten können“, sagt Dulce Cruz, Environmental Managerin des Werks. Weil damit auch eine spezielle Reinigung der Luft überflüssig wird, lassen sich in Mexiko zudem rund 60 Prozent der dafür üblicherweise nötigen Energie einsparen. 

Bausteine für Nachhaltigkeit 

Das Einsparen von Wasser und Energie waren auch der Grund, warum sich die BMW Group für einen geschlossenen Kühlwasser-Kreislauf entschieden hat. Zwar ist er aufwändiger in der Wartung als ein offener Kreislauf, verbraucht aber verhältnismäßig weniger Energie. Weil an einem Sammelpunkt ständig Vor- und Rücklauftemperatur verglichen werden, wird außerdem nicht „auf Verdacht“ gekühlt: Es wird nun nur so viel Kühlwasser verbraucht, wie die Maschinen tatsächlich benötigen. 

Zahlreiche weitere Ansätze zum effizienteren Umgang mit Wasser und Energie tragen wie Bausteine dazu bei, das Fundament für das nachhaltigste Automobilwerk zu legen. So wird das Wasser für die sanitären Anlagen teilweise aus aufbereitetem Regenwasser gewonnen. Das Beleuchtungssystem besteht durchweg aus LED-Lampen. Und die Gabelstapler auf dem Gelände arbeiten mit einem elektrischen Antrieb statt mit einem Verbrennungsmotor. 

Energieeffizienz heißt am Standort Mexiko aber auch, selbst Energie zu produzieren: „Zur Stromerzeugung nutzen wir eine Photovoltaik-Anlage mit einer Größe von 70.000 Quadratmetern. Rund 20 Prozent des Strombedarfs unseres neuen Standortes können wir damit selbst decken“, betont Dulce Cruz. Die anderen 80 Prozent sollen von einem regionalen Anbieter bezogen werden, der seinen Strom aus Windkraft produziert.  

„Zu unserem Verständnis von Nachhaltigkeit gehört aber auch die Verantwortung für Nachhaltigkeits-Bildung und Ausbildung“, sagt Cruz. Die BMW Group hat deshalb mit örtlichen Bildungseinrichtungen Kooperationen abgeschlossen. „So können unsere Experten ihr Wissen über Nachhaltigkeit im Unterricht zur Verfügung stellen und ihre Erfahrungen weitergeben. Mehr als 5.000 junge Menschen haben wir mit diesem Bildungs-Konzept bereits erreicht“, betont Cruz. 

Übrigens: Auch die Tier- und Pflanzenwelt rund um das neue Werk ist Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzepts. Um die Vielfalt sicher zu erhalten und so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen, wurden von Experten über 150.000 Pflanzen umgesiedelt. Außerdem werden sich in die Nähe verirrende Gürteltiere, Nattern und Leguane regelmäßig und sorgsam eingesammelt und von Tierschutzexperten im benachbarten Nationalpark wieder ausgesetzt. 

San Luis Potosi