BMW i-Modelle werden auf ein Transportschiff verladen

Mehr Nachhaltigkeit an Bord.

Transporte so umweltschonend wie möglich durchzuführen, gehört zur Politik der BMW Group. Als einziger Automobilhersteller weltweit engagiert sich das Unternehmen jetzt auch für das nachhaltige Recycling von Transportschiffen.

Rund 5.000 Containerschiffe und hunderte Roll-on-Roll-off-Schiffe (Ro-Ro), mit denen vor allem Fahrzeuge transportiert werden, kreuzen derzeit unsere Weltmeere. Einzelne Schiffe haben dabei eine Länge von fast 400 Metern und selbst Ro-Ro-Transporter können eine Parkstrecke von bis zu 250 Metern nutzen, um an die 6.000 PKW aufzunehmen. Das alles ist - im Vergleich zu anderen Transportwegen - zunächst auch ökologisch vernünftig.

Was aber passiert mit diesen „Meeresgiganten“ oder auch kleineren Frachtschiffen, wenn sie eines Tages ihre letzte Fahrt absolviert haben und außer Dienst gestellt werden?

„Diese Schiffe können zu einem riesigen Problem werden“, sagt Stephan Reinhold vom Nachhaltigkeitsteam der BMW Group. Denn oft würden die Wracks an Firmen in Indien oder auf dem afrikanischen Kontinent verkauft. Hier aber gibt es unter Umständen keine Gewähr, dass nicht weiterverkäufliche Einzelteile sachgemäß recycelt beziehungsweise entsorgt werden. Was beispielsweise passiert mit dem Rest-Öl in den Tanks? Und was ist mit den Arbeitsbedingungen vor Ort? Wer kontrolliert das Einhalten der Sozialstandards?

„Manche Schiffe scheinen regelrecht in einer Blackbox zu verschwinden“, kritisiert Reinhold. Die BMW Group besitze zwar keine Schiffe, aber sie nützt natürlich Transporte über die Meere: Rund 7.000 Container mit insgesamt etwa 30 Millionen Bauteilen werden täglich verschifft. Und rund 10.000 Fahrzeuge der BMW Group sind jeden Tag „auf See“. Das ist zwar nur ein Bruchteil der Transporte, die auf den maritimen Handelsrouten unterwegs sind, trotzdem: „Die BMW Group übernimmt auch Verantwortung, die über den eigentlichen Transport hinausgeht“, betont Reinhold. „Es ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie, auch auf die Nachhaltigkeit der Transportmittel zu achten – bis hin zur Entsorgung.“ Deshalb – so Reinhold – analysiere die BMW Group die Situation im Schiffsrecycling kritisch.

Als erster Automobilhersteller weltweit ist die BMW Group nun der „Ship Recycling Transparency Initiative" (SRTI) beigetreten. Dieser im März 2018 von der „Sustainable Shipping Initiative" gestartete, unabhängige Zusammenschluss von Unternehmen, dem vor allem Reedereien und Ladungseigner angehören, hat drei wesentliche Ziele: Mehr Transparenz zu schaffen, das Bewusstsein für die Problematik zu stärken und vor allem: Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation im Schiffsrecycling zu verbessern. Durch das Erarbeiten von gemeinsamen Lösungen könnte zudem die Grundlage geschaffen werden, feste und verbindliche Nachhaltigkeits-Standards für das Recycling von Schiffen einzuführen.

Das Engagement der BMW Group zum Schiffsrecycling ist Teil der „Green Logistics Strategy 2050“ des Unternehmens. Bestandteil dieser Strategie ist die weiter deutliche Minimierung von Emissionen, die durch den Transport von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen entstehen. „Um gemeinsam die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 deutlich unter zwei Grad zu halten, werden wir den Klimaschutz ganzheitlich und so umfassend wie möglich weiter verstärken“, unterstreicht Reinhold, der auch für die strategischen Nachhaltigkeits-Maßnahmen im Bereich Transportlogistik bei der BMW Group  mitverantwortlich ist. Deshalb kontrolliert die BMW Group den Verbrauch an Ressourcen von Anfang an, um den eigenen Anteil und den der Zulieferer und Dienstleister weiter einzudämmen. Von den Ausgangsmaterialien über Transporte mit Schiff, Bahn, LKW oder Flugzeug bis zum Ende des Lebenszyklus eines Fahrzeugs – egal welchen Typs.