Die Kugel ins Rollen bringen.

Mobilität zu fördern ist ein Versprechen, das die BMW Group nicht nur auf der Straße erfüllt. In Italien ist es sogar gelungen, eine eigene Disziplin zu etablieren: Boccia für Menschen mit körperlichem Handicap.

Wenn Carlotta Visconti Boccia spielt, ist die mit Kunststoffgranulat gefüllte Leder-Kugel nur eines von drei unverzichtbaren Elementen zum Erfolg. Das zweite ist ein Assistent, in diesem Fall ihr Vater. Und das dritte ist eine eineinhalb Meter lange Rampe, die entfernt an ein Mittelstück einer sehr großen Murmel-Bahn erinnert. Beide - Assistent und Rampe - unterstützen Menschen wie Carlotta dabei, die Boccia-Kugel möglichst exakt zu positionieren. Denn Boccia, die italienische Variante des französischen Boule-Spiels, ist für die 21 Jahre alte Italienerin nicht nur irgendein Freizeit-Vergnügen. Sie trainiert im italienischen Team „BocciAbili” und hat das wichtigste Ziel vor Augen, dass eine Sportlerin mit Behinderung haben kann: Die Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Tokio 2020.

Boccia ist bereits seit 25 Jahren paralympisch. Schon damals entdeckten Experten den inklusiven Charakter der Sportart. Sportlerinnen und Sportler können sich hier ganz unabhängig von Alter und Art der Behinderung miteinander messen. Und: Boccia fördert sowohl Konzentration, Zielgenauigkeit und Auge-Hand-Koordination als auch taktisches Verhalten. So unterstützen Assistent und Rampe Carlotta dabei, die eigene Kugel näher an die kleine Zielkugel „Pallino“ zu rollen als Ihre Gegner dies tun. Die Rampe dient in der Sportklasse BC3 Menschen wie Carlotta, die auf Grund einer Behinderung die Kugel nicht selbst werfen können, als Roll-Hilfe, über die die Kugel auf den Boden gleitet. In ihrem Rollstuhl sitzend muss sie dafür den richtigen Spin finden. Und sie muss der Kugel genau die Menge an Schub mitgeben, die benötigt wird. All das verlangt höchste Koordination und Konzentration.

Das italienische Paralympics-Team, in dem Carlotta Visconti spielt, existiert erst seit rund zwei Jahren. Denn Boccia als Sportart für Menschen mit Behinderung war in Italien nahezu unbekannt, bis eine Initiative der BMW Group Italia die sprichwörtliche Kugel ins Rollen brachte: Im Rahmen von „SpecialMente“ hat die BMW Group Italia Ausstattung, Räumlichkeiten, Coaches und die Teilnahme an internationalen Wettbewerben für Boccia-Sportlerinnen und Sportler mit körperlicher und geistiger Behinderung finanziert. Außerdem richtete die Italian Federation of Paralympic and Experimental Sports (FISPES) die ersten Boccia-Meisterschaften innerhalb Italiens aus. “Bis heute konnten wir schon über 120 Sportlerinnen und Sportler dafür begeistern, bei uns mitzumachen”, betont Sergio Solero, Präsident von BMW Group Italia.

“Für unser Unternehmen ist diese Form der Unterstützung sehr bedeutend“, ergänzt Solero. „So können wir zeigen, dass unterschiedliche Menschen miteinander Spaß an der Bewegung und dem Miteinander haben, um sich gemeinsam dem Wettbewerb zu stellen – unabhängig von der Weltanschauung, Religion, Fähigkeiten oder irgendwelchen Behinderungen”. Deshalb gehe das Engagement der BMW Group in Italien auch über den Einsatz für Boccia hinaus: Zum Förderprogramm von SpecialMente gehören Projekte, die sich der Inklusion, dem interkulturellen Dialog und der Verkehrssicherheit annehmen – beispielsweise durch Verkehrstrainings und spezielle Motorradtrainings für Menschen mit Behinderung oder durch  „SkiAble“, eine professionelle Ski-Ausbildung, an der auch Carlotta Visconti über mehrere Jahre teilgenommen hatte – bis sie zum Boccia wechselte.

Heute möchte sie Boccia nicht mehr missen. Mindestens einmal die Woche trifft sie sich mit ihrem Team zum dreistündigen Training. Aber die Sportlerinnen und Sportler treffen sich auch außerhalb der Trainings. Beispielsweise, um Vorträge zu organisieren oder neue Mitspieler zu informieren. “Für mich ist mein Team zu einer zweiten Familie geworden”. “Bei den Paralympics in Tokyo 2020 haben wir uns große Ziele gesetzt“, sagt sie. Das größte Ziel aber teile sie mit allen Sportlern auf der Welt: Einfach Dabeisein und Mitmachen. 

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