Initiative Zukunftsbrücke

Gemeinsam Brücken bauen.

Die Initiative Zukunftsbrücke bringt jedes Jahr Nachwuchsführungskräfte aus China und Deutschland zusammen, damit sie gemeinsam an einer nachhaltigen Partnerschaft arbeiten. Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Achieving the 2030 Agenda – Rethinking Global Partnerships for Sustainable Development“.

„Möchtest du über den Fluss schreiten, dann musst du zuerst eine Brücke bauen.“ Und: „Nur auf Brücken kann man sich entgegenkommen.“ Beide Sprichwörter stehen für dieselbe Auffassung. Allein: Das erste ist chinesisch, das zweite deutsch. Doch obwohl sich beide Aussagen so ähneln, ist es nicht immer leicht, Unterschiede zwischen den Kulturen Chinas und Deutschlands wirklich und nachhaltig zu überbrücken. Das liegt natürlich nicht nur an den über 7.000 Kilometern, die zwischen den Hauptstädten der beiden Länder liegen. Es liegt auch an unterschiedlichen Traditionen, Philosophien und Lebensweisen.

Wer Unterschiede überwinden will, um gegenseitiges Verständnis aufzubauen, der muss lang und vor allem kontinuierlich daran arbeiten. Und genau das macht die Zukunftsbrücke – Chinese-German Young Professional Campus seit über acht Jahren. Ziel des Programms, das von der BMW Foundation Herbert Quandt und der Stiftung Mercator in Kooperation mit der All China Youth Federation (ACYF) durchgeführt und verantwortet wird, ist der Aufbau eines umfassenden und aktiven Netzwerks junger Führungskräfte aus China und Deutschland.

„Wir bauen Partnerschaften mit Ländern auf, von denen wir denken, dass sie eine große Relevanz haben bei der Lösung globaler Probleme. Hier sind die Chinesen mit der weltweit größten Bevölkerung ein ganz entscheidender Partner“, erklärt Dr. Michael Schaefer, Vorsitzender des Vorstands der BMW Foundation Herbert Quandt.

„Die Mission der BMW Foundation Herbert Quandt ist es, Führungspersönlichkeiten weltweit dazu zu inspirieren, sich für eine gerechte, friedvolle und nachhaltige Welt im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen einzusetzen“, sagt Schaefer, der früher deutscher Botschafter in China war und in dieser Zeit die Zukunftsbrücke mit initiiert hat. Die Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen sei die Blaupause für wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit Mensch und Natur. Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Programm der Zukunftsbrücke zog. Zum Beispiel bei dem Workshop von Alice Grindhammer vom CRCLR Haus in Berlin, die ihre Ideen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft – die sogenannte Circular Economy – vorstellte.

Die Zukunftsbrücke bietet jedes Jahr je 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus China und Deutschland über eine Woche lang nicht nur Gelegenheit zur fachlichen und interkulturellen Weiterbildung. Im Vordergrund steht vor allem der Austausch auf Augenhöhe. „Dieser Dialog funktioniert nur, weil wir als Stiftung viel Erfahrung darin haben, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Menschen ganz ohne Angst und ohne Hemmungen über Dinge reden können, über die sie sonst in der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht sprechen würden. Es ist eine Chance, sich gegenseitig zuzuhören, zu begreifen, wo der oder die andere herkommt, wie er oder sie denkt“, sagt Schaefer.

Und das wiederum sei etwas, was weder Regierungen noch Wirtschaftsunternehmen alleine schaffen: diese große Diversität zusammenzubringen und dabei den Schutz zu gewähren, den Menschen brauchen, wenn sie sich verletzlich machen. „Dann kann man zum Beispiel auch über so schwierige Themen sprechen wie die unterschiedlichen Ansichten zu Menschenrechten.“

Die Nachwuchsführungskräfte im Alter zwischen 28 und 38 Jahren haben darüber hinaus die Möglichkeit, das wachsende Zukunftsbrücken-Netzwerk für ihre Engagements zu nutzen. Zudem werden sie in das globale Responsible Leaders Network der BMW Foundation aufgenommen.

Mitte Oktober hatten sich die Teilnehmer der Zukunftsbrücke 2019 in Berlin und in Paretz im nahegelegenen Brandenburg getroffen. Das Thema in diesem Jahr: „Achieving the 2030 Agenda – Rethinking Global Partnerships for Sustainable Development“. Denn für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele spielen Partnerschaften wie die zwischen Deutschland und China eine wichtige Rolle, erklärt Michael Schaefer. Nicht nur Nationalstaaten, sondern auch neue Multi-Akteurs-Partnerschaften aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Individuen könnten und sollten ihre Länder dabei unterstützen.

 „Natürlich löst die Zukunftsbrücke alleine nicht alle Probleme“, betont Schaefer. Aber sie sei weitaus mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. „Ich glaube, dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Inspirationen aus diesen zehn Tagen in ihr professionelles und persönliches Umfeld mit hineintragen. Sie beginnen nun, mit ihren eigenen Netzwerken an diesen Themen zu arbeiten.“ Denn letztlich seien „solche grenzübergreifenden Verbindungen der einzige Weg, um globale Probleme zu lösen“.