Flotten für die Zukunft.

Bald könnten uns Fahrzeugflotten zur Verfügung stehen, die uns sicher und nachhaltig von A nach B bringen. Wie die sogenannte „Fleetification“ unsere Städte beeinflussen wird, untersucht die BMW Group gemeinsam mit Experten der University of California.

Einfach nur auf eine App auf dem Smartphone tippen und schon werden wir von einem selbstfahrenden Fahrzeug abgeholt und zur Arbeit gebracht. Oder ins Einkaufszentrum. Oder zu unserer bevorzugten Sportanlage. Ein Algorithmus kennt unsere wahrscheinlichsten Ziele, hält das Fahrzeug bereit und nimmt auf dem Weg noch zwei weitere Personen mit, deren Ziel auf der Strecke liegt.

Die mobile Zukunft in unseren Städten wird wohl maßgeblich geprägt durch Flotten autonom fahrender Elektro-Fahrzeuge. Sie kennen die Verkehrssituation und die aktuellen Mobilitätsbedürfnisse und passen sich der Situation automatisch an. Und sie sind fast immer in Bewegung, um Menschen zu ihrem Wunschort zu bringen. Das ist nicht nur praktisch, es spart auch Parkplätze ein.

Noch aber steckt die „Fleetification“ in den Kinderschuhen. Entscheidende Impulse könnten nun aber von der BMW Group kommen. „Mit Angeboten wie dem Car-Sharing DriveNow und dem Sharing- und Ride-Hailing-Service ReachNow verfügen wir bereits über Flottenerfahrungen in 16 Metropolen und Großstädten mit über einer Million Kunden. Und dank der Fusion mit Car2Go wird unsere Wissens-Datenbank nochmal um eine Fülle an Daten erweitert“, betont Simon Euringer, Vize-Präsident des Technology Office, einer Innovationsschmiede der BMW Group in Mountain View.

Das Technology Office hat sich jetzt mit Experten des Instituts für Transportstudien der University of California am Standort Davis zusammengetan, um in einem gemeinsamen Forschungsprojekt die Zukunft von Flottenangeboten eingehend zu untersuchen und zu testen. „Das Institut ist ein herausragender Partner für uns“, unterstreicht Euringer. Es sei als weltweit führendes Zentrum für nachhaltige Mobilität prädestiniert dafür, grundlegende Forschungen für Flotten-Mobilität durchzuführen. Gemeinsam mit der BMW Group können die Mobilitäts-Forscher nun auch praktische Erfahrungen sammeln.

BMW stellt dafür unter anderem zehn gebrauchte BMW i3 zur Verfügung. Gebraucht deshalb, weil es für Flottenbetreiber oftmals reizvoller ist, den eigenen Fuhrpark zunächst mit günstigeren, gebrauchten Fahrzeugen zu erweitern. Im Forschungsprojekt möchte die BMW Group nun unter anderem herausfinden, vor welche zusätzlichen Aufgaben Flottenbetreiber durch die Integration von Gebrauchtfahrzeugen in ihre Flotte gestellt werden - beispielsweise hinsichtlich der Garantie, der Datensicherheit oder der Ladezyklen.

Die zehn BMW i3 werden den Mitarbeitern der Universität zur Verfügung gestellt, die sie für interne Dienstfahrten benutzen können. Mit den Daten, die durch anschließende Befragungen gewonnen werden, können dann erste Fragen beantwortet werden: Wie gut kommen die Angebote an? Wer nutzt sie warum und wie oft? Und: Wie lassen sich die einzelnen Angebote am besten koordinieren, wenn sie eines Tages zu einem umfangreicheren Flottenangebot ausgebaut werden? Spannend dürfte auch die Frage sein, wie stark sich durch das Angebot das Interesse an Elektrofahrzeugen unter den Mitarbeitern der Universität erhöht.

Zusätzlich zum Verhalten der Nutzer sind für die Experten der BMW Group aber auch die Bedürfnisse der Flotten-Betreiber entscheidend. Denn diese müssen ihre Fahrzeuge möglichst effizient und nachhaltig verwalten, warten und auf die aktuelle Verkehrssituation abstimmen. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Los Angeles Police Department entwickelt und testet deshalb die BMW Group „Fleet View“. Mit Hilfe dieser Software (und einer entsprechenden Hardwareausstattung an den Fahrzeugen) lässt sich unter anderem der Standort und Ladezustand der Fahrzeuge abfragen. Zudem soll es dann möglich werden, das Betanken bestmöglich auf dem prognostizierten Mobilitätsbedarf der Bewohner eines Viertels und der Belastung des Stromnetzes abzustimmen. Denn je mehr elektrische Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, desto wichtiger ist es, den Gesamtstromverbrauch einer Elektroflotte so zu steuern, dass er mit dem Verbrauch anderer Großverbraucher einerseits und der Energieerzeugung etwa durch Solarstrom andererseits in der Waage bleibt.

Wenn durch Projekte bei an der Universität Kalifornien und in Zusammenarbeit mit der Polizei von Los Angeles genügend Erfahrungen gewonnen sind und die nötige Technik auch im großen Maßstab zuverlässig eingesetzt werden kann, könnten vielleicht schon im kommenden Jahrzehnt unterschiedlichste Automobil-Flotten ihre Arbeit aufnehmen: Wie wäre es beispielsweise mit Unternehmensangeboten für Mitarbeiter, die pendeln müssen? Oder mit Shuttle-Bussen von Freizeit-Parks? Auch eine Flotte einer Restaurant-Kette zur schnellen Auslieferung des Lunch-Menus könnte möglich werden.