Im ewigen Eis für Kinderrechte streiten.

Um auf Kindesmissbrauch und Kinderarbeit aufmerksam zu machen, wird Eirliani Abdul Rahman den Nordpol überqueren. Dabei wird die Menschenrechtlerin von der BMW Group und der BMW Foundation Herbert Quandt unterstützt.

 „Alles mit Handschuhen zu erledigen ist gar nicht so einfach“, sagt Eirliani Abdul Rahman. Besonders knifflig ist es, eine Flamme zu entzünden oder eine Schleife zu binden. Doch es hilft nichts: Sie muss da durch. Denn das Handschuh-Training ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Vorbereitung auf die Überquerung des Nordpols. Die Auseinandersetzung mit dem ewigen Eis, die sie im April aufnehmen will, soll Aufmerksamkeit erregen für einen anderen, weit wichtigeren Kampf: Gegen Kinderarbeit und sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. „Ich muss Herausragendes tun, wenn ich mehr Interesse für meine Projekte wecken will“, sagt Eirliani. Sollte sie erfolgreich sein, ist sie die erste Person aus Singapur, die auf Skiern zum Nordpol gelangt (Crowdfunding zur Expedition hier.)

Die Rechte von Kindern waren für sie schon früh ein wegweisendes Anliegen. Auch, weil sie als Jugendliche selbst betroffen war von sexueller Gewalt. Heute setzt sich die ehemalige Diplomatin, deren Karriere in Berlin begann, professionell für Kinder ein: als Stiftungsdirektorin, NGO-Gründerin und Buchautorin. Ihre Arbeit wird kontinuierlich von der BMW Foundation Herbert Quandt unterstützt. Diese Stiftung der BMW Group inspiriert Menschen in leitenden Positionen weltweit, soziale Verantwortung zu übernehmen und sich selbst als verantwortliche Führungs-Figuren für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft einzusetzen.

Die ausschlaggebende Motivation für Eirlianis Engagement ist wohl ihr Kontakt und ihre Freundschaft mit Kailash Satyarthi. 40 Jahre lang hat der Menschenrechtler für die Erziehung und die Rechte von Kindern gekämpft (https://twentythirty.com/the-impact-of-childhood-experiences/). 2014 hat der in Indien geborene Aktivist den Nobel-Preis gewonnen. Eirliani hat sich Kailash Satyarths Motivation zum Vorbild genommen. Sie hat die NGO YAKIN gegründet, eine Anlaufstelle für Opfer von Kindesmissbrauch und Überlebenden im Erwachsenenalter, und hat den Direktorenposten von Satyarthis Stiftung in den USA übernommen. Hier hat sie sich auf den Kampf gegen sexuellen Missbrauch und Kindesmissbrauch fokussiert. „Materielle Armut, lange Schulwege und einfache Ignoranz für die Kinder führen manchmal dazu, dass Kinder um ihre Chance für eine bessere Zukunft gebracht werden. Junge Menschen müssen oft mehrfach leiden: Statt in die Schule zu gehen werden sie gezwungen, im Sex-Gewerbe zu arbeiten“, sagt sie.

Für die Kailash Satyarthi Children's Foundation organisierte Eirliani im vergangenen Jahr eine Konferenz, bei der mehr als 400 Nobelpreisträger, Politiker und Entscheidungsträger zusammenkamen, um ihre Anstrengungen gegen Kinderarbeit zu koordinieren. Unterstützt wurde sie dabei von drei Managern der BMW Group und zwei Teilnehmern des BMW FastLane-Programms, die sich im Rahmen des BMW Nachwuchsführungskräfteprogramms ReadyGo sozial engagieren. „Wir konnten der Organisation der Konferenz neben unseren klassischen Kompetenzen im Bereich der Mobilität auch durch unser Know-how im Bereich der Finanzierung helfen und haben deshalb eine detaillierte Value Story aufgestellt“, sagt Gaston Streiger, Head of Planning, Steering U-Division, UP MINI, Rolls-Royce, BMW Motorrad, Customer Engagement and Digital Business Innovation der BMW Group. 

 

„Manager eines so großen Unternehmens wie der BMW Group gehen an Probleme ganz anders heran als man es in einer kleinen NGO tun würde“, zieht Eirliani ein Fazit aus der Zusammenarbeit. „Die Professionalität und Effizienz haben mich sehr beeindruckt. Diese Erfahrungen kann ich nun auch für meine Nordpol-Kampagne nutzen.“

Eirliani und ihre Kampagne profitieren noch in anderer Hinsicht von BMW: Immerhin wird die Aktivistin schon seit 2010 von der BMW Foundation gefördert. Im Jahr 2015 wurde sie als Gewinnerin beim „BMW Foundation Responsible Leaders Awards“ ausgezeichnet. Sie wurde auch unterstützt, als sie ihr Buch „Survivors: Breaking the Silence on Child Sexual Abuse“ bewerben wollte, in dem sie Geschichten von fünf männlichen und sieben weiblichen erwachsenen Überlebenden von Kindesgewalt gesammelt hat. Die BMW Foundation hat zudem eine Lesereise finanziert, die Eirliani und andere „Survivors“ zu verschiedenen Events von der Yale Universität in den USA über Montreal in Kanada bis nach Pretoria in Südafrika geführt hat.

„Unternehmen haben eine große Verantwortung, gegen Kindesmissbrauch und Kinderarbeit vorzugehen“, findet Eirliani. „Es liegt in der Verantwortung jedes Konzerns, seine Zulieferkette zu überprüfen, um Kinderarbeit definitiv ausschließen zu können, wobei mir natürlich auch klar ist, wie schwierig es ist bis zu den Ursprüngen der Lieferkette durchzudringen.“ Dafür seien Menschen nötig, die ein entsprechendes Problembewusstsein in die Unternehmen tragen. Am BMW Group Standort München übernimmt derzeit Gaston Streiger die Rolle eines Botschafters. „Viele von uns leben in einer Wohlstands-Blase. Ich war sehr schockiert zu erfahren, was Kindern überall auf der Welt angetan wird“, sagt der BMW Manager. Um Aufklärungsarbeit zu leisten, organisiert er mittlerweile Veranstaltungen zu diesem Thema. Dabei hofft er auch auf eine Buchlesung von Eirliani Abdul Rahman. Vermutlich aber wird das erst möglich sein, wenn sie von ihrer Nordpol-Expedition zurück ist.