Elektro-Paradies Norwegen.

2017 war der BMW i3 in Norwegen der meistverkaufte BMW. Fast 70 Prozent der BMWs flitzen bereits elektrisch durchs Land. Doch Norwegen, das schon heute die weltweit meisten Stromer hat, ist noch nicht am Ziel.

Die naturverbundenen Norweger haben eine Vision. Sie wollen in Oslo wieder die Nasen in Richtung Fjord halten und Meersalz statt Abgase riechen. Dafür haben sie in den letzten Jahren einiges getan. Kaum ein anderes Land auf der Welt hat die Elektromobilität mit staatlichen und kommunalen Anreizen mehr gefördert als Norwegen. Mit dem Ergebnis, dass der Anteil neu zugelassener Elektro- und Hybridautos im Land schon bei fast 40 Prozent liegt.

Davon profitiert auch der kleine Stadt-Stromer aus München. Allein 2017 konnten die BMW Händler im Berg- und Fjordreich 5.035 BMW i3 verkaufen, die meisten davon in Oslo und Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Das liegt vor allem an den finanziellen Vorteilen, die der Staat den Autofahrern gewährt: Mehrwertsteuer, Importsteuer und Kfz-Steuer fallen bei den E-Fahrzeugen weg. Damit kostet ein BMW i3 in Norwegen etwa 285.300 Norwegische Kronen (rund 29.600 Euro) und ist damit günstiger als beispielsweise ein BMW 116i für 307.900 Norwegische Kronen (rund 32.000 Euro).

Die Norweger haben selber keine Autohersteller, sind aber große Fans von deutschen Fahrzeugen – auch bei den Stromern. So gehört der BMW i3 neben dem E-Golf zu den beliebtesten Elektro-Fahrzeugen im Land. Grund hierfür seien vor allem die kurzen Lieferzeiten des BMW i3. „Wer bei uns ein Elektrofahrzeug bestellt, hat es in zwei bis drei Monaten. Da kann die Konkurrenz nicht mithalten“, sagt Emmanuel Bret, Managing Director BMW Group Norwegen, nicht ohne Stolz. In diesem Jahr will er die Verkaufszahl vom Vorjahr mit attraktiven Leasingverträgen und Servicepaketen noch einmal toppen -  und bis zu 6.000 Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen. Bret hält dies für durchaus realistisch. Denn mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern wird der BMW i3 2018 auch die Menschen in den Klein- und Vorstädten ansprechen.

Noch ist Norwegen nicht am Ziel: Bis 2025 sollen alle neu zugelassenen Autos Nullemissionsfahrzeuge sein. Doch bis dahin hat das Land noch einige Hürden zu nehmen. Angefangen von den Ladestationen, die in Oslo gefühlt zwar schon so häufig bereitstehen wie Parkuhren, aber trotzdem noch lange nicht ausreichen. Denn während die Anzahl der E-Autos in den letzten Jahren um über 100 Prozent gestiegen ist, kommt die Osloer Stadtverwaltung mit 26 Prozent mehr Ladesäulen pro Jahr kaum hinterher. Dabei ist die Infrastruktur nur das eine. Auch die Kommunen müssen mit Anreizen, wie kostenlosen Parkplätzen oder der Nutzung von Busspuren, am Ball bleiben. „Wir können den Markt ja nicht einfach dicht machen und nur noch Elektrofahrzeuge verkaufen“, weiß Bret.

Die Klimabilanz der norwegischen Elektro-Fahrzeuge wäre auf jeden Fall vorbildlich. Schon heute bezieht das Land etwa 98 Prozent seiner Energie aus der Wasserkraft. Damit sind die Norweger anderen europäischen Ländern, die ihren Strom noch zu großen Teilen aus Braunkohle gewinnen, um Längen voraus.