BMW i hydrogen next

Die „Kohle“ der Zukunft?

Neben Strom setzt die BMW Group auch auf Wasserstoff als umweltfreundliches Antriebsmittel für seine Fahrzeuge der Zukunft. Die Vorteile der Technologie liegen auf der Hand, aber die Frage, woher „grüner Wasserstoff“ in großen Mengen kommen soll, ist noch nicht geklärt.  

Jules Verne war nicht nur ein begnadeter Schriftsteller - weltbekannte Werke wie „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder „Die Reise um die Erde in 80 Tagen“ stammen aus seiner Feder. Der Franzose war auch ein Visionär in Sachen Technik. Bereits vor rund 150 Jahren beschrieb er H2O als unsere „Kohle der Zukunft“: Die Energie von morgen sei Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Allein sein technischer Weitblick hätte den Erzähler eigentlich als Mitarbeiter der BMW Group prädestiniert. Aber zum einen fehlte Verne dafür die ingenieurwissenschaftliche Kompetenz. Und zum anderen war BMW damals noch nicht gegründet.

Der Schriftsteller hat im Grundsatz recht: Wasserstoff, das leichteste chemische Element des Universums, ist hervorragend geeignet, um gemeinsam mit der Elektromobilität dazu beizutragen, unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu überwinden. Und: Er ist der ideale Speicher, um den Umstieg auf unbegrenzt verfügbare, aber stark fluktuierende Sonnen- und Windenergie zu schaffen. Das Prinzip dabei ist einfach: Der mit Hilfe regenerativer Energiequellen erzeugte Strom wird genutzt, um aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen. So kann die Energie gespeichert werden. Um die Energie wieder freizusetzen wird der Wasserstoff in der Brennstoffzelle  mit Sauerstoff in Verbindung gebracht  und  mit Hilfe eines Katalysators zu Wasserdampf.

Die BMW Group forscht bereits seit Jahrzehnten an Wasserstoffantrieben. Klaus Fröhlich, Entwicklungsvorstand der BMW AG geht davon aus, dass „künftig verschiedene alternative Antriebsformen nebeneinander existieren werden.“ Der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb könne langfristig eine vierte Säule im Antriebsportfolio der BMW Group werden.

Allerdings ist die praktische Umsetzung der Verne‘schen Idee weniger einfach als die Theorie. Wasserstoff ist als Energieträger nur dann nachhaltig, wenn er mithilfe von regenerativem Strom erzeugt wurde. Und er muss in großen Mengen produziert werden, um auch für die individuelle Mobilität als „grüner Wasserstoff“ zur Verfügung zu stehen.  

Aber es gibt noch weitere Hürden, die genommen werden müssen: Vor allem muss sich die Versorgung durch ein flächendeckendes Wasserstoff-Tankstellen-Netz verbessern. Bis es soweit ist arbeitet die BMW Group weiter an Verbesserungen. Beispielsweise, um die Kosten des visionären Antriebssystems zu reduzieren.

Der nächste Meilenstein wird die Kleinserie des BMW i Hydrogen NEXT sein, die 2022 vorgestellt wird. Das Brennstoffzellensystem seines Antriebssystems erzeugt bis zu 170 PS elektrischer Energie nur durch die chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff. Im Fahrzeug sind dafür zwei 700-bar-Tanks untergebracht, die zusammen sechs Kilogramm Wasserstoff fassen.

Um bis zur zweiten Hälfte des Jahrzehnts optimal auf die technologischen Anforderungen eines Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugs vorbereitet zu sein, kooperiert die BMW Group zudem mit der Toyota Motor Corporation. Beide Unternehmen sind auch Gründungsmitglieder des Hydrogen Council, in der viele führende Unternehmen der Energiebranche, Wirtschaft und Industrie gemeinsam an diesem Treibstoff der Zukunft arbeiten.