Coole Mathe-App.

Die BMW Group und die Initiative „Joblinge“ haben eine App entwickelt, mit der sich sogar wenig Mathe-begeisterte Jugendliche für technische Ausbildungsberufe qualifizieren.

Das mit dem Matheunterreicht war nie so sein Ding. „Schule halt“, sagt Nasir. Mit der Mathe-App war es da schon etwas ganz anderes. Kein Wunder, denn „anstatt die Jugendlichen Gleichungen oder Brüche ausrechnen zu lassen, konzentriert sich die App auf Überschlagsrechnungen, dreidimensionales Vorstellungsvermögen oder x-Gleichungen – halt auf das, was sie bei uns auch im richtigen Leben brauchen“, sagt Johannes Weiss, der bei der BMW Group für die Ausbildung der Fertigungsmechatroniker zuständig ist und die Inhalte der Mathe-App entscheidend beeinflusst hat.

Ziel der App „Mathe als Mission“ ist es, Jugendliche für die Anforderungen technischer Ausbildungsberufe zu qualifizieren – und das möglichst schnell, spielerisch und effektiv. Denn die Zielgruppe sind benachteiligte, arbeitslose Jugendliche, die als Teilnehmer des „Joblinge“- Programms in nur sechs Monaten auf die Arbeitswelt vorbereitet werden, um sich dann aus eigener Kraft einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in einem der „Joblinge“-Partnerunternehmen zu erarbeiten. Die vielfach ausgezeichnete Initiative „Joblinge“ wurde 2008 von der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und der Eberhad von Kuenheim Stiftung der BMW AG in Leben gerufen. Mehr als 6.500 Jugendliche haben bereits an dem Programm teilgenommen.

Nasir schätzt an der Mathe-App, die die BMW Group in Kooperation mit den „Joblingen“ entwickelt hat, vor allem das Spielerisch-Flexible. „Man kann sie unterwegs benutzen, im Team arbeiten und sich untereinander fördern“, sagt er. Nasir war 2017 einer der ersten, der die neue App ausprobieren durfte – und ist inzwischen auf dem Weg zum Chemikanten bei der Provadis.

Auf der Bildungsmesse LERNTEC in Karlsruhe erhielt die App „Mathe als Mission“, unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, jetzt den Innovationspreis für digitale Bildung (delina) in der Kategorie „Gesellschaft und lebenslanges Lernen“.

Damit könnte die Idee, Lerninhalte auf Augenhöhe zu vermitteln, schon bald auch andere Bildungseinrichtungen inspirieren. Bei den „Joblingen“  hat man auf jeden Fall schon neue Pläne. „ Im nächsten Schritt möchten wir ein digitales Lernkonzept für die Zielgruppe entwickeln, um unsere Joblinge noch besser auf die Veränderungen durch die Digitalisierung im Arbeitsmarkt vorzubereiten“, sagt Kadim Tas, Vorstand der Joblinge-Dachorganisation.