Circular economy bei der BMW Group.

Eine moderne Wertschöpfungskette hat ihren Titel verdient, wenn sie recycelte und nachwachsende Materialien nutzt. Und das so umfassend wie möglich. Im Rahmen ihrer Selbstverpflichtung zu wirtschaftlich nachhaltigem Handeln orientiert sich die BMW Group an einer zukunftsweisenden, umfassenden Circular Economy.

8,3 Milliarden Tonnen an Plastikmüll hat die Menschheit bereits produziert und jährlich kommen über 300 Millionen Tonnen dazu. Das allermeiste davon liegt mittlerweile ungenutzt und kaum verrottet auf unseren Deponien. Zahlen wie diese zeigen, warum unser Bewusstsein für diese Problematik immer mehr zunehmen muss. So trägt unter anderem die Initiative der Europäischen Kommission für eine Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt diesem Umstand Rechnung. Darüber hinaus nimmt das Thema Kreislaufwirtschaft generell einen gewichtigen Platz bei der Kommission ein. Dies gilt auch für die BMW Group: Kreislaufwirtschaft ist ein wesentlicher Aspekt in der Sustainability-Strategie der BMW Group. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir die gesamte Wertschöpfungskette zirkulär denken. Nur so können wir die umfassenden Potenziale der Circular Economy (CE) effektiv und im Sinne der Nachhaltigkeit nutzen. Für uns sind Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft aber kein reiner Selbstzweck. Im Gegenteil: Eine konsequente und ökologische CE liegt auch in unserem wirtschaftlichen Interesse, weil wir so die Beschaffungskosten senken können.  

Engagement im Joint Venture

Trotz konsequenter Maßnahmen und einer Vielzahl von Erfolgen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft will (und muss) die BMW Group ihre Rolle beim Thema Circular Economy weiterhin stetig steigern. Die Vorgabe lautet dabei: Wo immer es technisch, ökonomisch und ökologisch sinnvoll und sozial verträglich ist, ersetzen wir künstliche Materialien innerhalb unserer gesamten Wertschöpfungskette durch recycelte und nachwachsende Rohstoffe. Wir orientieren uns dabei unter anderem an den Vereinbarungen des „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) und setzen auf Gemeinschaftsunternehmen wie die Encory GmbH: Ziel des WBCSD ist es, die gesamte Weltwirtschaft zu mobilisieren, um eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. 

Circular-Economy

Die Encory GmbH ist ein Joint Venture der BMW Group und der ALBA Group. Ziel der ALBA Group ist es, gemeinsam mit der Industrie daran zu arbeiten, Abfallvermeidung und hochwertiges Recycling zu einem ganzheitlichen Konzept zusammenzuführen. Diese Erfahrungen nutzen wir, um im Rahmen dieses Joint Venture Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Dazu gehören beispielsweise Lösungen, um Fahrzeugersatzteile ressourcenschonend aufzubereiten. Oder Vorgaben, um nicht mehr gebrauchsfähige Materialien so zu recyceln, dass sie bestmöglich wiedergenutzt werden können - oder sie so umweltschonend wie möglich zu entsorgen. Allein durch Remanufacture, also das industrielle Aufarbeiten von gebrauchten Teilen auf den Qualitätsstandard von neuen, werden im Vergleich zur Neuproduktion 85 Prozent des Rohmaterials und 55 Prozent der Energie eingespart. Schon heute entspricht die jährliche Energieersparnis durch weltweites Remanufacturing dem Brennwert von Öl, wie er in 233 Tankern transportiert werden müsste. Und die jährliche Rohstoffersparnis kommt einem Korso mit beladenen PKWs gleich, der dreieinhalbmal um die Erde reicht.

Circular Economy-Engagement

Wie ernst wir es mit dem Ersetzen neuer, künstlich produzierter Ressourcen durch natürliche Materialien, mit der Aufbereitung und der Wiederverwendung nehmen, zeigt beispielhaft unser Circular Economy-Engagement im Bereich Stahl und Aluminium:

Diese Materialien gehören zu den Hauptrohstoffen in der Produktion der BMW Group. Um auch hier nachhaltige Standards zu definieren und Zertifizierungsprogramme zu etablieren, arbeiten wir mit internationalen Initiativen wie der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) und der Responsible Steel Initiative (RSI) zusammen. In der ASI beispielsweise ist die BMW Group Gründungsmitglied und war entscheidend an einem Zertifizierungsprogramm für die Aluminium-Wertschöpfungskette beteiligt. Unser Hauptziel dabei: Die durch Zertifikate nachgewiesene nachhaltige Beschaffung, Produktion und Nutzung des Materials - vom Bauxit-Abbau über die Schmelze unter dem Einsatz erneuerbarer Energien bis zum Produktdesign, der Lagerung und dem Recycling. 

Circular-Economy

Aber wir wollen darüber hinaus auch mit konkreten Engagements vor Ort die Bedeutung von Nachhaltigkeit unterstreichen. So stehen wir beispielsweise vor der Herausforderung, eine Gesamtmenge von 785.209 Tonnen an Rest- und Wertstoffen sinnvoll in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu integrieren. Das ist die Menge, die innerhalb eines Jahres während der Produktion weltweit noch anfällt. Schon heute gelingt es uns, fast 99 Prozent (776.179 Tonnen) wieder sinnvoll zu verwerten und damit ressourcenschonend und kostensparend zu wirtschaften.

Das Beispiel im Bereich Stahl und Aluminium sowie unsere Kooperationen zeigen, wie ernst die BMW Group das Thema Kreislaufwirtschaft nimmt. Mit der Formel „Langlebigkeit“, „Reparierbarkeit“ und „Recyclebarkeit“ hat die Europäische Kommission die entscheidenden Prüfsteine ihrer Initiative skizziert. All diese Kriterien erfüllen wir schon heute. Aber wir wollen uns nicht auf diesen Erfolgen ausruhen. Circular Economy bedeutet für uns einen stetigen Prozess der Analyse und Verbesserung. Der Anspruch der BMW Group ist es, diesen Prozess verantwortungsvoll und wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen und voranzutreiben.