Auf vollen Touren.

Das BMW Werk in Berlin ist nicht nur die „Geburtsstätte“ der BMW Motorräder, es ist auch ein Think Pool in Sachen Nachhaltigkeit. Der Erfolg seiner ökologischen Tunings ist beeindruckend.

Fast 2.000 BMW Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Motorradwerk Berlin am weltweiten Erfolg von Rennmaschinen, Enduros, Roadstern, Tourern und Scootern. 800 Maschinen verlassen hier jeden Tag das Band, damit schon ein paar Wochen später ein Fahrer oder eine Fahrerin sein BMW-Bike in einem von 130 belieferten Ländern einfahren kann. Was die meisten dieser Motorradfahrer aber nicht wissen: Sie haben die Gewähr, dass nicht nur Leistung, Sicherheit, Individualität und Design aufsehenerregend sind. Sie können sich auch sicher sein, dass ihre Maschine ausnehmend nachhaltig produziert wurde.

Dafür hat das mit 220.000 Quadratmetern über 30 Fußballfelder große Werk an den unterschiedlichsten Stellschrauben gedreht. Neue Nachhaltigkeitsregeln wurden formuliert, Anpassungen vorgenommen, neue Techniken eingeführt und einzelne Produktionsschritte ökologisch optimiert. Zusätzlich wurden die Mitarbeiter in Sachen Ökologie geschult und die Zusammenarbeit mit nachweislich nachhaltigen Transport- und Entsorgungsunternehmen intensiviert.

Eine konkrete Maßnahme ist beispielsweise die Energiezentrale des Werks: Hier wurde unter anderem das (normalerweise) offene Kühlsystem für wärmeintensive Prozesse durch einen geschlossenen Kreislauf ersetzt. So werden jedes Jahr mehrere tausend Kubikmeter Frischwasser eingespart. Ein Blockheizkraftwerk nutzt zudem die Kraft-Wärme-Kopplung: Bei der Stromproduktion entstehende Wärme des Motors wird also „eingefangen“ und zum Heizen genutzt.

Einen besonders ressourceneffizienten Beitrag leisten die drei Lackieranlagen: Hier verwenden die Mitarbeiter serienmäßig einen von BMW entwickelten, umweltschonenden Hydroklarlack. In der Lackieranlage II wird außerdem das sogenannte “ESTA”- Verfahren eingesetzt: Dabei wird der Lack elektrostatisch auf Kunststoffteile aufgetragen und so zu einem wesentlich höheren Anteil zielgerichtet auf das Werkstück aufgebracht: Insbesondere bei Kleinteilen wird damit bis zu 40 Prozent Lack eingespart. Auch im Bereich der Rohstoffverwertung und Abfallentsorgung verbindet das BMW Werk wirtschaftliche und umweltschonende Vorteile: 100 Prozent der Metallabfälle und mehr als 90 Prozent des sonstigen Abfallaufkommens aus Fertigung und Verwaltung werden wiederverwertet.

Ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung sind zudem die Mehrwegtransportgestelle aus Stahl, in denen die Motorräder innerhalb Europas zum Kunden transportiert werden. Diese Gestelle werden durchschnittlich fünfmal pro Jahr wiederverwendet. Und die für den außereuropäischen Transport genutzte Verpackung aus einem Mix aus Holz und Wellpappe vermeidet zudem die Verarbeitung von 900 Tonnen Holz pro Jahr.

Dank seiner Maßnahmen ist das Werk in Berlin nun weltweit der einzige Motorradhersteller, der nach der internationalen Umweltschutznorm ISO 14001, der EG-Ökoauditverordnung für Eco-Management and Audit Scheme sowie dem internationalen Arbeitsschutzstandard für Occupational Health and Safety zertifiziert beziehungsweise validiert ist.

Wen wundert es also, dass mittlerweile auch immer mehr Waschbären, Biber, Füchse, Fischreiher, Fledermäuse – und neuerdings auch zwei Bienenstöcke ihre Heimat im Werk finden. Neben Motorrädern werden nun hier nun also auch rund 50 Kilogramm Honig produziert. Und das ist erst der Anfang.