Produktion im BMW Group Werk in Dingolfing
Nachhaltigkeit 09.07.2021 9 Min.
Jedes Gramm, jedes Watt und jeder Liter zählt.

Das weltweite Produktionsnetzwerk der BMW Group leistet einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz. Ressourcenschonung, Einsatz erneuerbarer Energien und Materialkreisläufe stehen hierbei im Fokus.

Die konsequente Schonung von Ressourcen und die Bewahrung einer lebenswerten Umwelt gehören zum Kern der BMW Group. Seit vielen Jahrzehnten denkt die BMW Group das Thema Nachhaltigkeit so konsequent wie kein anderer Automobilhersteller. Das gilt für alle Fahrzeuge der BMW Group – von der ersten Konstruktionszeichnung bis zum Recycling am Ende ihrer Nutzungsphase hat der sorgsame Umgang mit Ressourcen für jeden Mitarbeiter eine hohe Priorität. Besonders deutlich zeigen sich diese anspruchsvollen und nachprüfbaren Ziele beim Blick auf die Produktion in den BMW Group Werken weltweit. Unter anderem plant die BMW Group bis 2030 in der Produktion pro gebautem Fahrzeug im Vergleich zu 2019 noch einmal 80% CO2 einzusparen.

In einem fortlaufenden Prozess erfüllt jeder einzelne Standort im Hinblick auf seine lokalen Gegebenheiten und die Anforderungen seiner Produktion einen wichtigen Beitrag für das Ziel der BMW Group: Wir machen BMW nachhaltig.

Während der Sustainable Manufacturing Week gibt die BMW Group Einblicke in ihr Produktionsnetzwerk und zeigt, wie dort Maßstäbe in Sachen Umweltschutz gesetzt werden. Dabei geht es einerseits um die großen Themen wie die Reduzierung von CO2, den Einsatz erneuerbarer Energien oder die Kreislaufwirtschaft. Darüber hinaus findet jedes einzelne Werk individuelle Lösungen für noch mehr Effizienz und Umweltschutz. So sammelt das BMW Group Werk in Indien das Regenwasser der Monsunzeit, Dingolfing nutzt für die Produktion des neuen BMW iX die Wasserkraft nahegelegener Flüsse und das größte BMW Group Werk in Spartanburg produziert Strom aus Methangas.

Dingolfing produziert vollelektrische Fahrzeuge zu 100% mit Grünstrom aus Wasserkraft und verwertet 99% seiner Abfälle.

Das BMW Group Werk in Dingolfing ist der größte europäische Standort im Produktionsnetzwerk und setzt Maßstäbe im Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck. Mit der Produktion des neuen BMW iX beginnt ein weiteres Kapitel der Nachhaltigkeit.

Der neue BMW iX zeigt erneut die herausragende Kompetenz des BMW Group Werks in Dingolfing in Bezug auf den Schutz von Ressourcen. Für alle hier produzierten Fahrzeuge konnten die Dingolfinger sowohl den Verbrauch von Energie wie den von Wasser pro Fahrzeug innerhalb der letzten Jahre um über ein Fünftel senken. Das Werk verfügt über ein Dutzend eigene Brunnen, mit denen es über 40% seines Wasserbedarfs deckt und so die Trinkwasserreserven der Region schont.

Neue Lieferverträge mit zwei lokalen Wasserkraftwerken an Isar und Lech sorgen dafür, dass der BMW iX mit regional produziertem und direkt bezogenem Grünstrom produziert wird. Die Verwertungsquote im Werk liegt bei erstaunlichen 99% – auch der BMW iX steht damit für eine über viele Jahre perfektionierte Kreislaufwirtschaft.

Chennai sammelt 6,5 Millionen Liter Regenwasser als Reserve für die Trockenzeit.

Der sorgsame Umgang mit Wasser ist schon seit Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil des Umweltschutzes in der BMW Group. Gerade in Regionen mit Wassermangel achtet das Unternehmen besonders auf einen schonenden Umgang mit diesem Rohstoff. Das indische BMW Group Werk Chennai liegt in einer stark von Wassermangel betroffenen Region. Während einer extremen Dürreperiode im Jahr 2019 fiel hier an 200 Tagen kein Regen – die Region stand kurz vor einer Katastrophe. Während der darauffolgenden kurzen Zeit des Monsuns gibt es dagegen mehr Regen, als die Erde oder lokale Brunnen speichern können. Das BMW Group Werk in Chennai sammelte in eigens dafür gebauten Auffangbecken während der Monsunzeit 2020 6.473.000 Liter Regenwasser und deckt damit schon heute etwa 50% seines jährlichen Wasserbedarfs. Um diesen Anteil weiter zu erhöhen, befinden sich weitere Wasserspeicher für den Rückhalt von Regenwasser im Bau. Auch in anderen Werken verwendet die BMW Group unter anderem Wasser aus werkseigenen Brunnen, das nicht in Konkurrenz zum Trinkwasser steht und damit dessen Verbrauch verringert.

Ein weiteres Beispiel für den sparsamen Umgang mit Wasser ist die Nutzung in Kreisläufen: Auch das indische Werk in Chennai recycelt sein gesamtes Prozesswasser und verwendet es mehrfach. Seit langem optimiert die BMW Group zudem in allen seinen Fahrzeugwerken verbrauchsintensive Prozesse wie beispielsweise in der Lackiererei, um sowohl den Bedarf an Frischwasser wie das Abwasseraufkommen zu verringern. Seit 2006 konnte die BMW Group weltweit ihren Wasserbedarf um mehr als 30% verringern. Insgesamt werden nur noch durchschnittlich 2,25 Kubikmeter Wasser je produziertem Fahrzeug verbraucht.

Werk Tiexi in Shenyang produziert eigenen Solarstrom auf 143.000 Quadratmetern.

Der Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in der Produktion ist eines der wirkungsvollsten Mittel zur Vermeidung von CO2 und damit gegen die Klimaerwärmung. Das Werk Tiexi im Joint Venture BMW Brilliance Automotive in Shenyang deckt einen Teil seiner für die Fahrzeugproduktion benötigten elektrischen Energie durch eine 143.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf den Dächern der Parkplätze für die Mitarbeiter. Die Größe entspricht etwa 20 Fußballfeldern und liefert über 15 Megawatt an Sonnenstrom. Es ist die derzeit leistungsstärkste Anlage für Photovoltaik der BMW Group. Auch weitere Werke wie Oxford (England), Chennai (Indien) und San Luis Potosí (Mexiko) besitzen große Flächen mit Sonnenkollektoren. In Mexiko deckt die Kapazität der eigenen Solaranlage den Strombedarf der gesamten Fahrzeugmontage. Neben Solarstrom nutzt die BMW Group weitere erneuerbare Energiequellen zur Stromerzeugung. Je nach Eignung des Standorts für die Erzeugung von Grünstrom nutzt beispielsweise Leipzig Windenergie, die Werke in Dingolfing und München nutzen die Wasserkraft nahegelegener Flüsse für die Produktion ihrer vollelektrischen Fahrzeuge und Rosslyn in Südafrika erhält Strom aus Biogas, produziert mit Rinderdung aus der Landwirtschaft. Neben der eigenen Herstellung bezieht die BMW Group weltweit ihre elektrische Energie in der Produktion aus erneuerbaren Energiequellen.

Rosslyn kümmert sich um die Gesellschaft und hilft mit 2,7 Millionen Euro gegen COVID-19.

Nachhaltigkeit bedeutet für die BMW Group neben Umweltschutz und Ressourcenschonung auch soziale Verantwortung. Deshalb gehören Chancengleichheit durch Bildung, Hilfe für lokale Gesundheitseinrichtungen und eine umfassende Unterstützung der Mitarbeiter ebenso zu den Werten der BMW Group. Das BMW Werk im südafrikanischen Rosslyn war bei seiner Übernahme im Jahr 1975 das erste Auslandswerk der BMW Group und engagiert sich seit den 1990er Jahren für die langfristige Unterstützung der Bevölkerung in den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit, Umwelt und Gemeinschaftsentwicklung. Auch in der aktuellen COVID-19-Pandemie unterstützt die BMW Group gemeinsam mit dem deutschen Entwicklungsministerium die südafrikanische Bevölkerung durch Hilfen im Wert von 2,7 Millionen Euro – einschließlich struktureller Verbesserungen und Erhöhung der Bettenkapazität (806 Betten) in neun Krankenhäusern und vier kommunalen Kliniken. Südafrika und speziell die Region Gauteng, in der das BMW Group Werk Rosslyn liegt, gehörten zu den stark von der Pandemie betroffenen Gebieten.

An vielen Standorten der BMW Group stammen die Initiativen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse für die lokale Bevölkerung auch direkt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die BMW Group fördert dieses ehrenamtliche Engagement durch Auszeichnungen und Preisgelder. Die Förderbeiträge kommen dabei jeweils der ausgezeichneten Initiative zugute. Im Jahr 2020 erhielt der südafrikanische Produktionsmitarbeiter Solly Makgatho für die Idee zur Gründung der Gauteng Community Organization (GCO) einen Ehrenpreis. Die Organisation bietet Waisenkindern Obdach, Versorgung und Bildung.

Steyr recycelt gemeinsam mit deutschen Standorten sieben Tonnen des Hartmetalls Wolfram pro Jahr.

Die BMW Group betrachtet ihre Produkte schon immer mit Blick auf ihren gesamten Lebenszyklus. Bereits bei der Entwicklung bedenken die Ingenieure, welche Komponenten im Fahrzeug sich für den Einsatz von recycelten Rohstoffen eignen. Ein wichtiger Aspekt bei der Planung neuer Produkte ist auch, wie effizient und kostengünstig sich am Ende ihrer Nutzungsphase sortenreine Rohstoffe aus ihnen zurückgewinnen lassen. Wie kein anderes Automobilunternehmen setzt sich die BMW Group ambitionierte Ziele für den Einsatz von Sekundärmaterialien in allen Bereichen des Unternehmens und stellt die Kreislaufwirtschaft sogar in den Mittelpunkt der IAA Mobility 2021 in München.

Als Beispiel für die Rückgewinnung von Rohstoffen im Produktionsprozess dient das Hartmetall Wolfram. Das diamantharte und hitzebeständige Metall kommt bei der BMW Group in Bohr- und Fräseinsätzen zum Einsatz und wird beispielsweise im BMW Group Werk Steyr zur hochpräzisen Bearbeitung von E-Antriebsgehäusen verwendet. Hier sowie in allen deutschen Werken sammelt die BMW Group diese Werkzeuge aus Hartmetall ein, um sie zu recyceln. Pro Jahr reduziert sich so der Bedarf an Wolfram um sieben Tonnen. Im Vergleich zum Einsatz von Primär-Wolfram verringert sich zudem der Energieverbrauch um 70% sowie der CO2-Ausstoß um über 60%.

Auch in Bezug auf weitere Rohstoffe intensiviert die BMW Group beständig ihre Aktivitäten. Unter anderem, indem sie den Einsatz von recyceltem Aluminium in der Karosserie erhöht, Seltene Erden in der neuesten Generation seiner Elektromotoren komplett vermeidet oder Lithium und Kobalt für die Produktion von Batteriezellen selbst einkauft und den Batteriezelllieferanten zur Verfügung stellt, um vollständige Transparenz über den Abbau und die Herkunft zu haben.