Gesagt-Getan-Interviews
Nachhaltigkeit 30.03.2021 10 Min.
Gesagt - Getan!

Gesagt – getan: Wenn es um Nachhaltigkeit geht, redet die BMW Group nicht nur, sondern handelt auch. Der BMW Group Bericht 2020 stellt einige Ziele vor, die sich das Unternehmen gesetzt und erfüllt hat – von der Reduzierung der Flottenemissionen bis zur Diversität. In dem folgenden Interview geben wir einen Einblick in diese Ziele.

 

CO2 Flottenemissionen – Ziel übererfüllt

Gesagt: Wir wollen die CO2-Emissionen in der europäischen Neufahrzeugflotte zwischen 1995 und 2020 halbieren. Getan: …und haben das Ziel mit minus 53 Prozent sogar übertroffen.

Die BMW Group hat den CO2-Flottengrenzwert der EU 2020 unterboten. Im Interview erklärt Christian Miedaner, verantwortlich für die CO2-Reduzierung in der Produktnutzungsphase, wie das gelungen ist.

CO2-Strategie im Rahmen der Produktnutzungsphase – was bedeutet das?

Christian Miedaner: Die Aufgabe besteht darin, mit unseren Fahrzeugen alle marktspezifischen regulatorischen Vorgaben zum Flottenverbrauch und der entsprechenden CO2-Flottenemissionen zu erfüllen. Dies gilt sowohl kurzfristig, als auch mittel- und langfristig. Viele Märkte haben für den Zeitraum nach 2025 noch gar keine verabschiedete Gesetzgebung. Wir müssen aber dafür sorgen, dass die Fahrzeuge, die wir gerade entwickeln, zu diesem Zeitpunkt die Vorgaben robust erfüllen.

Warum wird in den Kennzahlen meist über den CO2-Flottenwert der Neufahrzeuge gesprochen?

Christian Miedaner: Die CO2-Grenzwertvorgaben der EU gehören schon seit langem zu den strengsten weltweit und auch in Zukunft zu den ambitioniertesten. Diese Vorgaben zu erfüllen ist quasi die größte Herausforderung. Deshalb legen wir den klaren Fokus auf die EU-Zielerreichung. Man könnte es so ausdrücken: Wenn man in Europa besteht, dann ist es deutlich leichter auch die Anforderungen in anderen Märkten und Regionen zu erfüllen.

Wie ist es der BMW Group gelungen, die EU Flottenziele 2020 zu erfüllen?

Christian Miedaner: Gelungen ist es uns dadurch, dass wir immer vorausschauend gehandelt haben und frühzeitig wichtige und richtige Entscheidungen getroffen haben. Zum Beispiel, dass wir bereits heute in jedem Segment elektrifizierte Fahrzeuge anbieten. Gleichzeitig haben wir uns entschieden, die Effizienz bei den konventionellen Antrieben noch weiter zu verbessern. Seit 2007 sind unsere Efficient Dynamics Technologien im Einsatz und bei jedem neuen Fahrzeug wird konsequent auf Aerodynamik, Leichtbau, Energiemanagement und das abgestimmte Zusammenspiel der Innovationen geachtet. Ein wichtiger Schritt war auch der flächendeckende Einsatz von 48-Volt-Systemen.

Das ausführlichere Interview gibt es hier zum Nachlesen.

Christian Miedaner

 

Nachhaltig handeln – aber richtig!

Gesagt: Wir wollen die CO2-Emissionen je produziertes Fahrzeug senken. Getan: Seit 2020 beziehen wir den Strom für alle Werke der BMW Group zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Nachhaltiges Handeln betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. Was das für Lieferantennetzwerk und Produktion der BMW Group bedeutet, erklären Patricia Perez Szmak, die das Projekt „Nachaltigkeit in der Lieferkette“ leitet, und Jury Witschnig, verantwortlich für Umweltschutz in der Produktion.

Herr Witschnig, Umweltschutz in der Produktion klingt nach vielen Faktoren, richtig?

Jury Witschnig: Ja, dazu gehören alle wesentlichen Ressourcen für die Produktion – und das hinsichtlich Input und Output. Zum Beispiel Wasser: Da geht es natürlich darum, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Aber auch das Abwasser lassen wir nicht außer Acht. Was kann im Kreislauf noch einmal eingesetzt werden? Und welche Umweltwirkung hat das Abwasser, das wir nicht vermeiden können? Ähnlich umfassend betrachten wir auch die Themen Abfall, Energie, Lösemittel usw. Unser Ziel ist eine saubere Produktion – Clean Production –mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt.

Was haben wir in der Produktion schon erreicht?

Jury Witschnig: In unserem letzten Zielzeitraum – 2006 bis 2020 – schon einiges. Betrachtet man rein die Kennzahlen ist der wohl beeindruckendste Aspekt der, dass wir den Abfall in der Produktion um 80 Prozent verringern konnten. Auch bei Wasser, Energie und Lösemitteln haben wir sehr gute Fortschritte gemacht. Ein Meilenstein ist, dass wir seit 2020 den Strom für die Werke der BMW Group weltweit zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.

Ziel ist es, bis 2030 die CO2-Emissionen je Fahrzeug um weitere 80 Prozent zu reduzieren. Wie geht das?

Jury Witschnig: Für die bisherigen Ziele sind wir in mehreren Schritten vorgegangen. Zunächst haben wir uns in unserem eigenen Netzwerk nach guten Beispielen für Technologieeffizienz umgeschaut. Und nicht zuletzt blicken wir auf die Gestaltung unserer Produkte. Wir wollen verstehen, wo wir schon in der Entwicklung ansetzen können, um die Fahrzeuge später noch nachhaltiger zu produzieren. Diese Konzepte übertragen wir auf unser weltweites Produktionsnetzwerk, entwickeln sie weiter und machen sie zum eigenen Standard.

Ein weiteres Ziel ist es, die CO2-Emissionen im Lieferantennetzwerk bis 2030 um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Frau Perez Szmak, wie geht das?

Patricia Perez Szmak: Wir haben einen konkreten Zehnjahresplan. Zusammen mit unseren Partnern im Lieferantenetzwerk geht es maßgeblich um zwei Themen: Wir wollen den Anteil von erneuerbaren Energien erhöhen und gleichzeitig mehr Sekundärmaterial, also hochwertiges, wiederverwendetes Material einsetzen. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in die Kreislaufwirtschaft. Den Einsatz von erneuerbaren Energien in unserem weltweiten Lieferantennetzwerk auszubauen, ist durchaus anspruchsvoll. Und zugleich ist es der wichtigste Hebel zur CO2-Reduzierung.

Das ausführlichere Interview gibt es hier zum Nachlesen.

Jury Witschnig und Patricia Perez Szmak

 

Vielfalt als Stärke

Gesagt: Die BMW Group sieht Vielfalt als Stärke. Für eine nachhaltige Frauenförderung hat sie sich für alle Ebenen des Unternehmens Ziele beim Frauenanteil gesetzt. Getan: Gegenüber 2011 hat sich die Zahl weiblicher Führungskräfte in der BMW AG mehr als verdoppelt.

Im Interview erklären Sabine Distler und Gabriele von Stetten, die beide Verantwortlichen für Diversity, wie das Ziel erreicht wurde.

Welchen Stellenwert hat Diversity für die BMW Group?

Gabriele von Stetten: Wir sind davon überzeugt, dass Vielfalt unsere Attraktivität als Arbeitgeber, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Leistungsfähigkeit steigert. Vielfältige Teams sind innovativer – das belegen auch Studien.

Sabine Distler: Dazu kommt noch etwas. Wir haben vielfältige Kunden auf der ganzen Welt. Und wenn wir diese Kundinnen und Kunden verstehen, überzeugen und begeistern wollen, dann brauchen wir diese Vielfalt auch bei unseren Mitarbeitern.

Die BMW Group misst Diversität unter anderem durch den Frauenanteil in Führungsfunktionen. Wie stehen Sie zum Thema Frauenquote?

Gabriele von Stetten: Wie gesagt: Wir sind davon überzeugt, dass wir Diversität brauchen, weil sie uns innovativer und damit wettbewerbsfähiger macht. Das gilt auch für Gender-Diversität. Deswegen setzen wir uns anspruchsvolle Ziele, die wir natürlich verfolgen und erreichen wollen. Eine gesetzlich definierte Frauenquote wie wir sie in Deutschland haben, kann das flankieren, aber es ist unser ureigenes Interesse, dass in der gesamten Belegschaft und auf Führungsebene Frauen und Männer arbeiten. Wir setzen uns auch ohne Vorgabe mit diesem Thema auseinander. Aber messbare Ziele helfen.

Die Ziele 2020 hat die BMW Group sogar übertroffen und sich jetzt neue, ambitionierte Ziele gesetzt. Wo sehen Sie die Herausforderungen?

Sabine Distler: Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht und unter anderem die Zahl der weiblichen Führungskräfte mehr als verdoppelt. Und wir haben uns ambitionierte Ziele für den Zeitraum bis 2025 gesetzt. Um diese zu erreichen, ist es zum einen von entscheidender Bedeutung, unsere weiblichen Talente frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu entwickeln. Zum anderen ist es wichtig, qualifizierte Frauen ins Unternehmen zu bringen. Wir haben mehrere Nachwuchsprogramme und schon dort achten wir auf einen entsprechenden Frauenanteil.

Das ausführlichere Interview gibt es hier zum Nachlesen.

Gabriele von Stetten und Sabine Distler