Electric City Drive
Nachhaltigkeit 15.03.2019 4 Min.
Spielerisch nachhaltig.

Gamification, also das Einbinden von Spielelementen wie Badges oder Punkten in alltägliche Prozesse, hat viele Vorteile. Es steigert das Involvement, kann zu längerer und regelmässigeren Nutzung führen und macht dabei auch noch Spaß. Doch kann man damit auch einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten? Die BMW Group wollte es in Zusammenarbeit mit der Stadt Rotterdam herausfinden und rief Ende letzten Jahres das Pilotprojekt „Electric City Drive“ ins Leben.

Gemeinsam mit der Erasmus Universität Rotterdam stand dabei eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann man Fahrer von Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen dazu bringen, in Innenstädten häufiger in den elektrischen Fahrmodus zu wechseln? Der Hintergrund: Auf dem Weg zur Elektromobilität sind Plug-In-Hybride eine wichtige Brückentechnologie. Denn sie geben Fahrern die Möglichkeit zwischen vollektrischem und klassischem Fahrmodus zu wechseln – ganz nach den jeweiligen Anforderungen. Bei kurzen Strecken, Stop-and-Go-Verkehr und ähnlichen Situationen bietet sich der elektrische Modus besonders an und führt zu weniger Verbrauch und besserer Luftqualität. Auch das regelmäßige Laden,kann einen positiven Effekt für die Umwelt erzielen, vor allem wenn Verbraucher wie Heizung oder Klimaanlage bereits während des Ladevorgangs eingeschaltet werden.

Für das Projekt wurde daher eine App entwickelt, die durch den Einsatz von Geo-Fencing-Technologie eben dieses Verhalten, also das bewusste umschalten in den elektrischen Modus, verstärken sollte. Dabei erhielten Kunden, die einen BMW oder MINI Plug-In-Hybriden fahren, innerhalb eines definierten Areals in Rotterdam auf dem Display des Infotainmentsystems die Information, in den E-Modus zu schalten. Noch mehr Anreiz bestand für die Projektteilnehmer durch den ergänzten, spielerischen Ansatz. Denn für jeden elektrisch gefahrenen Kilometer innerhalb des Projektbereichs erhielt der Fahrer als Belohnung einen Punkt.

Auch außerhalb des definierten Innenstadtbereiches konnten Teilnehmer punkten. Je fünf Kilometer Fahrtstrecke im E-Modus gab es einen weiteren Punkt. Ebenso belohnt wurde das Aufladen der Fahrzeugbatterie. Pro 10% Ladezustand erhielten Teilnehmer auch hier jeweils einen Punkt. Die gesammelten Punkte standen aber nicht nur für ökologisches Verhalten – sie konnten auch in attraktive Prämien umgetauscht werden.

Detail Ladesäule
Ladesäule mit davor geparktem BMW

 

Doch Punkte alleine, waren nicht die einzigen Motivatoren. Über eine App konnten sich Fahrer auch mit anderen Teilnehmern messen oder an kleinen Wettbewerben teilnehmen. Dabei ging es zum Beispiel darum, die meisten Punkte innerhalb eines Tages zu sammeln oder die Batterie häufiger zu laden, als alle anderen.

Während des Projekts testete die BMW Group verschiedene solcher Belohnungs-Anreize. Die Auswertung der Daten erfolgte in Zusammenarbeit mit der Erasmus Universität Rotterdam, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Die ersten Ergebnisse zeigen bereits: Unabhängig von der Art der Belohnung haben die Teilnehmer rund 90% der Strecken innerhalb des definierten Innenstadtbereichs elektrisch zurückgelegt. Die Ergebnisse können auch dabei helfen, die Ladeinfrastruktur in Städten zu optimieren.

Die Ergebnisse des „Electric City Drive“ zeigen bereits jetzt, dass Plug-In Hybrid Fahrzeuge einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten leisten können und sich durch individuelles Fahrverhalten viel zum Positiven verändern lässt. Dieses Potential lässt sich durch einen spielerischen Ansatz zusätzlich verstärken. Deshalb wird die BMW Group den Einsatz solcher Methoden weiter evaluieren und dort einsetzen, wo es Sinn macht, um das Potential und die Akzeptanz elektrischer Mobilität zu stärken und weiter zu verbreiten. 

Fahrzeugdetail vor Skyline
Zwei BMW vor Ladesäule
Electric City Drive