Seitenübersicht: BMW Group Daten-Ökosystem
Eine Weltkarte mit hervorgehobenen Verkehrsnetzen
BMW Group Daten-Ökosystem.

DATEN SIND DER NEUE CODE.

Die BMW Group blickt auf eine lange Geschichte in der Vernetzung von Fahrzeugen zurück. Bereits 1997 hat BMW die erste SIM-Karten in ein Fahrzeug verbaut. Damit konnte erstmals der Intelligente Notruf Dienst angeboten werden. Seither hat das Unternehmen über 14 Millionen vernetzte Fahrzeuge auf die Straße gebracht. Heute fährt diese Flotte in nur 24 Stunden circa 140 Millionen Kilometer und sammelt zum Beispiel 25 Millionen Informationen zu Verkehrsschildern. Über 4 Millionen Fahrzeuge liefern Verkehrsinformationen in Echtzeit. An einem Tag fährt die BMW Group Flotte fast das gesamte deutsche Autobahnnetz ab (98,5%).

Die BMW Fahrzeuge der neusten Generation, die mit dem BMW Driving Assistant Professional ausgestattet sind, vermessen mit ihren Sensoren jede Sekunde knapp 30 Kilometer Straßennetz zentimetergenau. Das sind über 2,5 Millionen Kilometer Straßennetz pro Tag. Für das automatisierte Fahren sind hochauflösende und stets aktuelle digitale Karten zur Orientierung und Lokalisierung des Fahrzeugs notwendig.

Die Größe der vernetzten Flotte wächst mit jedem neuen zugelassenen Fahrzeug. Gleichzeitig werden der Grad der Vernetzung und die verbaute Sensortechnik aus Kameras, Radar, Ultraschall und Infrarot immer besser. Die Fahrzeuge werden zu intelligenten Hightech-Geräten, die immer mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen und verarbeiten können. Diese Informationen unterstützen nicht nur die Funktionen des jeweiligen Fahrzeugs. Indem sie die Informationen mit der gesamten Flotte teilen, profitieren auch alle anderen Fahrzeuge von dieser „Schwarmintelligenz“. Jedem Fahrzeug stehen somit ausgewählte Informationen und Analysen von Millionen anderen zur Verfügung. Ein einzelnes Fahrzeug registriert Glatteis am Ende einer Kurve und nach Validierung der Information werden alle nachfolgenden Fahrer gewarnt – bevor sie selbst die Gefahr überhaupt wahrnehmen.

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In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, Echtzeitdaten und Daten aus Langzeitanalysen zu kombinieren. Auf diese Weise kann die Flottenintelligenz sogar Vorhersagen treffen. Zum Beispiel kann das Fahrzeug dem Fahrer nicht nur zeigen, wo er einen Parkplatz findet, sondern auch, wie wahrscheinlich dieser zur berechneten Ankunftszeit frei ist. Auf Basis dieser Daten lässt sich für die Reststrecke exakt die Route berechnen, auf der man am wahrscheinlichsten einen Parkplatz nahe seines Zielorts findet. Das spart dem Kunden Zeit und Nerven. In Berlin zum Beispiel macht allein der Parksuchverkehr 40 Prozent des gesamten Autoverkehrs aus (Quelle: Bundesregierung, BMVI, 2017). Wird der Parksuchverkehr insgesamt verringert, lassen sich dadurch auch Kraftstoff und Emissionen in den Städten in erheblichem Maße einsparen. Davon profitieren wiederum alle.

Daten sind ein grundlegender Bestandteil für die Entwicklung innovativer Services und neuer Funktionen, sowie für die Verbesserung der Effizienz, Qualität und Sicherheit. Die BMW Group verarbeitet Daten zweckgebunden zum Nutzen der Kunden, der Gesellschaft und zur Weiterentwicklung der Mobilität. Das Spektrum reicht von lokalen Gefahrenwarnungen über On-Street Parking Informationen bis hin zur Personalisierung von digitalen Diensten. Auf dem Weg zum automatisierten Fahren sind Daten essenziell dafür, Algorithmen zu trainieren und Fahrfunktionen virtuell abzusichern.

Bei all dem Nutzen ist unsere Haltung kompromisslos: Für die BMW Group sind Sicherheit und Datenschutz ein Versprechen ihrer Premiummarken und integraler Bestandteil der Entwicklung. Wir bieten unseren Kunden Transparenz und Kontrolle über die Verwendung ihrer Daten. Flottendaten werden ausschließlich in anonymisierter Form ohne Kundenbezug weiterverarbeitet. Wir schützen zudem das Fahrzeug vor unbefugten Zugriffen Dritter. 

Grafik zur Veranschaulichung der Data-Streams

DATEN ZUR VERKEHRS- UND PRODUKTSICHERHEIT.

Auf den BMW Group Servern werden die personenbeziehbaren Fahrzeugdaten in BMW und MINI CarData abgespeichert, wo der Kunde sie jederzeit einsehen kann. Dabei behält er die Kontrolle und kann entscheiden, ob und an wen er seine Fahrzeugdaten weitergeben möchte.

Vor der unternehmensinternen Weiterverarbeitung von Fahrzeugdaten werden diese anonymisiert. Das bedeutet, dass alle Informationen mit Personenbezug vom Datensatz entfernt und nur die zweckgebundenen Informationen weiterverarbeitet werden. Wenn beispielsweise ein Fahrzeug über Glatteis fährt, wird der Datensatz zu diesem Ereignis herausgelöst. Übrig bleiben Informationen wie „DSC aktiviert, GPS Position, Uhrzeit, Temperatur“. Nicht verwendet werden die Daten, welches Fahrzeug das Ereignis registriert hat. Aus diesem Datensatz können wir somit zwar ableiten, ob es sich um Aquaplaning oder Glatteis handelt, jedoch nicht, wer das Ereignis gemeldet hat.

Um Produktmängel bei einzelnen Fahrzeugen oder bei einer Modellreihe zu identifizieren und zu beheben, ist es fallbezogen notwendig, dass Partner und Lieferanten Daten erhalten, die einem Fahrzeug zugeordnet werden können. Dazu wird der echte Personenbezug unkenntlich gemacht, indem personenbezogene Informationen – wie zum Beispiel die Fahrgestellnummer – durch ein Pseudonym kodiert werden. Damit lässt sich ein Vorgang noch einem einzelnen Fahrzeug zuordnen, aber die Partner und Lieferanten können ihn weder einer Fahrgestellnummer noch einem Halter zuordnen. Bestünde nach Auswertung der Daten ein sicherheitsrelevanter Servicebedarf, dann würde die BMW Group das Pseudonym zweckgebunden entschlüsseln und könnte den Halter des Fahrzeugs kontaktieren. 

Der VDA* und die ACEA* definieren Datenkategorien, die eine Relevanz für die Verkehrssicherheit, das Verkehrsmanagement und die Produkt- oder Servicequalität aufweisen. Diese Daten werden entsprechend im BMW Group Backend anonymisiert oder pseudonymisiert.

Dabei befolgt die BMW Group die jeweils geltende Rechtslage wie zum Beispiel EU-DSGVO, Bundesdatenschutzgesetz oder entsprechend anwendbare Gesetze. Dies gilt auch für die Übermittlung personenbezogener Daten an Dritte, eingeschlossen der Übermittlung an Strafverfolgungsbehörden oder sonstige öffentliche Stellen.

VOLLE TRANSPARENZ UND KONTROLLE FÜR UNSERE KUNDEN.

Die BMW Group hat den Anspruch, dem Kunden zu jeder Zeit Kontrolle und Transparenz über seine Fahrzeugdaten zu gewährleisten. Die Hinweise zum Datenschutz sind online jederzeit einsehbar. Die Einstellungen, wie viele und welche Daten aus dem Fahrzeug geteilt werden sollen, können im Datenschutzmenü im Fahrzeug* und auf der ConnectedDrive Website eingesehen und vorgenommen werden. Zur schnellen Auswahl werden vier einfache Abstufungen angeboten: von „Alle Dienste inklusive Analyse-Daten teilen“ bis hin zu „Keine Dienste aktivieren“. 

Display im Auto mit Auswahlmöglichkeiten zum Datenschutz

Beispiel: Wählt der Kunde „Keine Dienste aktivieren“, verhält sich das Fahrzeug wie ein Smartphone im „Flugmodus“: Es werden keine Daten übertragen. Ausnahme ist ausschließlich der gesetzlich vorgeschriebene eCall, welcher nur im Falle einer Kollision automatisch Informationen an die Rettungsleitstelle sendet.

Der Kunde kann sehr detailliert und je nach Fahrzeugausstattung aktuell über 30 Fahrzeugdienste individuell anpassen, aktivieren und deaktivieren. Am besten funktionieren Fahrer, Fahrzeug und die Flotte allerdings als Team: Je mehr anonymisierte Daten geteilt werden, desto besser sind die Analysen, Prognosen und Sicherheitswarnungen, die allen Kunden zur Verfügung gestellt werden können.

Einige Services funktionieren nur, wenn die entsprechenden Daten übermittelt werden. Ein Beispiel hierfür ist das Erlernen von Kundenvorlieben. Damit das Fahrzeug bestimmte Komfortfunktionen automatisch für den individuellen Kunden einstellen kann, müssen erst die Daten zum Nutzungsverhalten ausgewertet werden. Danach ist es beispielsweise möglich, dass das Fahrzeug personalisierte Vorschläge zur Routenführung macht. 

Am Beispiel „Verkehrsinformationen“ wird wiederum deutlich, wie wichtig das Teilen von Echtzeitdaten zu Verkehrslage, Gefahren und zu erwartenden Verzögerungen innerhalb der Flotte ist. Wenn jeder Kunde, der mit seinem Fahrzeug unterwegs ist, seine gesammelten Informationen in anonymisierter Form teilt, wird die Routenoptimierung durch eine bessere Datengrundlage präziser und sicherer. Von den Vorhersagen zu Verkehrslagen, Gefahren oder Verzögerungen profitieren alle Kunden, die selbst ihre Daten teilen.

Display im Auto mit Auswahlmöglichkeiten zum Datenschutz in der Navigation

Hier finden Sie mehr Informationen zum Datenschutz bei BMW.

*Datenschutzmenü unterscheidet sich nach Modelgeneration und Ausstattung des Fahrzeugs. 

INNOVATIVE SERVICES MIT BMW UND MINI CARDATA.

BMW und MINI Kunden können jederzeit ein Datenarchiv von BMW und MINI CarData anfordern. Dazu loggen sie sich im BMW ConnectedDrive Kundenportal bzw. im MINI Connected Kundenportal ein. Dort erhalten sie eine Übersicht ihrer zum Anfragezeitpunkt gespeicherten Telematikdaten. Außerdem können die Kunden, wenn sie dies aktiv veranlassen, über CarData Daten an Service-Anbieter wie Versicherungen oder Werkstätten weitergeben und so personalisierte Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Personenbeziehbare Telematikdaten werden ausnahmslos in der unternehmenseigenen CarData Plattform gespeichert. Der Kunde hat zu jeder Zeit die Hoheit über seine Daten und kann selbst bestimmen, ob er Daten löschen, sie an Dritte weitergeben oder eine bereits erteilte Freigabe wieder zurückziehen möchte. Die Kunden haben hier auch die Möglichkeit, Daten an einen Service-Anbieter weiterzugeben. Serviceanbieter wie beispielsweise Werkstätten oder Versicherungen können sich bei BMW und MINI CarData registrieren. Sofern ein Kunde eine bestimmte Dienstleistung – wie zum Beispiel eine flexible und kilometergenaue KFZ-Versicherung – in Anspruch nehmen möchte und die Datenweitergabe aktiv angewiesen hat, erhält das anfragende Unternehmen die für die Dienstleistung notwendigen Daten über eine verschlüsselte Verbindung zu CarData.

Die BMW Group unterstützt als Mitglied des VDA sowie des ACEA die dort verfassten Prinzipien zum Datenschutz, die den Fokus auf Transparenz, Selbstbestimmung des Kunden und technischen Schutz der Daten im Fahrzeug legen. Bei CarData handelt sich um einen abgesicherten zentralen Server mit klar definierten technischen und wettbewerbsrechtlichen Regeln, gemäß des „Extended Vehicle“ Ansatzes nach ISO Standard 20078.

Mehr Informationen zu BMW und MINI CarData finden Sie hier

DIE VERNETZUNG MIT DATENPLATTFORMEN.

Detailgrafik zur Veranschaulichung der Data-Streams

Daten-Marktplätze fungieren als Plattformen, auf denen Daten zwischen unterschiedlichen Parteien ausgetauscht werden können. Dies dient sowohl der Verbesserung eigener Services als auch derer von Dritten und trägt beispielsweise dazu bei, die allgemeine Verkehrssicherheit oder -effizienz zu erhöhen.

Anwendungsbeispiele sind der Austausch von Parkplatzinformationen oder von verkehrsrelevanten Flottendaten in Echtzeit. Seit Mitte 2019 gibt die BMW Group jedem kostenlosen Zugriff auf sicherheitsrelevante Verkehrsdaten für nicht-kommerzielle Zwecke. Somit können Unternehmen anderer Industrien, Start-ups, Institutionen oder auch Behörden über Plattformen benötigte Daten beziehen. Mit Plattformen teilt die BMW Group ausschließlich anonyme Flottendaten ohne Personenbezug.

Die BMW Group überträgt dem Open Location Platform Marketplace von HERE sicherheitsrelevante Verkehrsdaten wie Gefahrenwarnungen zu Unfällen oder rutschigen Fahrbahnstellen. Nach der Datenlizensierung durch die BMW Group können auch Dritte auf diese Daten zugreifen. Durch diesen Datenaustausch können sicherheitsrelevante Services, wie die „Lokale Gefahrenwarnung“ oder die „On-Street-Parking Information“, stetig verbessert werden. Für nicht-kommerzielle Zwecke können Entwickler, Serviceanbieter oder Institutionen wie beispielsweise Verkehrsleitstellen kostenlos auf die sicherheitsrelevanten Daten zugreifen. Für die BMW Group ist Verkehrssicherheit Teil der gesellschaftlichen Verantwortung.

Hier finden Sie mehr Informationen zum OLP Marketplace von HERE.

An Otonomo werden ebenfalls Verkehrsdaten übertragen. Otonomo fungiert hier als offene Plattform. Anonymisierte und aggregierte Daten aus der Fahrzeugflotte wie zum Beispiel aus der Verkehrsschilderkennung und dem Verkehrsfluss stellt die BMW Group hier für Dritte zur Verfügung. Die Datenlizensierung erfolgt, anders als bei HERE, nicht über die BMW Group selbst, sondern direkt über Otonomo. Auf diese Weise können Dienstleister, Start-ups oder auch Institutionen diskriminierungsfrei auf Daten zugreifen, um innovative Services und Geschäftsfelder zu entwickeln.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Data Services Plattform von Otonomo.

SICHERHEIT UND DATENSCHUTZ.

Die Datenstrategie der BMW Group basiert auf grundlegenden Prinzipien, die ausschlaggebend für ihr Handeln und den Umgang mit Daten sind, um zu jeder Zeit Sicherheit und Datenschutz gewährleisten zu können:

  • Die Fahrzeuge sind nicht direkt mit dem Internet, sondern über eine gesicherte Verbindung mit dem BMW Group Backend verbunden (Virtual Private Network). Aus Sicherheitsgründen erhält kein Dritter direkten Zugriff auf das Fahrzeug.
  • Auf diese Weise ist ebenfalls sichergestellt, dass keine personenbeziehbaren Daten ohne Zustimmung des Kunden an unbefugte Dritte abfließen können.
  • Die personenbeziehbaren Daten werden von der BMW Group geschützt und können jederzeit vom Kunden eingesehen werden. Personenbeziehbare Daten werden nur auf ausdrücklichen Wunsch und nach Bestätigung des Kunden an Dritte weitergegeben.
  • Um Produkte, Services und die allgemeine Verkehrssicherheit zu verbessern, teilt die BMW Group Daten mit Dritten. Diese Daten werden vorher anonymisiert und haben keinen Personenbezug.
  • Die Monetarisierung ist nicht Kern unseres Geschäftsmodells.
  • Die BMW Group befolgt die jeweils geltende Rechtslage wie zum Beispiel die EU-DSGVO, das Bundesdatenschutzgesetz und entsprechend anwendbare Gesetze.
Detailgrafik zur Veranschaulichung der Data-Streams

Stand: Juli 2020