Seitenübersicht: BMW Group - Elektromobilität - Nachhaltigkeit
BMW Zentrale München bei Nacht
Elektromobilität Nachhaltigkeit.

Neben der Weiterentwicklung der Elektromobilität treibt die BMW Group ihre Nachhaltigkeitsstrategie entlang der gesamten Wertschöpfungskette konsequent voran. Seit 2006 sind beispielsweise der Ressourcenverbrauch und die Emissionen je produziertes Fahrzeug um mehr als 50 Prozent gesunken. Bei der Reduzierung des Wasserverbrauchs in der Automobil-Produktion setzt die BMW Group Maßstäbe im Industrieumfeld. Zudem beziehen weltweit alle von der BMW Group betriebenen Werke Energie aus erneuerbaren Quellen und gewährleisten so eine zu 100 Prozent CO2-freie Stromversorgung.

RESSOURCENGEWINNUNG.

Die BMW Group hat mit den Unternehmen BASF SE, Samsung SDI und Samsung Electronics ein gemeinsames Kobalt-Abbauprojekt in der Demokratischen Republik Kongo gestartet. Diese Partnerschaft unter dem Titel „Cobalt for Development“ verbessert mithilfe der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit die Arbeitsbedingungen im handwerklichen Bergbau sowie die Lebensbedingungen der umliegenden Gemeinden und soll zukünftig als privat finanziertes Projekt weiterlaufen.

Kobalt ist eine Schlüsselkomponente bei der Herstellung von Batterien für die Automobil- und Elektronikindustrie. Der industrielle Bergbau macht nur etwa 80-85% der kongolesischen Kobaltproduktion aus, während die restlichen 15-20% im handwerklichen Bergbau gewonnen werden. Mit einem vollständig privat finanzierten Projekt soll ein Ansatz zur Bewältigung der Herausforderungen im handwerklichen Bergbau erprobt werden, denn die Bewahrung von Menschenrechten und die Einhaltung von Umweltstandards sind für die BMW Group eine Selbstverständlichkeit.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt unserer Unternehmensstrategie und spielt eine Schlüsselrolle beim Ausbau der Elektromobilität. Wir sind uns unserer Verantwortung voll bewusst: Kobalt und andere Rohstoffe müssen unter ethisch verantwortlichen Bedingungen gewonnen und verarbeitet werden.

Dr. Andreas Wendt

Mitglied des Vorstands der BMW AG, Einkauf und Lieferantennetzwerk

Kobalt-Abbau in Afrika
Mitarbeiter einer Kobalt-Mine

ROHSTOFF-VERSORGUNG.

Bei der Rohstoffgewinnung – insbesondere beim Abbau von Schlüsselrohstoffen wie Lithium und Kobalt – hat für die BMW Group die Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten oberste Priorität. Eine ethisch verantwortliche Rohstoffgewinnung und -verarbeitung beginnt für das Unternehmen ganz am Anfang der Wertschöpfungskette, in den Rohstoffminen. Für die kommende, fünfte Generation an Batteriezellen hat die BMW Group ihre Lieferketten neu strukturiert und wird Kobalt und Lithium ab 2020 – ohne Zwischenhändler – direkt einkaufen und die Rohstoffe ihren Batteriezellen-Herstellern zur Verfügung stellen.

Kobalt wird von BMW künftig direkt aus Minen in Australien und Marokko bezogen, Lithium unter anderem auch aus Australien. Damit sind 100 Prozent Transparenz über die Herkunft der beiden wichtigen Rohstoffe gegeben.

Für uns beginnt eine ethisch verantwortliche Rohstoffgewinnung und -verarbeitung ganz am Anfang der Wertschöpfungskette: Wir beschäftigen uns intensiv mit den Lieferketten für Batteriezellen – bis in die Rohstoffminen hinein.

Ralf Hattler

Bereichsleiter bei der BMW AG, Einkauf Indirekte Güter und Leistungen.

Batteriespeicher

Ein Leben nach dem Leben.

BATTERIERECYCLING.

Batterien sind wertvolle Rohstoffquellen. Deshalb treibt die BMW Group in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt sowie Umicore, einem belgischen Entwickler von Batteriematerialien, den Aufbau einer kompletten, nachhaltigen Wertschöpfungskette für Batteriezellen voran – von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Recycling. Das Recycling von Batteriekomponenten wie zum Beispiel Nickel, Kobalt oder Kupfer spielt dabei eine entscheidende Rolle, um den Wertstoffkreislauf ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu schließen. Batterie-Recycling und Second-Life-Nutzung tragen zudem zu einer Reduzierung der Verbrauchs- und CO2-Werte über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs bei. Experten sprechen dabei von Ökobilanz oder Lebenszyklus-Analyse (englisch Life Cycle Assessment, kurz LCA). Die Lebenszyklus-Analyse gliedert die Produktion eines Fahrzeugs bis zum Ende der Nutzungszeit in vier Abschnitte: Lieferkette, Produktion, Nutzungsphase und Recycling. Durch die LCA lassen sich CO2-intensive Prozesse offenlegen und verändern. Bevor größere Mengen an Batterien zurückgeführt werden, wird es aber noch eine lange Phase der Primär-Nutzung in den Fahrzeugen und der anschließenden Second-Life-Verwendung als Stationär-Speicher geben.

BMW Batteriespeicher Leipzig

Batteriespeicher in Leipzig.

Der BMW Batteriespeicher Leipzig bildet die Grundlage für zwei energiebezogene Geschäftsmodelle: Lokale Energieoptimierung am Standort Leipzig hinsichtlich Energiekosten und CO2 sowie Netzstabilisierung durch sogenannte Ausgleichsenergie. Der großflächige Batteriespeicher ist in der Lage, lokal erzeugte Eigenenergie von vier Windkraftanlagen besser in den Energieverbrauch des Werkes zu integrieren, um den CO2-Fußabdruck noch weiter zu senken. Durch den Einsatz von Peak Shaving – also die Vermeidung von kostspieligen Spitzenlasten – trägt der Batteriespeicher auch dazu bei, die Energiekosten im Leipziger Werk zu senken.

BMW Batteriespeicher in Hamburg

Batteriespeicher in Hamburg.

Gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen werden in Hamburg zu einem großen Stromspeicher zusammengeschaltet. Dessen Energie steht binnen Sekunden zur Verfügung und kann dabei helfen, das Stromnetz stabil zu halten. Der von Vattenfall, BMW und Bosch entwickelte Speicher besteht aus 2.600 Batteriemodulen aus mehr als 1.000 Elektrofahrzeugen und verfügt über eine Leistung von zwei Megawatt (MW) sowie einer Speicherkapazität von 2.800 Kilowattstunden (kWh). Mit dieser Kapazität könnte der Speicher einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt sieben Monate lang mit Strom versorgen.