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Umwelt- und Sozialstandards

Umwelt- und Sozialstandards.

Die BMW Group ist Pionier in Bezug auf die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Lieferantennetzwerk. Bereits 2008 haben wir umfassende Präventivmaßnahmen wie z.B. vertragliche Verpflichtungen zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards definiert und diese erstmals bei der Beauftragung der Lieferanten für den BMW i3 festgeschrieben. 2014 wurden diese Standards um einen mehrstufigen Sorgfaltspflichtenprozess erweitert, der die Beschaffung von Produktionsmaterial für alle Fahrzeugmodelle sowie für nicht-produktionsbezogene Güter und Leistungen umfasst. Darin enthalten ist beispielsweise die vertragliche Verpflichtung zu erweiterten Umwelt- und Sozialstandards, Menschenrechten sowie Managementsysteme zum Arbeitsschutz und Schutz der Umwelt. Jeder Lieferant, der eine direkte Geschäftsbeziehung zur BMW Group hat, muss diese Anforderungen vertraglich an die jeweiligen Sublieferanten weitergeben. 

Nachhaltigkeit ist für uns ein fester Bestandteil aller Aktivitäten im Einkauf. Wir integrieren unsere Anforderungen zur Nachhaltigkeit in jede Auftragsvergabe und heben damit nachhaltiges Handeln auf ein neues Level. Gerade als Premiumhersteller haben wir den Anspruch, beim Thema Nachhaltigkeit voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen.

Dr.-Ing. Andreas Wendt

Mitglied des Vorstands der BMW AG, Einkauf und Lieferantennetzwerk

Dr.-Ing. Andreas Wendt

Engagement in lokalen Projekten zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards.

Die BMW Group ergreift eine Vielzahl von Maßnahmen, um Umwelt- und Sozialstandards im Lieferantennetzwerk sicherzustellen. Grundvoraussetzung für die Vergabe jedes Auftrags ist die Einhaltung der vorgegebenen Nachhaltigkeitsanforderungen. Über verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise auch Audits werden diese überprüft. Ergänzend bieten wir regelmäßig vertiefende Schulungen an. Bei kritischen Rohstoffen steigen wir tiefer in die Lieferkette ein und engagieren uns im Rahmen unserer Sorgfaltspflicht beispielsweise in konkreten Vor-Ort-Projekten.  Um natürliche Ressourcen zu schützen reduzieren wir den Einsatz von Rohstoffen so weit wie möglich und setzen vermehrt recyceltes Material ein. 



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Die BMW Group übernimmt im Rahmen der unternehmerischen Sorgfaltspflicht Verantwortung und engagiert sich gemäß dem Grundsatz „Befähigung vor Rückzug“ in Vor-Ort-Projekten. 2018 hat die BMW Group gemeinsam mit weiteren Partnern die branchenübergreifende Initiative „Cobalt for Development“ im Kongo ins Leben gerufen. Ziel des Projekts, das von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ umgesetzt wird, ist es, den handwerklichen Bergbau vor Ort weiterzuentwickeln und zu professionalisieren.

Im Rahmen der Initiative werden Bergbauarbeiter von Kleinstminen geschult. Die Förderung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten für Familien in Gebieten des Kleinstbergbaus verringert zudem die Abhängigkeit von Einkünften der Kinder und ermöglicht so Schulbesuche.



Batteriezelle

Bei kritischen Rohstoffen stellt der Anspruch, Verletzungen von Umweltstandards und Menschenrechten auszuschließen, eine besondere Herausforderung dar – beispielsweise bei Lithium und Kobalt, beides Schlüsselkomponenten für die Produktion von Batteriezellen. Beide Rohstoffe kaufen wir daher direkt bei den Rohstoffherstellern ein und stellen sie den Batteriezell-Lieferanten unserer aktuellen, fünften Generation zur Verfügung. So erreichen wir einen vollständige Rückverfolgbarkeit über die Herkunft und Abbaumethoden des Materials und Transparenz hinsichtlich der Umwelt- und Sozialstandards her. Gleichzeitig haben wir den Einsatz von Kobalt im Kathodenmaterial in unserer aktuellen Generation von Batteriezellen auf unter zehn Prozent reduziert. Der E-Motor der gleichen Generation kommt vollständig ohne Seltene Erden aus.



Pickup-Truck mit drei Personen die in eine Karte schauen

Die BMW Group und BASF SE haben Ende 2020 bei der University of Massachusetts Amherst und der University of Alaska eine Studie in Auftrag gegeben, um den Wasserverbrauch verschiedener Methoden des Lithiumabbaus in Südamerika wissenschaftlich zu untersuchen. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen den Süßwasser- und den Lithium-Sole-Schichten wissenschaftlich besser zu verstehen, verschiedene Technologien zu bewerten und die Unsicherheit hinsichtlich ihrer möglichen Umweltauswirkungen zu verringern. Die Studie bietet eine wissenschaftliche Grundlage, um zukünftig fundierte Entscheidungen zum nachhaltigen Lithiumabbau in Lateinamerika zu treffen.



Ernte des Kautschuksafts

Als erster Automobilhersteller weltweit stattet die BMW Group Automobile mit Reifen auf Basis von nachhaltigem, zertifiziertem Naturkautschuk und Rayon, einem holzbasierten Material zur Verstärkung der Reifen, aus. Das Unternehmen bezieht die 22-Zoll-Reifen zunächst exklusiv von Pirelli und setzt sie ab August 2021 beim BMW X5 xDrive45e Plug-in-Hybrid ein. Die Zertifizierung der Plantagen sowie der komplexen Lieferkette des Naturkautschuks und Rayons erfolgt gemäß den strengen Standards der unabhängigen Organisation Forest Stewardship Council® (FSC®). Der Einsatz von Reifen aus FSC-zertifiziertem Naturkautschuk ist eine Pionierleistung, die zum Erhalt der Artenvielfalt und der Wälder beiträgt und so auch um dem Klimawandel entgegen wirkt.

Als eines der Gründungsmitglieder der Globalen Plattform für Nachhaltigen Naturkautschuk (GPSNR) setzt sich die BMW Group seit 2019 für Verbesserungen im Bereich Nachhaltigkeit in der Lieferkette von Naturkautschuk ein.

BMW Group license number: FSC® N002012

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BMW-Mitarbeiterin füllt Material in einen Behälter

Die BMW Group legt einen besonderen Fokus auf Rohstoffe, die zu den sogenannten Konfliktmineralien gehören. Darunter fallen Erze, deren Abbau und Handel oft mit Verstößen gegen Umwelt- und Sozialstandards in Verbindung gebracht wird. Ein Beispiel hierfür ist Wolfram, das sich heute beispielsweise im Vibrationsalarm von Handys, in Glühdrähten von Glühbirnen, aber auch in Bohr- und Fräseinsätzen industrieller Maschinen der Automobilproduktion wieder.

Die BMW Group hat nun für dieses besondere Metall einen geschlossenen Materialkreislauf aufgestellt und sammelt die alten Bohr- und Fräseinsätze in ihren Werken in Deutschland und Österreich ein, um sie zu recyceln. Anschließend werden aus dem so gewonnenen Sekundär-Wolfram neue Bohr- und Fräswerkzeuge hergestellt. Pro Jahr reduziert sich so der Bedarf an Wolfram um sieben Tonnen. Im Vergleich zum Einsatz von Primär-Wolfram verringert sich zudem der Energieverbrauch um 70% sowie der CO₂-Ausstoß um über 60%. 

Nachhaltiges Rohstoffmanagement.

Rohstoffe sind die Grundlage für jeden industriellen Produktionsprozess. Den Weg eines Rohstoffs  vom Ursprung bis zum Endprodukt rückverfolgbar und transparent zu verfolgen, ist aufgrund der vielschichtigen, dynamischen und globalen Wertschöpfungsstufen sowie Kunden- Lieferanten-Beziehungen äußerst komplex. Es ist daher eine große Herausforderung, Nachhaltigkeitsstandards bereits beim Rohstoffabbau sicherzustellen. Einen besonderen Fokus legt die BMW Group auf ausgewählte, kritische Rohstoffe und Rohstoffe und Wertschöpfungsstufen in ihrem Lieferantennetzwerk. Anlassbezogen und risikobasiert analysieren wir unser mittelbares Lieferantennetzwerk hinsichtlich der Schwere der einer möglichen Verletzung, der Eintrittswahrscheinlichkeit, unserem Einflussvermögen und Verursachungsbeitrages, um unserer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Wir bestimmen den Handlungsbedarf und leiten daraus individuelle Maßnahmen oder gemeinschaftliche Maßnahmen über Initiativen ab, die wir dann gemeinsam mit unseren Lieferanten umsetzen.

Die BMW Group engagiert sich in diversen Initiativen dafür, Managementansätze zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht zu standardisieren und im gesamten Lieferantennetzwerk anzuwenden. Dazu gehört beispielsweise in Deutschland der Branchendialog zur Achtung der Menschenrechte entlang der globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten der deutschen Automobilindustrie, an dem sich die BMW Group aktiv beteiligt. Aber auch international ist das Unternehmen aktiv und engagiert sich in Standardisierungsinitiativen zur Rohstoffgewinnung. Durch die Zertifizierung von Minen nach dem Standard der Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) oder der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) fördert die BMW Group die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards bereits beim Rohstoffabbau.

Ziel des Unternehmens ist, einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Einhaltung der Menschenrechte entlang internationaler Lieferketten zu leisten.

Im Jahr 2020 hat die BMW Group anhand einer jährlich durchgeführten Risikoanalyse identifizierte, wichtige Nachhaltigkeitsthemen wie Biodiversität, Entwaldung und Tierschutz in ihren Nachhaltigkeitsstandard für das Lieferantennetzwerk aufgenommen. Die Grundsatzerklärung dieses Nachhaltigkeitsstandards, die die Basis für die Einkaufsbedingungen des Unternehmens darstellt, wurde zudem umfassend überarbeitet. Danach unterliegen nun alle Lieferanten der BMW Group sowie auch alle Einkäufe den umfangreichen Nachhaltigkeitsanforderungen der BMW Group.

Im Jahr 2012 hat die BMW Group in ihrer Materialstrategie besonders kritische Rohstoffe und Materialien aus Nachhaltigkeitssicht identifiziert und auf dieser Basis die branchenübergreifende Studie Material Change Report (2018) initiiert. Die dort priorisierten Rohstoffe sowie weitere für ihre Produktion wichtigen Materialien analysiert die BMW Group kontinuierlich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft entlang der gesamten Lieferkette. (BMW Group Nachhaltigkeitsstandard für das Lieferantennetzwerk Version 2.0 (2020))

SORGFALTSPFLICHT IM LIEFERANTENNETZWERK (DUE DILIGENCE).

In Anlehnung an weltweit anerkannte Leitlinien und Grundsätze definiert der „BMW Group Nachhaltigkeitsstandard für das Lieferantennetzwerk“ die grundsätzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen für alle Lieferanten der BMW Group sowie deren Unterlieferanten. Die Anforderungen werden insbesondere in den Einkaufsbedingungen, sowohl für direktes als auch indirektes Material, spezifiziert vertraglich verankert.

Due-Diligence-Prozesse: Transparenz steigern und Risiken minimieren

Die Steigerung von Transparenz und Ressourceneffizienz in unseren Lieferketten basiert auf der Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards, die im BMW Group Nachhaltigkeitsstandard für das Lieferantennetzwerk definiert sind. Dieser ist ein fester Bestandteil der Anfrageunterlagen für Lieferanten und somit bereits zum Zeitpunkt der Angebotserstellung zu berücksichtigen. Zudem enthalten alle Lieferantenverträge der BMW Group für produktionsbezogenes und nicht produktionsbezogenes Material spezifische Klauseln in den Einkaufsbedingungen, die sich auf die Prinzipien des UN Global Compact und der International Labour Organisation (ILO ) beziehen, sowie Vorgaben zur Ressourceneffizienz ­beinhalten. Mit der Unterzeichnung eines Vertrags mit uns verpflichten sich unsere Lieferanten, die Einhaltung dieser Vereinbarungen auch von ihren Unterauftragnehmern einzufordern und nachzuhalten.


Ziel unseres Due Diligence Prozesses ist - neben der Vermeidung von Nachhaltigkeitsverstößen - die Nachhaltigkeitsleistung in unserem Lieferantennetzwerk langfristig zu verbessern. Durch die Vereinbarung von korrektiven Maßnahmen basierend auf Selbstauskunft, Audits und Assessments in Verbindung mit deren wirksamer Verankerung im Beschaffungsprozess, steigern wir auch kontinuierlich die Performance unserer Lieferanten. Diese Entwicklung wird durch ein umfassendes Angebot an Maßnahmen, wie z.B. Trainings und Veranstaltungen zur Lieferantenentwicklung unterstützt.

Vertiefende Informationen finden Sie in den Downloads.