| |
|
Auch im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten 2009 wirkten sich sowohl die Folgen der internationalen Wirtschaftskrise als auch die hohe Wettbewerbsintensität auf den Automobilmärkten dämpfend auf die Geschäftsentwicklung der BMW Group aus. Obwohl vor allem in den Monaten August und September erste Tendenzen der Erholung erkennbar waren und sich der Absatzrückgang verlangsamt hat, lagen bis Ende September sowohl der Automobil- als auch der Motorradabsatz noch deutlich unter den Werten des Vorjahres.
Automobilabsatz im dritten Quartal unter Vorjahr
Im dritten Quartal 2009 lieferte die BMW Group weltweit 324.100 Automobile der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce an Kunden aus, das sind 7,2 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von Januar bis September 2009 ging der Absatz um 15,7 % auf 939.554 Fahrzeuge zurück.
Im Segment Motorräder blieb der Absatz im dritten Quartal 2009 um 8,4 % hinter dem Vorjahreswert zurück und erreichte 22.741 Auslieferungen. In den ersten neun Monaten sank der Motorradabsatz um 13,7 % auf 69.715 Fahrzeuge.
Das Segment Finanzdienstleistungen der BMW Group betreute zum 30. September 2009 weltweit 3.053.166 Leasingund Finanzierungsverträge mit Endkunden und Händlern, ein Plus von 2,8 % im Vergleich zum gleichen Stichtag des Vorjahres.
Externe Rahmenbedingungen belasten Umsatz und Ergebnis erheblich
Der aufgrund der konjunkturellen Schwäche und des Wettbewerbsumfelds rückläufigen Absatzentwicklung folgend sank im dritten Quartal 2009 der Umsatz der BMW Group um 6,6 % auf 11.759 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten betrug der Umsatz des Konzerns 36.239 Mio. Euro und blieb damit um 10,4 % hinter dem Wert aus dem Vorjahr zurück. Bereinigt um Währungseffekte wäre der Umsatz um 11,6 % gesunken.
Die Ergebnisentwicklung des Unternehmens blieb dementsprechend ebenfalls unter den Vorjahreszahlen. Im dritten Quartal 2009 erzielte die BMW Group ein Ergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) in Höhe von 55 Mio. Euro (– 85,8 %). Von Januar bis September 2009 sank das EBIT um 89,7 % auf 169 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Somit hatten die Folgen der weltweiten Konjunkturschwäche auch Einfluss auf das Ergebnis vor Steuern der BMW Group. Von Juli bis September 2009 sank das Ergebnis vor Steuern konzernweit um 54,8 % auf 126 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten 2009 lag das Ergebnis vor Steuern mit 79 Mio. Euro um 94,8 % unter dem des Vorjahres.
Das Unternehmen erzielte im dritten Quartal 2009 einen Überschuss von 78 Mio. Euro (– 73,8 %) und in der Neun-Monats-Betrachtung einen Überschuss von 47 Mio. Euro (– 96,4 %).
Erwartungen der BMW Group über den weiteren Verlauf des Jahres 2009
Obwohl erste Anzeichen dafür sprechen, dass die wirtschaftliche Talsohle der aktuellen Wirtschaftskrise durchschritten sein könnte, erwartet die BMW Group für den weiteren Verlauf des Jahres 2009 lediglich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Von einer anhaltenden Erholung kann derzeit noch nicht ausgegangen werden. Die BMW Group hat sich in diesem krisengeprägten Umfeld dennoch gut behauptet. Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurden die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, die grundlegend dafür waren, erfolgreich durch die Krise zu steuern. Dies und die weiter betriebene strategische Neuausrichtung auch unter Rezessionsbedingungen sind die Erfolgsfaktoren der BMW Group für die weitere Geschäftsentwicklung des Unternehmens.
Die gesamtwirtschaftliche Lage ist bis auf weiteres von hoher Volatilität geprägt. Dies gilt insbesondere für die internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte. Rückschläge auf dem Weg der konjunkturellen Erholung können dabei nicht ausgeschlossen werden. Die BMW Group handelt unter den gegebenen rezessiven Bedingungen mit einem konsequenten Finanz- und Kostenmanagement. Die dazu umgesetzten Maßnahmen zeigen bereits deutliche Wirkung: So wurden weitere Fortschritte in der Verringerung und Steuerung der Fixkosten erzielt. Mit der Umsetzung des bereits 2008 angekündigten Personalabbauprogramms wurde darüber hinaus der Personalaufwand signifikant gesenkt. Die effiziente Steuerung des Working Capital stellt einen weiteren wichtigen Baustein im Kapitalmanagement der BMW Group dar. Von den umfangreichen Effizienzsteigerungen wird die BMW Group auch im übrigen Verlauf des Jahres 2009 profitieren. Die BMW Group verfügt weiterhin über eine solide Liquiditätsbasis. Der Konzern greift zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit auf ein breit diversifiziertes und flexibles Instrumentarium zurück. Durch die hohe Bonität des Unternehmens ist dabei der Zugang zu den internationalen Finanzmärkten jederzeit gegeben. Die Risikoaufschläge auf den Kapitalmärkten haben sich weiter vermindert. Sie sind jedoch weiterhin nicht auf das Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise zurückgekehrt.
Die BMW Group hat sich frühzeitig auf die negativen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingestellt. Bereits bei Ausbruch der Finanzkrise wurde die Risikovorsorge entsprechend erhöht. Unter der Voraussetzung, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse dauerhaft stabilisieren, geht die BMW Group davon aus, dass die zusätzlichen Risiken aus der Vermarktung von Gebrauchtfahrzeugen insgesamt ausreichend abgedeckt sind. Tendenzen einer leichten konjunkturellen Erholung in einzelnen Märkten stehen dabei weiter angespannte Verhältnisse in anderen Märkten gegenüber. Sollte sich die Lage auf den Gebrauchtwagenmärkten im übrigen Verlauf des Jahres 2009 hingegen verschlechtern, wäre eine Erhöhung der Risikovorsorge nicht auszuschließen. Eine längere Dauer der Rezession wirkt sich zudem auch im Bereich der Händler- und Endkundenfinanzierung grundsätzlich risikoerhöhend aus.
Die BMW Group erwartet auch für den übrigen Verlauf des Jahres 2009 beim Fahrzeugabsatz weitere positive Impulse. Vor allem in China, dem inzwischen größten Einzelmarkt der BMW Group in Asien, verzeichnet das Unternehmen eine dynamische Entwicklung. In den USA und Großbritannien sind erste Anzeichen einer Stabilisierung zu erkennen. Der BMW Group ist es gelungen, mit ihren Kernmarken BMW, MINI und Rolls-Royce den Marktanteil in wichtigen Märkten auszubauen.
Nachdem der neue BMW 7er inzwischen weltweit verfügbar ist, bietet die BMW Group seit September 2009 erstmals auch eine Allradversion des BMW 7er an. Im Oktober folgen der BMW X1 und der BMW 5er Gran Turismo. Gegen Ende des Jahres steht der BMW ActiveHybrid X6 für Kunden zur Verfügung. Mit dem X1 ergänzt die BMW Group die X-Modellfamilie um das erste geländegängige Kompaktfahrzeug im Premiumsegment. Er kombiniert die typischen Merkmale der BMW X Modelle mit den Fahreigenschaften und dem geringen Verbrauch der BMW 1er Modellreihe. Der BMW X1 bietet damit die Vielseitigkeit eines Sports Activity Vehicles, die Flexibilität eines Kompaktfahrzeugs und die Dynamik eines BMW. Der BMW 5er Gran Turismo ist ein innovatives und zugleich variables Fahrzeugkonzept. Er kombiniert Eleganz, Raumkomfort und Variabilität in besonderer Weise. Er verfügt als echte Reiselimousine über eine luxuriöse Ausstattung, ein groß zügiges Platzangebot – und ist damit ein außergewöhnlich praktisches Fahrzeug. Der BMW ActiveHybrid X6 ist der schnellste Allrad-Hybrid der Welt und wird von einem V8 Twin Turbo kombiniert mit zwei Elektromotoren angetrieben. Der BMW ActiveHybrid X6 ist ein Voll-Hybrid, der auf kurzen Strecken auch rein elektrisch gefahren werden kann. Der Verbrauch des BMW ActiveHybrid X6 liegt etwa 20 Prozent niedriger als beim konventionell angetriebenen Modell. Im Dezember 2009 werden schließlich die ersten Fahrzeuge des Rolls-Royce Ghost an Kunden übergeben. Der Ghost wurde für komfortables und angenehmes Fahren entwickelt. Das Fahrwerk sorgt für ein einmaliges, dynamisches Fahrerlebnis für den Fahrer und höchsten Komfort für die Passagiere.
Zur Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt präsentierte die BMW Group der Öffentlichkeit auch zahlreiche innovative Konzeptfahrzeuge. Mit dem BMW Vision Efficient Dynamics zeigte die BMW Group ein Konzeptfahrzeug, in dem die Strategie Efficient Dynamics konsequent weiterentwickelt und mit der BMW typischen Sportlichkeit verbunden wurde. Das Fahrzeug wird von einem neuen Dreizylinder Turbodieselmotor und zwei innovativen Elektromotoren an den beiden Achsen angetrieben. Es kann sowohl vollelektrisch bewegt werden als auch ausschließlich mit der Kraft des Turbodieselmotors oder durch stufenlose Kombination der drei Antriebsquellen. Der Verbrauch liegt bei 3,76 Litern pro 100 Kilometern, dies entspricht einem CO2-Ausstoß von nur 99 Gramm pro Kilometer. Auch für die Marke MINI präsentierte die BMW Group zwei Konzeptfahrzeuge auf der IAA: das MINI Coupé Concept und das MINI Roadster Concept. Während das MINI Coupé Concept einen dynamischen Zweisitzer-Sportwagen darstellt, gibt das MINI Roadster Concept dem Offenfahren eine neue, emotionale Dimension.
Die BMW Group stellt damit auch unter den erschwerten Rahmenbedingungen der Konjunkturkrise unter Beweis, dass weiter vorausschauend in die eigene Zukunft investiert wird. Dazu zählen die konsequente Weiterentwicklung hoch effizienter Verbrennungsmotoren ebenso wie die Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte im Rahmen von project i. Neue und zukunftsfähige Produkte und Technologien stellen wichtige Erfolgsfaktoren dar, um mittel- und langfristig die Chancen im Wettbewerb zu nutzen.
Im Automobilgeschäft waren in den zurückliegenden Monaten des Jahres 2009 zwar Tendenzen der Stabilisierung erkennbar; dennoch geht die BMW Group angesichts der Schwäche auf wichtigen Automobilmärkten nicht davon aus, im Segment Automobile das hohe Absatzvolumen aus dem Jahr 2008 zu erreichen. Falls sich die gesamtwirtschaftliche Lage nicht weiter verschlechtert, wird der Absatz von Automobilen über die drei Kernmarken BMW, MINI und Rolls-Royce für das Jahr 2009 etwa zehn bis 15 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen.
Im Segment Motorräder geht die BMW Group davon aus, dass der Absatz das Niveau des Vorjahres nicht erreichen wird. Entsprechend werden der Umsatz, das EBIT und das Ergebnis vor Steuern ebenfalls hinter den Werten aus dem Vorjahr zurück bleiben.
Die Auswirkungen der weltweiten Rezession belasten das Segment Finanzdienstleistungen weiterhin. Dennoch zeichnet sich auf einzelnen Gebrauchtwagenmärkten eine leichte Erholung nach den schweren Rückschlägen seit Ausbruch der Finanzkrise ab. In Kontinentaleuropa ist derzeit jedoch eine Stabilisierung noch nicht zu erkennen. Die BMW Group geht davon aus, dass sich die Refinanzierungsbedingungen auf Grund reduzierter Kreditaufschläge für das Segment Finanzdienstleistungen weiter verbessern werden. In der Kunden- und Händlerfinanzierung scheint für das Kreditrisiko die Talsohle erreicht. Eine kurzfristige Entspannung ist jedoch nicht zu erwarten.
Unter der Voraussetzung, dass weitere konjunkturelle Rückschläge nicht eintreten, wird der Absatz von Automobilen der BMW Group für das Jahr 2009 in einer Bandbreite von etwa zehn bis 15 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Für diesen Fall erwartet das Unternehmen, auch im Krisenjahr 2009 ein positives Konzernergebnis zu erreichen. Die BMW Group geht davon aus, auch im laufenden Jahr 2009 die führende Position im Premiumsegment zu halten.
Profitabilitätsziele für 2012 bleiben bestehen
Die BMW Group verfolgt konsequent den im Rahmen der Strategie Number ONE eingeschlagenen Strategiepfad. Dies umfasst auch die bereits angekündigten Profitabilitätsziele für das Jahr 2012. Das Unternehmen beabsichtigt demnach, im Automobilsegment eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von mehr als 26 Prozent sowie eine EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent zu erzielen.
Die bereits 2007 bekannt gegebene Strategie Number ONE war eine vorausschauende und richtige Entscheidung zur Neuausrichtung der BMW Group. Bereits bei der Entwicklung der Strategie wurden wichtige Vorarbeiten geleistet. Diese Vorarbeiten sind auch in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld eine wesentliche Voraussetzung für die kurzfristige Unternehmenssteuerung und werden die Ausgangsbedingungen für die anschließende Aufschwungphase deutlich verbessern. Durch eine konsequente Wertorientierung wird die BMW Group die anspruchsvollen Ziele auch in Zukunft erreichen.
|
|
|