UNSER MANAGEMENTANSATZ

Unser Anspruch ist, der ressourceneffizienteste Automobilhersteller weltweit zu sein. Um ihm gerecht zu werden, setzen wir auf ein konzernweites und konsequentes Management des Umweltschutzes. Dazu gehören die frühzeitige Integration von Umweltaspekten bei Investitionsentscheidungen, die kontinuierliche Überwachung aller relevanten Umweltkennzahlen, ambitionierte Ziele sowie die gezielte Übertragung von unternehmensinternen Best-Practice-Ansätzen auf das gesamte Produktionsnetzwerk.

Unser konzernweiter Umweltschutz basiert auf einem Clean-Production-Konzept. Das bedeutet, dass wir Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen sämtlicher Fertigungsprozesse so gering wie möglich halten. Dazu haben wir uns unter anderem mit der Unterzeichnung der Cleaner Production Declaration des Umweltprogramms der Vereinten Nationen im Jahr 2001 verpflichtet. Bereits 1993 hat der Konzern Umweltleitlinien festgelegt, die sich auf die ICC Charta für nachhaltige Entwicklung und die Agenda 21 beziehen.

SAUBERE PRODUKTION: ERSTER MEILENSTEIN ERREICHT

Durch die Integration des Umweltmanagements in sämtliche Fertigungsprozesse des weltweiten Produktionsnetzwerks reduzieren wir Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen. Das sehen wir als fortwährenden Prozess. Bereits 2007 haben wir uns das Ziel gesetzt, im Zeitraum von 2006 bis 2012 Ressourcenverbrauch und Emissionen je produziertes Fahrzeug im Durchschnitt über die beobachteten Messgrößen (Energie, Wasser, Prozessabwasser, Abfall zur Beseitigung und Lösungsmittelemissionen) um 30% zu verringern. Mit einer Effizienzverbesserung um mehr als ein Drittel (35,7%) konnten wir unsere ambitionierte Zielmarke sogar übertreffen [1]. Für das Berichtsjahr 2012 entspricht das einer Einsparung von über 9 Mio. €.

Detaillierte Ausführungen zu den einzelnen Messgrößen finden Sie weiter unten.

Die BMW Group trägt durch effiziente Fahrzeuge und Produktionsprozesse, den Einsatz erneuerbarer Energien und eine bewusste Standortwahl dazu bei, die Treibhausgasemissionen, insbesondere CO2-Emissionen, in Grenzen zu halten. So wollen wir einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten. Eine Herausforderung ist es, angesichts der schon sehr effizienten Prozesse zusätzliche Einsparungen zu realisieren. Dennoch haben wir uns für 2020 ein neues ambitioniertes Ziel gesetzt. Gegenüber 2006 wollen wir unseren Ressourcenverbrauch um 45% verringern.



[1] Unsere groupweit gültige Umwelteffizienzzahl erreichte für das Berichtsjahr 2012 den Wert 0,64. Für die Umwelteffizienzzahl wurden im Jahr 2006 die Werte für Energie, CO2, Wasser, Lösungsmittelemissionen und Abwasser je produziertes Fahrzeug normiert auf 1 gesetzt, addiert und durch die Anzahl der Ressourcen geteilt. Damit lag der Startwert der Umwelteffizienzzahl bei der Einführung 2006 bei 1,00. Mit einem Wert von 0,64 übertreffen wir im Jahr 2012 die vereinbarten Ziele.

UMWELTSCHUTZ

ORGANISATION

UMWELTMANAGEMENTSYSTEME

BEST-PRACTICE-ANSATZ

LIEFERANTEN UND PARTNER

UMWELTSCHUTZ IN DER ORGANISATION VERANKERT

Das Umweltmanagement ist Teil unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Steuerkreis für Umweltmanagement ist der Lenkungskreis des internationalen Umweltschutz-Netzwerks, den der Konzernbeauftragte für Umweltschutz leitet. Im Rahmen der Delegationskette geht die Betreiberverantwortung an das Standortmanagement über. Jede Anlage, jedes Gebäude und jede Fläche am Standort ist einem sogenannten Betreiber zugeordnet. Er trägt die Verantwortung für die Produkte, Verfahren, Anlagen und technischen Systeme in seinem Bereich.

UMWELTMANAGEMENTSYSTEME

An allen Produktionsstandorten weltweit sowie in den zentralen Planungsabteilungen haben wir Umweltmanagementsysteme etabliert. Bis auf die Standorte Manaus und Cassinetta (nationaler Standard) sind diese Systeme nach der ISO-Norm 14001, die deutschen und österreichischen Werke zusätzlich nach dem europäischen Umweltmanagementstandard EMAS von externen Prüfern zertifiziert. Der Abdeckungsgrad der BMW Group Produktionsstandorte mit Umweltmanagementsystemen liegt damit bei 100%. Darüber hinaus haben wir auch in unseren Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Umweltmanagementsysteme eingeführt. Im Sommer 2012 haben die deutschen Niederlassungen zudem erfolgreich die Zertifizierung nach ISO 14001/OHSAS 18001 durchgeführt.

UMWELTSCHUTZ VON ANFANG AN

Ein großer Hebel zur Steigerung der Ressourceneffizienz ist die Berücksichtigung von Umweltaspekten bei allen geplanten Investitionen. Effizienzpotenziale werden so frühzeitig erkannt und können realisiert werden. Sind sie nicht ausreichend, kann nach ökologischeren Alternativen gesucht werden.

Ökologische Verbesserungen, die sich an einem Standort bewährt haben, werden – wenn möglich – auch an anderen Standorten umgesetzt. Sechs Kompetenzzentren (Wasser, Abfall, Energie, Emissionen, Qualifizierung und Umweltmanagementsystem), die sowohl mit Umweltexperten der einzelnen Werke als auch mit Fachleuten der zentralen Umweltschutzabteilung besetzt sind, diskutieren dazu mit Technologieexperten der Produktion gesetzliche Anforderungen, Best-Practice-Ansätze und entwickeln Referenzsysteme für zukünftige Planungen und Prozessverbesserungen.

Ein Beispiel aus dem Berichtszeitraum ist das neu eröffnete Werk Tiexi in China, ein Joint Venture mit unserem Partner Brilliance Automotive Ltd. Modernste Fertigungsverfahren, deren Entwicklung auf den Erfahrungen aus dem globalen Netzwerk der BMW Group beruht, ermöglichen eine besonders ressourcenschonende Produktion. Ökologische Aspekte wurden bereits bei der Gebäudeplanung berücksichtigt. Hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs, des Aufkommens von Abfällen und Prozessabwasser sowie der Emission von Lösungsmitteln ist das Werk der nachhaltigste Produktionsstandort für Automobile in China und eines der ökologisch vorbildlichsten weltweit. Innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks der BMW Group sichert sich der neue Standort einen Platz unter den nachhaltigsten Werken des Unternehmens.

Ein weiteres Beispiel für die Übertragung von Best-Practice-Ansätzen ist ein für 2016 geplantes Recyclingzentrum nahe unserem chinesischen Standort Shenyang – analog zu dem bewährten Recyclingzentrum bei München. Künftig sollen alle Prototypen und Vorserienfahrzeuge aus den chinesischen Entwicklungsbereichen dort verwertet werden. Dadurch können die gleichen hohen Anforderungen wie in den Entwicklungsabteilungen in München umgesetzt werden. Zur Verwertung von Serienfahrzeugen erfahren Sie hier mehr.

UMWELTSCHUTZ BEI LIEFERANTEN UND PARTNERN

Über die eigene Produktion hinaus fordern wir die Einhaltung und Verbesserung von Umweltstandards auch von unseren Lieferanten. So verlangen wir unter anderem, dass sie, sofern relevant, ein Umweltmanagementsystem vorweisen können (siehe "Lieferantenmanagement").

Auch mit unseren Partnern SGL Group und Brilliance Automotive Ltd. arbeiten wir kontinuierlich an Verbesserungen. Ein Beispiel ist die Joint-Venture-Zusammenarbeit SGL Automotive Carbon Fibers in Moses Lake, wo die Karbonfaserproduktion mit regenerativer Energie aus Wasserkraft gespeist wird.

ENERGIEVERBRAUCH UND EMISSIONEN

Unsere Vision ist der Aufbau einer komplett CO2-freien Energieversorgung der BMW Group. So haben wir uns vorgenommen, bis 2020 führend beim Einsatz regenerativer Energien zu sein. Zudem senken wir Jahr für Jahr kontinuierlich unseren Energieverbrauch und unsere Emissionen je produziertes Fahrzeug.

Unseren Energiebedarf pro Fahrzeug haben wir im Vergleich zum Basisjahr 2006 von 3,28 MWh auf 2,44 MWh im Jahr 2012 reduziert (Grafik 10). Das entspricht einer Verbesserung um 26%. Somit konnten wir unser gesetztes Ziel einer 30%-Reduktion von 2006 bis 2012 nahezu erreichen. Für 2020 haben wir uns vorgenommen, den Energieverbrauch pro Fahrzeug weiter zu reduzieren – um 45% gegenüber 2006. Eine Herausforderung für die BMW Group liegt darin, eine sichere und ökonomische, gleichzeitig aber auch ökologische Energieversorgung zu gewährleisten. Der Anteil regenerativen Stromes am gesamten Stromverbrauch liegt derzeit bei 36,1% (2011: 27,5%) und soll deutlich ausgebaut werden.

Zu den besonderen Herausforderungen des Jahres 2012 zählten die Erhöhung unserer Eigenleistungstiefe, etwa die CFK-Fertigung, sowie der weltweite Aufbau neuer Strukturen und ihre Inbetriebnahme. Neue Strukturen wie z.B. das Werk Tiexi in China werden zukünftig nach ihrer Anlaufphase dazu beitragen, unsere Ressourceneffizienz weiter zu steigern. Zu nennen ist auch der Ausbau unserer hocheffizienten und ökologisch nachhaltigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. In diesen Anlagen wird Gas zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Durch den Einsatz direkt an unseren Standorten kann ein sehr hoher Wirkungsgrad erreicht werden. Dabei entstehen allerdings auch umwandlungsbedingte Mehrverbräuche, die sonst außerhalb unserer Produktionsstandorte und damit unseres Berichtskreises auftreten.

Um unsere Energieeffizienz weiter zu erhöhen und den Einsatz erneuerbarer Energien voranzutreiben, haben wir fünf strategische Handlungsfelder definiert:
- Weiterentwicklung eines ganzheitlichen Energiemanagementsystems (Transparenz über Verbräuche, Zielesteuerung, Monitoring an sämtlichen Standorten). Dabei arbeiten wir mit unterschiedlichen Prozesspartnern zusammen
- kontinuierliche Verbesserung des laufenden Betriebs
- Planung und Umsetzung von energieeffizienten Immobilien, Anlagen und Technologien
- Umsetzung von Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energien
- Sensibilisierung, Qualifikation und Motivation von Führungskräften und Mitarbeitern für das Thema Energie und Energieeffizienz

WENIGER ENERGIEVERBRAUCH, MEHR VERSORGUNGSSICHERHEIT

Die beständige Reduzierung des Energiebedarfs und die forcierte Eigenerzeugung bzw. Nutzung von Energie aus lokalen regenerativen Quellen steigern die Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit der BMW Group. Damit erhöht sich die Sicherheit, dass unsere Produktion nicht von Energieengpässen beeinträchtigt wird.

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Unser Energieverbrauch wird ständig überwacht und optimiert. Dabei hilft uns ein Energiemanagementsystem auf Basis der Umweltmanagementsysteme ISO 14001 (an allen Werkstandorten weltweit, dem Forschungs- und Innovationszentrum, den deutschen BMW Niederlassungen, in zunehmendem Maße bei den internationalen Niederlassungen und ausgewählten Handelsbetrieben) und EMAS (an allen deutschen und österreichischen Werkstandorten). Dieses verbessern wir kontinuierlich, etwa durch die Einführung von Tools zur Nachverfolgung von Energieeffizienzmaßnahmen.

Neben dem Ausbau regenerativer Energien setzen wir vor allem auf die intelligente Nutzung von Energie. Deshalb haben wir an mittlerweile acht Standorten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen installiert, mit denen nicht nur der erzeugte Strom, sondern auch die dabei entstehende Abwärme genutzt werden kann. Dazu verbessern wir die Prozesse in der Fahrzeugproduktion kontinuierlich. Durch die Nutzung innovativster Technologien wie IPP (Integrated Paint Process in Lackierereien) oder Servopressen (Karosseriepresswerke) sowie die Optimierung der Effizienz von Lüftungsanlagen und das Schließen von energetischen Kreisläufen in unseren Lackierereien wollen wir dazu beitragen, unsere Effizienzziele zu erreichen. Die damit einhergehende Reduzierung der Energiekosten bei steigenden Energiepreisen liefert einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der BMW Group.

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EINGESPARTE ENERGIE ZAHLT SICH AUS

Vor dem Hintergrund von Emissionshandel und Emissionszertifikaten ist die Reduzierung von CO2-Emissionen nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Gebot für die BMW Group. In der dritten Periode des europäischen CO2-Emissionshandels (2013 – 2020) wird die Zuteilung von Emissionsberechtigungen weiter verringert. Jede eingesparte Einheit Energie zahlt sich daher für uns doppelt aus, denn die Kosten für Energieeinsatz und den Erwerb von Emissionszertifikaten können dadurch verringert werden.

NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN

Unsere Vision ist es, unseren Energiebedarf zu 100% aus regenerativer Energie zu speisen. Dabei setzen wir nicht auf eine bestimmte erneuerbare Quelle, sondern entscheiden je nach Standort, welches Konzept angesichts der gegebenen Bedingungen zielführend ist. Bereits 2010 haben wir mit einem Bebauungsplan das Potenzial jedes einzelnen Produktionsstandortes bewertet.

- In unserem Motorenwerk in Steyr werden ab 2013 ca. 30% der Wärme durch ein benachbartes Biomasse-Heizkraftwerk (Holzabfälle aus der Region) geliefert. Dadurch können 3.000 t CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden.

- An unserem Standort Rosslyn in Südafrika sollen künftig durch den neuen unabhängigen Betreiber Bio2Watt 40% des Stroms über ein deponiegasgespeistes Blockheizkraftwerk (Verbrennung von Biogas, d.h. Abfälle aus Rinder-/Hühnerfarmen und Lebensmittelabfällen) geliefert werden. Dadurch können jährlich 8.300 t CO2- Emissionen eingespart werden.

- Die Produktion des BMW i3 in Leipzig wird vollständig aus CO2-freiem Strom gespeist werden. Dafür werden auf dem Gelände des Werks im ersten Halbjahr 2013 vier Windkrafträder in Betrieb gehen, die jeweils 2,5 MW Leistung erbringen. Auch in unserem chinesischen Werk Tiexi planen wir Windkraftanlagen aufzustellen.

NACHHALTIGE GEBÄUDE UND PROZESSE

Generell gilt: Jedes neue Werk hat das Ziel, neue Maßstäbe bei der Energieeffizienz zu setzen und so zur Benchmark für alle anderen Werke zu werden. Jüngstes Beispiel dafür ist das 2012 eröffnete Werk in Tiexi (China), in dessen Konzeption die Erfahrungen und Innovationen aus anderen Werken eingeflossen sind. Mehr als 50 Maßnahmen optimieren die Verbrauchswerte von Energie, Wasser und Abfall.

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Basis für Neu- und Umbauten von Immobilien der BMW Group ist das Referenzsystem Nachhaltiges Bauen. Es legt Prinzipien und Konzepte für die Immobilien der gesamten BMW Group fest und ermöglicht das Monitoring von Maßnahmen über die einzelnen Projektphasen. Ziel ist es, für alle Phasen des Lebenszyklus von Gebäuden – von der Planung, der Erstellung über die Nutzung und Erneuerung bis zum Rückbau – eine Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen sowie eine möglichst geringe Belastung des Naturhaushalts zu erreichen.

Zudem ist das Thema Nachhaltigkeit integraler Bestandteil einer jeden Neubauberatung für unsere Händler, die von der internationalen Bau- und Einrichtungsberatung der BMW Group durchgeführt wird. Händler, Investoren und lokale Architekten werden im Zuge von Neubauplanungen und Modernisierungsvorhaben unserer Handelsbetriebe zu den vorteilhaften Aspekten von Green-Building-Maßnahmen informiert. Dazu gehören neben dem Umweltschutz unter anderem ein Imagegewinn, Betriebskosteneinsparungen und eine Wertsteigerung des Gebäudes.

Ab dem Start der Retail Standards 2013+ wird für alle Neubauten in Europa ein verpflichtender Nachhaltigkeitsstandard anhand des „Referenzsystems Nachhaltigkeit bei Immobilienprojekten in der Handelsorganisation“ eingefordert und die Umsetzung im Handelsbetrieb durch ein Nachhaltigkeitsaudit einer externen Organisation geprüft.

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SENSIBILISIERUNG VON MITARBEITERN

Der effiziente Umgang mit Energie ist in der BMW Group bereits Bestandteil der Lehrlingsausbildung. Darüber hinaus bieten wir Schulungen zum Wertschöpfungsorientierten Produktionssystem (WPS) an, einem systematischen Ansatz zur Steigerung von Effizienz in technischen und administrativen Abläufen.

MATERIALEINSATZ UND ABFALLWIRTSCHAFT

Vermeintlicher Müll birgt vielfach wertvolle Ressourcen. Angesichts weltweit knapper werdender Rohstoffe verfolgt die BMW Group deshalb das Ziel einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft.

FÜNFSTUFIGE ZIELHIERARCHIE

Bei der Verwertung von Abfall orientieren wir uns an der von der EU vorgegebenen fünfstufigen Zielhierarchie.

Der Anteil des beseitigten Abfalls ist ein guter Indikator dafür, wie weit wir bei unserem Ziel der größtmöglichen Abfallvermeidung und -verwertung gekommen sind. Mit 6,11 kg Abfall zur Beseitigung je Fahrzeug im Jahr 2012 liegen wir um 23,5% unter dem Wert des Vorjahres und sogar 65% unter dem Wert des Basisjahres 2006. Unser Ziel, den Abfall zur Beseitigung gegenüber 2006 um 30% zu reduzieren, haben wir also mehr als deutlich übertroffen. Wesentlicher Treiber war die erhöhte Verwertungsquote der Werke in Großbritannien. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigen die Grafiken 14 und 15.

Eine Herausforderung ist es, alle gesetzlichen produktspezifischen Vorgaben zu erfüllen. Die BMW Group wurde dieser Herausforderung in den Jahren 2011 und 2012 gerecht. Die BMW Lackieranlagen wurden durchgängig auf neue wassersparende Reinigungsverfahren umgestellt. Unsere Innovationen im Bereich der Elektromobilität und des Leichtbaus gehen einher mit neuen Verwertungsverfahren für Materialien, die bei der Herstellung oder dem Recycling der Fahrzeuge anfallen. In unserem Recycling-Zentrum kommt ein neues Handlinggerät zum Einsatz, mit dem z.B. Kupfer oder Aluminium aus Altfahrzeugen herausgelöst werden kann, sodass die Recyclingrate für Kupfer im Jahr 2012 um 150% gesteigert werden konnte.

Die Erfassung und Verwertung unseres Abfallaufkommens steuern wir weltweit mittels des BMW eigenen Abfallinformationssystems (ABIS), das für die deutschen Werke nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz konzipiert wurde. Im Berichtsjahr 2012 konnte Rayong in Thailand als weiteres Werk in das ABIS integriert werden. Durch ABIS kann weltweit überprüft werden, welches die beste Entsorgungsvariante für einen bestimmten Abfall ist. Diese Variante wird in allen Werken umgesetzt, sofern es länderspezifisch möglich ist. Durch das ABIS erfolgt zudem die Dokumentation der einzelnen Abfallströme mit der Einteilung in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle. Die Einteilung erfolgt nach den länderspezifischen gesetzlichen Vorgaben. Im Berichtszeitraum gab es keine Fälle des Imports oder Exports von behandeltem oder unbehandeltem gefährlichem Abfall.

Im Berichtsjahr 2012 ist das Gesamtabfallaufkommen aufgrund der Umstellung unseres Gießverfahrens in Landshut (30.000 Tonnen Gießsand, der recycelt wird) gestiegen. Den Anteil der Materialien, die dem Kreislauf entzogen und nicht wiederverwendet werden können, haben wir seit 2006 um 65% pro Fahrzeug (2012: 23,5% pro Fahrzeug) reduzieren können. Besonders die Abfälle aus den Lackieranlagen konnten in diesem Zeitraum von der Beseitigung in die Verwertung überführt werden.

Alle Fortschritte bei der Abfallvermeidung und -verwertung werden mindestens viermal jährlich im Netzwerk der Abfallbeauftragten aller Werke weltweit thematisiert. Best-Practice-Beispiele können so auf andere Werke schrittweise übertragen werden. Dazu trägt auch die Erweiterung des Center of Competence Waste and Recyclingmanagement auf alle Werke weltweit bei. Darin sind sowohl die Umweltexperten der einzelnen Werke als auch die Fachleute der zentralen Umweltschutzabteilung vertreten. Best-Practice-Ansätze werden hier diskutiert und Referenzsysteme für zukünftige Planungen und Prozessverbesserungen entwickelt.

  • BEST-PRACTICE: ABFALLVERMEIDUNG IN UNSEREN WERKEN

    Unserer Vision der abfallfreien Produktion nähern wir uns durch eine ganze Reihe von Maßnahmen. Im Jahr 2012 ist die Verwertungsrate in unseren englischen Werken gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Die BMW Group ist bereit, dafür einen höheren Preis pro Tonne Abfall zu bezahlen. In unserem Werk in Indien geben wir den gesamten hausmüllähnlichen Gewerbeabfall in eine Verrottungsanlage. So entsteht Dünger für die Landwirtschaft.

    In unserem Werk Regensburg wird seit 2012 ein Verdichter für die Entsorgung der Mehrwegverpackungen aus Kunststoff eingesetzt, die ihr Lebensende erreicht haben. Durch diese Verdichtung wurden 24.000 LKW-Kilometer eingespart, um den Kunststoff zum Recycler zu fahren.

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WASSER

Wasser ist eine wertvolle Ressource – nicht nur für die BMW Group. Wir reduzieren deshalb kontinuierlich unseren Wasserverbrauch und entwickeln abwasserfreie Prozesse in der Produktion. Bis 2020 wollen wir unseren Verbrauch gegenüber 2006 um 45% reduzieren.

Wasser ist für die BMW Group eine bedeutende Ressource. Ohne sie würde der Betrieb in unseren Lackierereien zum Erliegen kommen. Gleichzeitig wird Wasser weltweit zunehmend knapper. Wir versuchen deshalb, unseren Verbrauch erheblich zu reduzieren.

2012 lag er bei 2,10 m3/Fahrzeug. Das entspricht einer Verringerung gegenüber 2006 um 30%. Unser Ziel einer Einsparung von 30% konnten wir damit erreichen. Einen Überblick über die Entwicklung des Wasserverbrauchs geben die Grafiken 16 und 17.

WO WIR WASSER EINSPAREN WOLLEN

Die drei größten Wasserverbrauchsquellen für die BMW Group sind die Sanitäranlagen für unsere Mitarbeiter (46%), die Verdunstung hauptsächlich an Kühltürmen (31%) und die Produktionsprozesse insbesondere in den Lackierereien (23%).

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In allen drei Bereichen erhöhen wir die Ressourceneffizienz kontinuierlich:
- Sanitärarmaturen werden durch wassersparende Armaturen ersetzt.
- Die offenen Kühltürme werden sukzessive durch geschlossene Kühltürme ersetzt.
- In den Lackierereien werden die Wasserkreisläufe geschlossen und wasserlose Prozesse eingeführt (Trockenabscheidung).

Aktuell bestehen an den Produktionsstandorten der BMW Group keine Versorgungsrisiken mit Blick auf die Wasserversorgung, obwohl wir auch in Ländern mit erhöhtem Wasserrisiko, wie zum Beispiel Südafrika, den USA und China, tätig sind. Insbesondere in diesen Ländern senken wir den Wasserverbrauch kontinuierlich. Zum Beispiel haben wir den Wasserverbrauch in den USA zwischen 2006 und 2012 halbiert. Trinkwasser versuchen wir nur dort zu verwenden, wo es aus hygienischen Gründen notwendig ist. Ins Abwasser wollen wir nur so viele Stoffe einbringen, wie die natürlichen Abbaukräfte bewältigen können. Bei der Aufbereitung von Abwasser erfüllen wir weltweit bzw. übererfüllen wir an vielen Standorten die jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen. An allen internationalen Produktionsstandorten, in deutschen und zahlreichen internationalen Niederlassungen haben wir ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 implementiert, mit dem auch unser Wasserverbrauch gemanagt wird. Bis 2020 wollen wir unseren Wasserverbrauch um 45% im Vergleich zu 2006 reduzieren. Unsere Vision sind abwasserfreie Prozesse in der Produktion.

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SCHRITT FÜR SCHRITT ZU ABWASSERFREIEN PROZESSEN IN DER PRODUKTION

Nachdem wir im Rahmen einer Untersuchung die drei größten Quellen des Wasserverbrauchs identifizieren konnten, haben wir Maßnahmen zur Reduzierung eingeleitet bzw. durchgeführt.
Allein die Maßnahmen in Spartanburg, München und Dingolfing haben 2012 zu Einsparungen in Höhe von 155.974 € geführt. 88% des in der BMW Group verwendeten Wassers stammen aus dem öffentlichen Trinkwassernetz. Bei 12% handelt es sich um Grundwasser. Entnahmen aus empfindlichen Gewässern gab es im Berichtszeitraum nicht.

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- Um das Optimierungspotenzial in unseren Lackierereien zu ermitteln, haben wir eine Machbarkeitsstudie zu einem nahezu abwasserfreien Betrieb durchgeführt. Die technisch machbaren und wirtschaftlichen Maßnahmen hieraus werden kontinuierlich umgesetzt.

- Im Werk Spartanburg in den USA setzen wir schon heute in der Lackiererei ein modernes Trockenabscheidungsverfahren ein. Der sogenannte Overspray-Lack, der beim Lackieren nicht die Karosserie erreicht, kann so mithilfe von Steinmehl gebunden und abgeführt werden. Es wird dabei kein Wasser mehr benötigt. Durch die Maßnahme wurden 2012 über 26.000 m3 Wasser eingespart.

- Im Werk München wird ein Teil des gereinigten Abwassers, das im Prozess zum Korrosionsschutz in der Lackiererei entsteht, seit 2012 in einem anderen Prozess der Lackiererei wieder verwendet. Dabei handelt es sich um die sogenannte Auswaschung zum Abführen des Overspray-Lacks. Im Jahr 2012 wurden so über 21.000 m3 Wasser eingespart.

- Im Werk Dingolfing wurde in der Lackiererei ein alter Ionenaustauscher durch einen effizienteren ersetzt. Die Anzahl der Regenerierungen, die Wasser und Chemikalien verbrauchen, wurde dadurch reduziert. Zudem wird das Abwasser, das beim Regenerieren entsteht, in einem anderen Prozess wiederverwendet. Durch die Maßnahme wurden 2012 rund 15.000 m3 Wasser eingespart.

- In vielen Werken wie etwa dem chinesischen Shenyang haben wir die Sanitärarmaturen ausgetauscht und dort damit bis zu zwei Drittel des Sanitärwasserverbrauchs eingespart. Auch in unseren Verkaufsräumen in der Parklane in London sind wir komplett auf wassersparende Armaturen umgestiegen.

- In Südafrika haben wir Messeinrichtungen installiert, um auch dort den Ressourcenverbrauch steuern zu können.

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INDIVIDUELLE LÖSUNGEN BEI ZIELKONFLIKTEN

Im Berichtszeitraum haben wir bei der Einsparung von Wasser große Fortschritte erzielen können. Zum Teil sind wir aber auch auf Zielkonflikte gestoßen, die individuelle Lösungen erfordern. Ein Beispiel dafür ist ein Verfahrensumstieg bei der Erzeugung von vollentsalztem Wasser (Reversosmose anstelle von Ionenaustauschern). Das neue Verfahren senkt zwar den Chemikalienverbrauch, erhöht aber den Wasserverbrauch. Wir wenden es deshalb nur dort an, wo keine akute Wasserknappheit besteht oder das Abwasser aus der entsprechenden Anlage wiederverwendet werden kann.

EFFIZIENTE TRANSPORTLOGISTIK

Als weltweit aktiver Anbieter von Premium-Produkten und -Dienstleistungen bewegt die BMW Group eine Vielzahl von Gütern und Personen im Konzern. Indem wir die Transportlogistik immer weiter optimieren, halten wir die CO2-Emissionen so gering wie möglich. Zudem bauen wir den Anteil CO2-günstiger Verkehrsträger Stück für Stück aus.

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Der Anspruch der BMW Group, besonders effizient mit Ressourcen umzugehen, bedeutet auch, die CO2-Emissionen der Transportlogistik so gering wie möglich zu halten. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der BMW Group erarbeiten wir derzeit eine Strategie „Effiziente Transportlogistik“. Damit bündeln wir bisherige Aktivitäten und definieren eindeutige Kennzahlen, die die Formulierung konkreter Ziele, etwa zur Verringerung von CO2-Emissionen, ermöglichen. Zudem identifizieren wir wesentliche Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Transportleistung und CO2-Emissionen.

Die weltweit erbrachte Transportleistung zur Materialversorgung der Produktionswerke, zur Auslieferung unserer Fahrzeuge und zur Ersatzteilversorgung der Märkte ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Das ist primär bedingt durch eine Steigerung des weltweiten Produktions- und Absatzvolumens, verbunden mit regionalen Verschiebungen dieser Volumina. Überproportionale Steigerungen in Nordamerika und Asien bedingen dabei längere Transportwege.

2012 erbrachten wir eine Transportleistung von insgesamt rund 30,9 Mrd. Tonnenkilometern und setzten dabei etwa 1,25 Mio. Tonnen CO2 frei. Verglichen mit 2011 ist die Transportleistung um 10,6% gestiegen. Das entspricht der Erhöhung der Zahl der weltweit ausgelieferten Fahrzeuge der Marken BMW und MINI, die ebenfalls bei 10,6% liegt.

Um die durch die Transportlogistik verursachten CO2-Emissionen so gering wie möglich zu halten, folgen wir dem Grundsatz „Produktion folgt dem Markt“. Zudem bauen wir den Anteil CO2-günstiger Verkehrsträger Stück für Stück aus.

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BAHN GEHT VOR

Zur Optimierung unserer Transportlogistik haben wir ein Konzept zur Verkehrsvermeidung und zur Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger erstellt. Ein Ergebnis: Die Bahn wird gegenüber anderen Verkehrsträgern wenn möglich bevorzugt. Der Bahnanteil an der gesamten im Jahr 2012 erbrachten Transportleistung stieg von 8,2% im Jahr 2011 auf 8,9%.

Im Rahmen der Netzwerkstrategie konnten bei einer Neuausschreibung der Europaverkehre zur Materialversorgung der deutschen Werksstandorte bestehende Bahnverkehre langfristig gesichert werden.

Für Exportfahrzeuge aus dem MINI Werk Oxford wurde der Vorlauf zum Seehafen auf Bahntransport umgestellt. Dadurch konnte der durchschnittliche Schienenanteil beim Werksversand der Fahrzeuge der BMW Group weiter gesteigert werden auf 56,9%. Im Vorjahr waren es noch 53,1%.

MITARBEITERMOBILITÄT

Die Wege der Mitarbeiter zum und vom Arbeitsplatz sind ein bedeutender Posten in der Logistikbilanz der BMW Group. Wir versuchen deshalb, die Umweltauswirkungen möglichst gering zu halten.

Eine Maßnahme sind unsere Werkbusse, die den individuellen PKW-Verkehr reduzieren. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn feste Schichtzeiten und eine örtlich konzentrierte Herkunft der Mitarbeiter zu einer hohen Auslastung der Busse führen. Je flexibler die Arbeitszeiten gestaltet sind und je verstreuter die Mitarbeiter wohnen, desto eher ist der öffentliche Verkehr die bessere Lösung.
Werkbusse kommen sowohl in Deutschland (Werke München, Landshut, Dingolfing, Regensburg, Berlin) als auch an internationalen Standorten (Tiexi in China, Rosslyn in Südafrika) zum Einsatz. In China und Südafrika werden rund 85% der Mitarbeiter mit Werkbussen befördert.

In der Regel handelt es sich bei unseren Werkbussen um junge, spritsparende Fahrzeuge. Alle neu beschafften Werkbusse erfüllen die Euro-5-Norm. Im Durchschnitt verbraucht ein 12-Meter-Bus mit 50 Sitzplätzen ca. 28 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Seit 2011 nutzt BMW zudem mit großem Erfolg Leihräder von ProBike in München, mit denen unsere Mitarbeiter Strecken zwischen unseren innerstädtischen Standorten zurücklegen können. Im Jahr 2012 wurden damit insgesamt 42.000 Fahrten bewältigt. Dadurch sparen wir nicht nur Sprit und reduzieren die CO2-Emissionen. Über ProBike hinaus motivieren wir unsere Mitarbeiter auch, etwas für ihre Gesundheit zu tun und häufiger das Rad zu benutzen – etwa für die Fahrt zum Arbeitsplatz.

Der CO2-Footprint pro Mitarbeiter lag an unseren deutschen Standorten im Jahr 2012 bei 4,5 kg CO2/Mitarbeiter und Produktionstag. Ab 2013 wollen wir jedes Jahr einen weiteren großen, internationalen Standort bei der Berechnung des CO2-Footprint pro Mitarbeiter einbeziehen.

VOC-EMISSIONEN UND BIODIVERSITÄT

Im Rahmen unseres konzernweiten Umweltschutzes wollen wir die Emissionen flüchtiger organischer Lösungsmittel (VOC) reduzieren. Zudem achten wir auf die Auswirkungen unserer Tätigkeit auf die Tier- und Pflanzenwelt und ermitteln mittels einer Biodiversitätskennzahl die ökologische Wertstufe einiger ausgewählter Grundstücke.

VOC-EMISSIONEN

Die BMW Group hat sich das Ziel gesetzt, die Emissionen flüchtiger organischer Lösungsmittel (VOC) möglichst gering zu halten. Mit durchschnittlich 1,68 kg VOC pro produziertes Fahrzeug unterschreiten wir die deutschen Grenzwerte in allen Werken auch weltweit deutlich, ausgenommen im chinesischen Werk Dadong und im südafrikanischen Werk Rosslyn.

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Unser Ziel einer 30%-Verringerung gegenüber 2006 hatten wir 2010 bereits erreicht. Aufgrund einer in dieser Höhe nicht erwarteten Volumensteigerung in China sind die Emissionen seitdem aber gestiegen. Der Grund: Die Lackiererei im neuen Werk Tiexi steht noch nicht zur Verfügung, die ältere Lackiererei im Werk Dadong hat jedoch vergleichsweise schlechtere VOC-Emissionswerte. Obwohl wir in unseren anderen Werken die VOC-Werte deutlich senken konnten, beträgt die Verringerung der Emissionen im Jahr 2012 im Vergleich zu 2006 dennoch nur 27%. Grafik 21 illustriert diese Entwicklung.
Wir haben das Problem der vergleichsweise hohen VOC-Emissionen in Dadong bereits 2011 erkannt und 2012 den Bau einer Behandlungsanlage beschlossen. Sie wird im zweiten Halbjahr 2013 fertiggestellt. Die VOC-Emissionen in Dadong werden dann deutlich sinken.
Eine Herausforderung im Berichtszeitraum war die Umstellung von Pulverlacken auf 2K-Klarlack. Pulverlacke verursachen anders als Klarlacke keine VOC-Emissionen. Da die anderen Automobilhersteller aber an Klarlacken festgehalten haben, konnte unser Lieferant die von uns benötigte Farbenvielfalt an Pulverlacken aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr bereitstellen. Die Umstellung auf 2K-Klarlack haben wir dennoch VOC-neutral realisiert. In unseren Werken Regensburg, Leipzig und Dingolfing konzentrieren wir die Emissionen auf und verbrennen sie anschließend, sodass die Umweltauswirkungen minimiert werden.

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BIODIVERSITÄT

Wir achten an allen Standorten auf die Auswirkungen unserer Tätigkeit auf die Tier- und Pflanzenwelt. An ausgewählten Standorten wie etwa in Leipzig oder Regensburg haben wir ökologische Beweissicherungen durchgeführt, sodass uns die vorhandenen Tier- und Pflanzenarten bekannt sind und wir gefährdeten Arten besonderen Schutz zukommen lassen können. So haben wir etwa auf unserem Teststreckengelände in Aschheim die Schmetterlinge Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus) und Goldene Acht (Colias hyale/alfacariensis) identifiziert, die beide auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands stehen.

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Mittels einer Biodiversitätskennzahl ermitteln wir an ausgewählten Standorten regelmäßig die ökologische Wertstufe eines Grundstücks, um uns einen Überblick über die vorkommenden Flora- und Faunabestände zu verschaffen. Lediglich der Standort Spartanburg (USA) sowie unsere Teststrecken in Miramas (Frankreich) und Aschheim grenzen direkt an ein Schutzgebiet. Im Berichtszeitraum gab es keine wesentlichen Freisetzungen von Schadstoffen. Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf Schutzgebiete oder Gegenden mit hoher Biodiversität sind uns nicht bekannt.

Wir bemühen uns, natürliche Lebensräume zu schützen und wiederherzustellen. Schon wenige Jahre nach dem Bau des Werks Leipzig wurde dem Standort aufgrund seiner naturnahen Grünflächengestaltung ein hoher Biodiversitätsfaktor bescheinigt. Die Teststrecke in Miramas (Frankreich) wurde außerhalb von naturnahen Bereichen angelegt. Auf dem Enduropark in Hechlingen ist das Fahren nur auf den gekennzeichneten Streckenbereichen gestattet. Pflegemaßnahmen zur weiteren Verbesserung der biologischen Vielfalt werden regelmäßig durchgeführt. Auch die ökologischen Beweissicherungen an den naturschutzrelevanten Standorten (z.B. Miramas, Regensburg, Wackersdorf, Leipzig und Aschheim) werden weitergeführt.

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AUSBLICK

  • UNSER MANAGEMENTANSATZ

    Auch in Zukunft wird die BMW Group an ihrem Clean-Production-Konzept festhalten. Wir werden verstärkt an einer CO2-freien Energieversorgung arbeiten und Best-Practice-Ansätze unserer Standorte (z.B. Leipzig in Deutschland, Steyr in Österreich, Spartanburg in den USA) konzernweit ausrollen.

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  • ENERGIEVERBRAUCH UND EMISSIONEN

    In den kommenden Jahren wird die Erreichung unserer Energieziele im Vordergrund stehen. Wir werden den Einsatz regenerativer Energien weiter ausbauen. Und wir werden Prozesse und Gebäude noch effizienter gestalten, um gegenüber 2006 eine Verringerung des Energiebedarfs um 45% bis 2020 realisieren zu können.

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  • MATERIALEINSATZ UND ABFALLWIRTSCHAFT

    Auch 2013 werden wir unser Augenmerk weiterhin auf das Schließen von Wertstoffkreisläufen legen. Zudem werden wir in Zukunft verstärkt mit neuen Materialien arbeiten, für die neue Verwertungsprozesse entwickelt werden müssen. Bei der Produktion des neuen BMW i3 fallen ab 2013 Kohlenstofffasern an. Sie werden zu einem sogenannten Kohlenstofffaser-Vlies verarbeitet, das als Ausgangsmaterial für neue CFK-Bauteile dient, Kunststoffe verstärkt und sie elektrisch leitfähig macht.

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  • WASSER

    Für die kommenden Jahre wollen wir den Wasserverbrauch weiter reduzieren. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 eine Reduktion von 45% (Basisjahr 2006) zu erreichen. Dafür werden wir unter anderem die Wasserkreisläufe in den Lackierereien und im Motorenbau weiter schließen und alte Sanitäranlagen sowie offene Kühltürme austauschen.

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  • EFFIZIENTE TRANSPORTLOGISTIK

    Bei Inbound-Transporten wollen wir unter anderem die Verpackungen weiter optimieren und damit das Transportvolumen reduzieren. Bei Outbound-Transporten soll der Anteil der Bahn weiter erhöht werden. So wird etwa die Strecke Leipzig–Bremerhaven ab 2014 komplett von LKW- auf Bahnverkehr umgestellt. Dadurch werden pro Jahr über 1.000 t CO2-Emissionen eingespart. Im Rahmen der Bahnstrategie konnten ca. 75% der in Zentraleuropa verfügbaren Kapazitäten an geschlossenen Bahnverkehren langfristig gesichert werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um den hohen Bahnanteil beim Werksversand der Fahrzeuge weiterhin realisieren und auch erhöhen zu können.

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  • VOC-EMISSIONEN UND BIODIVERSITÄT

    Im Jahr 2013 wollen wir uns detailliert mit dem Thema Biodiversitätsmanagement auseinandersetzen und die nächsten Schritte zu diesem Thema definieren. Die VOC-Emissionen wollen wir bis 2020 um 45% senken (Basis: 2006).

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